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Newsletter Spezial - Erklärung zur internationalen Politik Kanadas

jennifer . broadbridge
Fri, 06 May 2005 02:23:48 -0700

Erklärung zur internationalen Politik Kanadas

Die kanadische Regierung veröffentlichte am 19. April eine
Erklärung zur Internationalen Politik des Landes, das
International Policy Statement (IPS). Dies ist das erste
umfassende Rahmenwerk zur internationalen Politik Kanadas,
das die Bereiche Außen-, Entwicklungs-, Handels- und Ver-
teidigungspolitik als ein aufeinander abzustimmendes Ganzes
betrachtet. In der Erklärung wird dargelegt, welche Rolle
Kanada künftig im internationalen Geschehen einnehmen soll.
Es wird unterstrichen, wie wichtig es ist, die nordamerikanische
Partnerschaft wiederzubeleben und eine Reihe von Neuerungen auf
internationaler Ebene einzuführen. Die Förderung eines neuen
Multilateralismus ist einer der Grundpfeiler der kanadischen
Außenpolitik.

Die Erklärung nähert sich in vielen Punkten stark an zahlreiche
Positionen der europäischen Sicherheitsstrategie an. Als wichtigste
Herausforderungen benennt sie den Kampf gegen Terrorismus und
organisierte Kriminalität, die Stabilisierung von "gescheiterten"
und "scheiternden" Staaten, das Verfolgen einer Nichtverbreitungs-
politik und die Sicherung von Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit
in der Weltgemeinschaft.

Die Beziehungen mit Europa werden für Kanadas Wohlstand und
für den Erfolg bei der Durchsetzung seiner internationalen
Interessen als Schlüsselfaktor gesehen. Dabei wird den Beziehungen
mit den wichtigsten europäischen Partnern (Deutschland, Frankreich,
Italien und Großbritannien) in der kanadischen Außenpolitik
eine besondere Bedeutung zugeschrieben und die Europäische
Union wird als strategischer Partner Kanadas betrachtet.

Die kanadische Erklärung zur Internationalen Politik erkennt
an, dass zahlreiche globale Fragen in Zusammenarbeit mit der EU
und ihren Mitgliedsstaaten gelöst werden müssen. Sie verweist
auf die bereits bestehende Zusammenarbeit sowohl bei der Suche
nach effizienten multilateralen Lösungen (wie die responsibility
to protect), bei der Wahrung gemeinsamer Sicherheitsinteressen
z.B. in der Ukraine und den Balkanstaaten), bei dem Angehen
globaler Umweltschutzfragen (Überfischung und weltweiter Klimawandel)
als auch bei der Terrorismusabwehr und beim gemeinsamen Handeln
gegen die Verbreitung von Massenvernichtungswaffen.

Die Erklärung begrüßt die Entwicklung einer Europäischen Sicher-
heits- und Verteidigungspolitik, die es Kanada ermöglicht, bei
der Abwendung gemeinsamer Bedrohungen und bei Einsätzen zur
Friedenserhaltung und -schaffung mitzuwirken.

Die wachsende Bedeutung der EU in der Welt - als wirtschaftliche
Großmacht, verbunden mit den USA als der größten Wirtschaftsmacht
der Welt und als wichtiger Global Player - wird in der Erklärung
eindeutig dargelegt und anerkannt. Im Abschnitt zum Handel heißt
es, dass Handel und Investitionen in und aus Europa in Bezug auf
ihre Wichtigkeit für die kanadische Wirtschaft und Technologie-
basis den zweiten Rang hinter den USA einnehmen. Aus diesem Grund
wird die Verhandlung eines neuen Förderabkommens für Handel und
Investitionen zwischen Kanada und der EU für das kanadische Aktions-
programm in diesem Bereich als prioritär angesehen, da so das volle
Potenzial der kanadischen Wirtschaftsbeziehungen mit Europa realisiert
werden kann.

Die wichtigsten Initiativen:

Diplomatie:

·Einrichtung von START (Stabilization and Reconstruction Task Force)
in der Außenpolitik, um Kanada in die Lage zu versetzen, schneller
auf Krisen in gescheiterten und scheiternden Staaten zu reagieren.
Dadurch können Reaktionen besser und schneller aufeinander ab-
gestimmt werden;

·500 Millionen kanadische Dollar für einen neuen Global Peace and
Security Fund zur Unterstützung von START, zum Aufbau des Zivil-
schutzes und zur Unterstützung bei der Friedenssicherung in Afrika;

·eine neue nordamerikanische Strategie zur besseren Vertretung
kanadischer Interessen, zur Netzwerkbildung zwischen Bürgern und
zur Positionierung des Kontinents auf internationaler Ebene;

·eine neue multilaterale Strategie, die einen effizienteren UN-
Sicherheitsrat und eine neue UN-Kommission zur Friedenskonsolidierung
unterstützt und die Führung Kanadas bei der internationalen Unter-
stützung für einen neuen Menschenrechtsrat;

·Einrichtung eines Global Centre for Pluralism in Canada in
Partnerschaft mit der Aga Khan Foundation;

·Stärkung der Präsenz des Außenministeriums durch die Erhöhung
der Diplomatenzahl der Diplomaten vor Ort.

Verteidigung:

·Aufstockung der Kanadischen Streitkräfte um 5.000 Berufssoldaten,
hauptsächlich für die Landstreitkräfte, und um 3.000 Reservisten;

·Einrichtung des Canada Command, einer zusammengefassten nationalen
operativen Kommandozentrale;

·Schaffung einer Einheit für Spezialeinsätze, zu der eine optimierte
Joint Task Force 2 (die Terrorismus-Abwehreinheit der kanadischen
Streitkräfte) gehört;

·Schaffung einer schnellen Eingreiftruppe, die sowohl im eigenen
Land als auch im Ausland schnell auf aufkommende Krisen reagieren kann;

·Bereitstellung neuer Ausrüstung und Ressourcen wie:

·Last- und Schwerlasthubschrauber zur Unterstützung von Landeinsätzen
und Spezialeinsätzen;

·neue Schiffe, mit denen u.a. Streitkräfte und Ausrüstungen stationiert
und Landeinsätze unterstützt werden können und auf denen eine nationale
oder internationale Kommandozentrale eingerichtet werden kann;

·unbemannte Luftfahrzeuge zur Unterstützung inländischer und
internationaler Einsätze;

·Anschaffung von bzw. gesicherter Zugang zu Ressourcen für Luftbrücken
im In- und Ausland sowie Kriegsgebieten.

Entwicklungshilfe:

·Als die fünf wichtigsten Bereiche der Canadian International Develop-
ment Agency werden genant: Good Governance, Gesundheit (inkl. HIV/AIDS),
Grundschulausbildung, Entwicklung des privaten Sektors, ökologische
Nachhaltigkeit. Die Sicherung der Gleichstellung von Frauen und Männern
wird ein übergreifender Punkt innerhalb der gesamten Kooperation im
Bereich der kanadischen Entwicklungszusammenarbeit sein.

·Bis 2010 werden mindestens zwei Drittel der bilateralen Entwicklungs-
hilfegelder an eine Kerngruppe von 25 Partner-Entwicklungsländern fließen.

·Kanadas internationale Entwicklungshilfegelder werden bis 2010 ver-
doppelt, ausgehend vom Umfang 2001/02 in Höhe von 5 Milliarden kanadischen
Dollar.

·Die Entwicklungshilfe für Afrika wird bis 2008/09 verdoppelt, ausgehend
vom Umfang 2003/04.

Handel:

·Verhandlung von Abkommen, die darauf abzielen, dass sich Unternehmen
international engagieren, insbesondere von solchen Abkommen zur
Rahmensetzung für die Förderung von Wissenschafts- und Technologie-
partnerschaften, zur Erweiterung der Luftwege, zur Harmonisierung von
Bestimmungen sowie Abkommen zur Förderung und zum Schutz ausländischer
Investitionen;

·Trade Commissioner Service: Steigerung der Kapazitäten für Handel,
Investition und strategische Partnerschaften für kanadische Kunden
im gesamten Land und weltweit in Übereinstimmung mit modernen
Geschäftsanforderungen besser zu erkennen;

·Einrichtung eines neuen Büros zur Unterstützung kanadischer Unter-
nehmen bei der Akquise von internationalen Großprojekten;

·optimierte Unterstützung für die Kommunen, um ausländische Direkt-
investitionen anzuziehen, u. a. durch das Community Investment Support
Program.

Eine ausführlichere Zusammenfassung der Erklärung zur Internationen
Politik Kanadas sowie den gesamten Wortlaut finden Sie auf folgenden Webseiten:

http://www.dfait-maeci.gc.ca/cip-pic/ips/ips-en.asp (Englisch)

http://www.dfait-maeci.gc.ca/cip-pic/ips/ips-fr.asp (Französisch)

Impressum
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Jennifer Broadbridge, Pressestelle, Botschaft von Kanada
Webmaster: Thilo Lenz, [EMAIL PROTECTED]
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Tel: (030) 20312-0, Fax: (030) 20312-121
Internet: www.kanada-info.de, www.kanada.de, www.canada.de

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