Author: mbarkhau
Date: Wed Nov 12 16:04:22 2008
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X X Geschichte
X X Der Aufstieg proprietärer
Software und freier Software
X X Bewusster Widerstand
- X Zufälliger Widerstand
- X "Frei" kontra "Open Source"
+ X X Zufälliger Widerstand
+ X X "Frei" kontra "Open Source"
X Die Heutige Situation
X 2. Der Einstieg
X Mit dem Vorhandenen anfangen
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Sobald seine Nutzer Gemeinde aufhört zu wachsen, ohne die Entwickler
Gemeinde übertroffen zu haben? Was ist wenn die Entwickler ihr Projekt
verlassen, sobald sie merken, dass ein anderes Projekt die gleichen
-Ziele verfolgt, und sie nur unnötig einen Doppelten Aufwand betreiben.
+Ziele verfolgt, und sie nur unnötig einen Doppelten Aufwand betreiben
Wenn sie dann, sich diesem anderen Projekt anschließen und ihre früheren
Anstrengungen mit einzubeziehen? Wurde das Projekt beendet, oder ist
es nur umgezogen?</para>
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<title>Zufälliger Widerstand</title>
<para>Es gab jedoch viele andere Vorgänge in der aufkeimenden Szene der
-freien Software und wenige waren derart explizit ideologisch wie das GNU
+freien Software und wenige waren derart offen ideologisch wie das GNU
Projekt von Stallman. Einer der wichtigsten war die <firstterm>Berkeley
Software Distribution</firstterm> (<firstterm>BSD</firstterm>), eine
schrittweise Neuimplementierung des Unix Betriebssystems—welches
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mit Spürsinn und Enthusiasmus, indem sie eine massive verteilte
Anstrengung koordinierten, bei dem Unix Konsolen Anwendungen,
Code Bibliotheken und schließlich das Betriebssystem selbst von
-Grund auf, größtenteils von Freiwilligen, neu geschrieben wurde. Das
-BSD Projekt wurde zum Aushängeschild für nicht ideologische Entwicklung
-freier Software und diente als Ausbildungsstätte für viele Entwickler
-die später weiterhin, in der Open Source Welt aktiv bleiben
-sollten.</para>
+Grund auf, größtenteils von Freiwilligen neu geschrieben wurde. Das
+BSD Projekt wurde zum Aushängeschild für Entwicklung freier Software
+ohne ideologischem Hintergrund und diente als Ausbildungsstätte für
+viele Entwickler die später in der Open Source Welt weiterhin aktiv
+bleiben sollten.</para>
<para>Eine weitere Feuerprobe der kooperativen Entwicklung, war das
<firstterm>X Window System</firstterm>, eine freie netzwerktransparente
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schwerfällig sind.</para></footnote> selbst war freie Software, aber
hauptsächlich als Mittel um das Spielfeld zwischen konkurierende
wirtschaftliche Interessen zu ebnen, nicht als Wunsch die Vormacht
-proprietärer Software zu brechen. Ein weiteres Beispiel, welches dem
-GNU Projekt ein paar Jahre vorausging war TeX, ein freies
-Textsatzsystem für druckfertige Dokumente von Donald Knuth. Er
-veröffentlichte es unter einer Lizenz, welches jedem erlaubte es zu
-modifizieren und zu veröffentlichen, solange man das Ergebnis nicht
-"TeX" nannte, wenn es nicht einen strikten Satz an Prüfungen bestand,
-die Kompatibilität zu gewährleisten sollten (TeX ist ein Beispiel für
+proprietärer Software zu brechen. Ein weiteres Beispiel, dass dem
+GNU Projekt ein paar Jahre vorausging war TeX von Donald Knuth, ein
+freies Textsatzsystem für druckfertige Dokumente. Er veröffentlichte
+es unter einer Lizenz, welches jedem erlaubte es zu modifizieren und
+zu veröffentlichen, solange man das Ergebnis nicht "TeX" nannte,
+wenn es nicht einen strikten Satz an Prüfungen bestand, die
+Kompatibilität gewährleisten sollten (TeX ist ein Beispiel für
eine Klasse von Lizenzen für freie Software die ein Markenzeichen
schützen sollen, welches im Kapitel <xref linkend="legal"/>
ausführlicher behandelt wird). Knuth nahm keine Stellung für die eine
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muss um als erfolgreich erachtet zu werden: Es muss Laufen und zu einem
gewissen Maß frei von Fehlern sein. Dadurch haben alle Teilnehmer eines
Projekts automatisch Grundlegende gemeinsame Interessen, eine Basis und
-ein Rahmenwerk um miteinander zu arbeiten, ohne sich allzuviele Sorgen
-um eine Qualifizierung, außerhalb des technischen, zu machen.</para>
+ein Rahmenwerk um miteinander zu arbeiten, ohne allzuviele Sorgen um
+eine Qualifizierung außerhalb des technischen.</para>
<para>Entwickler hatten noch einen Grund zusammenzuhalten: es stellte
sich heraus, dass die Welt freier Software, Qualitativ sehr hochwertigen
Code produzierte. Manchmal war es aus technischer Sicht, der nächst
besten nicht-freien Alternative nachweislich überlegen; manchmal war es
zumindest vergleichbar und natürlich kostete es weniger. Auch wenn nur
-wenige motiviert gewesen wären, freie Software rein aus philosophischen
+wenige motiviert gewesen wären freie Software aus rein philosophischen
Gründen zu nutzen, waren eine Viele mehr als glücklich sie wegen ihrer
technischen Überlegenheit zu nutzen. Und von denen die es benutzten, war
immer irgend ein Bruchteil bereit ihre Zeit und Fähigkeiten zu spenden,
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der Entwicklung freier Software Anwendungen. Solche Investitionen
konnten sich im Idealfall, um ein Vielfaches auszahlen. Der Geldgeber
stellt lediglich eine kleine Gruppe erfahrener Entwickler ein, die sich
-ganztags einem Projekt zu widmen, profitiert aber von den Beiträgen
+ganztags einem Projekt widmen, profitiert aber von den Beiträgen
<emphasis>aller</emphasis> Beteiligten, also auch von unbezahlte
Freiwillige und Programmierer anderer Unternehmen.</para>
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ihre konkurierenden Browser kostenlos anboten, um eilig einen möglichst
großen Marktanteil zu erlangen. Keiner von ihnen war jedoch frei im
sinne "freier Software". Man hatte keinen Zugriff auf den Quellcode und
-selbst wenn, hätte man nicht die Rechte es zu modifizieren und
+selbst wenn, hätte man nicht die Rechte ihn zu modifizieren und
weiterzugeben<footnote><para>Der Quellcode vom Netscape Navigator
<emphasis>wurde</emphasis> letztendlich 1998 unter einer Open Source
Lizenz gestellt, und wurde zur Grundlage für den Mozilla Browser.
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<emphasis>Freibier</emphasis>."<footnote><para>engl.: "It's
<emphasis>free</emphasis> as in <emphasis>freedom</emphasis>—think
<emphasis>free speech</emphasis>, not <emphasis>free
-beer</emphasis>."</para></footnote>. Trotzdem, das wieder und immer
-wieder erklären zu müssen, ist auf Dauer ermüdend. Viele Programmierer
-fühlten teils zurecht, dass die Zweideutigkeit des Worts "frei" das
-Verständnis der Öffentlichkeit behinderte.</para>
+beer</emphasis>."</para></footnote>. Diese Erklärung dauernd wiederholen
+zu müssen ist aber auf Dauer ermüdend. Viele Programmierer fühlten teils
+zurecht, dass die Zweideutigkeit des Worts "frei" das Verständnis der
+Öffentlichkeit behinderte.</para>
<para>Das Problem war aber viel schwerwiegender. Das Wort "frei" trug
eine unausweichliche moralische Konnotation: Wenn die Freiheit ein
Ziel für sich war, dann machte es keinen Unterschied ob die Software
zufällig auch besser oder unter bestimmten Bedingungen auch für
-bestimmte Geschäfte einträchtiger war. Das waren lediglich angenehme
-Nebeneffekte einer Motivation, welches im Grunde genommen, weder
+bestimmte Geschäfte profitabler war. Das waren lediglich angenehme
+Nebeneffekte einer Motivation, welches im Grunde genommen weder
technischer noch geschäftlicher, sondern moralischer Natur war.
Zusätzlich wurde Firmen, durch den Standpunkt "frei im sinne von
Freiheit", eine grelle Inkonsistenz aufgezwungen, die für einen
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Feinheiten außen vor zu lassen. Eine Gruppe vertritt die Ansicht von
Stallman, das die Freiheit zu teilen und zu modifizieren das Wichtigste
ist. Sollte man also aufhören über Freiheit zu reden, dann hat man die
-Kernfrage weggelassen. Andere sind der Meinung das die Software selbst
-das wichtigste Argument für freie Software ist und fühlen sich Unwohl
-bei der Behauptung proprietäre Software sei an und für sich schlecht.
-Manche, aber nicht alle, Programmierer freier Software glauben, dass
-der Autor (bzw. bei bezahlter Arbeit der Arbeitgeber) das Recht
-haben <emphasis>sollte</emphasis>, zu bestimmen unter welchen
-Bedingungen die Software verteilt werden darf und das keine moralische
-Beurteilung an eine bestimmte Wahl von Bedingungen geknüpft sein muss.
-</para>
+Kernfrage weggelassen. Andere sind der Meinung, die Software selbst ist
+das wichtigste Argument für freie Software und fühlen sich Unwohl
+bei der Behauptung, proprietäre Software sei an und für sich schlecht.
+Manche, aber nicht alle Programmierer freier Software, glauben der
+Autor (bzw. bei bezahlter Arbeit der Arbeitgeber)
+<emphasis>sollte</emphasis> das Recht haben die Bedingungen zu
+bestimmen, mit denen die Software verteilt werden darf und dass keine
+moralische Beurteilung an eine bestimmte Wahl von Bedingungen geknüpft
+sein muss.</para>
<para>Lange Zeit, mussten diese Meinungsverschiedenheiten nicht klar
untersucht oder Formuliert werden. Durch den anbrechenden Erfolg in der
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verwirrend war, sondern dass es ein Symptom eines allgemeinen Problems
war: Die Bewegung brauchte eine Marketing Kampagne, um es der
Geschäftswelt schmackhaft zu machen und um zu verhindern, dass das Gerede
-über Moral, soziale Vorteile und zügellosen Austausch, niemals in den
-Vorstandsetage ankommen würde. Mit anderen Worten:</para>
+über Moral, soziale Vorteile und zügellosen Austausch niemals in den
+Vorstandsetagen ankommen würde. Mit anderen Worten:</para>
<blockquote>
<para><emphasis>Die Open Source Initiative ist ein Marketing
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<para><emphasis>Die durchschnittliche Firmenleitung wird niemals
"freie Software" kaufen. Wenn wir aber genau die gleiche Tradition,
die selben Menschen und die selben freien Software Lizenzen nehmen
- und den Namen in "Open Source" umändern ? dann kaufen Sie es
+ und den Namen in "Open Source" umändern? dann kaufen Sie es
gerne.</emphasis></para>
<para><emphasis>Manche Hacker finden das schwer zu glauben, was
- aber nur daran liegt, dass sie nur mit konkreten, auf Tatsachen
- beruhende Begriffe denken und nicht verstehen wie wichtig das
+ aber nur daran liegt, dass sie logisch denken und nur konkrete
+ Tatsachen betrachten. Sie verstehen nicht wie wichtig das
Erscheinungsbild ist, wenn man etwas verkaufen will.</emphasis>
</para>
@@ -708,11 +708,11 @@
/></emphasis>)</para>
</blockquote>
-<para>Die Spitzen vieler Eisberge sind in diesem Text sichtbar. Es redet
-von "unseren Überzeugungen", vermeidet aber schlauerweise klar zu
-formulieren, was diese sind. Für manche, mag es die Überzeugung sein,
-dass Code der in einem offenen Prozess entwickelt wurde, besserer Code
-sein wird; für andere mag es wiederum die Überzeugung sein, dass alle
+<para>Die Spitzen vieler Eisberge sind in diesem Text sichtbar. Es
+spricht von "unseren Überzeugungen", vermeidet aber schlauerweise klar
+zu formulieren, was diese sind. Für manche mag es die Überzeugung sein,
+dass Code der in einem offenen Prozess entwickelt wurde besserer sein
+wird; für andere mag es wiederum die Überzeugung sein, dass alle
Informationen geteilt werden sollten. Das Wort "Diebstahl" wird benutzt,
um (vermutlich) auf illegales Kopieren hinzuweisen—wozu viele
Vorbehalte auf der Grundlage hegen, dass es kein Diebstahl ist, wenn
@@ -724,10 +724,10 @@
<para>Das soll nicht heißen, die Webseite der OSI wäre inkonsistent
oder irreführend. Das ist sie nicht. Es ist vielmehr genau dafür ein
-Beispiel, von dem die OSI behauptet, was der freien Software Bewegung
-fehlen würde: eine gute Vermarktung, wobei "gut" hier "brauchbar für
+Beispiel was die OSI behauptet, der freien Software Bewegung fehlen
+würde: eine gute Vermarktung, wobei "gut" hier "brauchbar für
die Geschäftswelt" bedeutet. Die Open Source Initiative gab vielen genau
-das, wonach sie gesucht hatten—ein Wortschatz, um über freie
+das wonach sie gesucht hatten—ein Wortschatz um über freie
Software als Entwicklungsprinzip und Geschäftsstrategie zu sprechen,
anstatt als moralischen Kreuzzug.</para>
@@ -735,13 +735,13 @@
<para>Die Entstehung der Open Source Initiative veränderte die
Landschaft der freien Software. Es formalisierte einen Zwiespalt der
-lange ohne Namen geblieben war, und zwang damit die Bewegung, die
+lange ohne Namen geblieben war, und zwang die Bewegung so, die
Tatsache anzuerkennen, dass es sowohl eine interne als auch eine externe
Politik hatte. Beide Seiten waren dadurch gezwungen eine gemeinsame
Basis zu finden, denn die meisten Projekte haben Programmierer aus
beiden Lagern, sowie solche die sich nicht klar einer Kategorie zuordnen
lassen. Was nicht bedeutet, dass die Leute nie über moralische
-Motivationen reden—Manchmal werden zum Beispiel, Fehler in der
+Motivationen reden—Manchmal wird zum Beispiel auf Fehler in der
traditionellen "Hacker Ethik" hingewiesen. Aber es ist selten, dass ein
Entwickler freier / Open Source Software offen die Motive anderer im
Projekt in Frage stellt. Die Beteiligung ist wichtiger als der
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antwortet auf technischer Ebene. Selbst Organisationen wie Debian,
die explizit politischer Natur sind, dessen Ziel es ist eine komplett
freie Rechenumgebung bereitzustellen, sind relativ locker wenn es darum
-geht, mit nicht freien Code zu funktionieren und mit Programmierern
+geht mit nicht freien Code zu funktionieren und mit Programmierern
zusammenzuarbeiten, die nicht genau die selben Ziele teilen.</para>
</sect1>
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