http://rickrozoff.wordpress.com/2009/11/16/561/


Stop NATO
November 16, 2009


In Israel wurde der Raketenabwehrschild der NATO geschmiedet und der Krieg 
gegen den Iran geprobt
Von Rick Rozoff


[Von Luftpost]

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"Das ist das perfekteste Abwehrsystem gegen anfliegende Raketen, das wir jemals 
irgendwo auf der Welt installiert haben."

Die Entfernung zwischen Tel Aviv und Teheran beträgt 993 Meilen [1.598 km]; die 
Reichweite des US-Radars zur Raketenabwehr (das in Israel positioniert wurde) 
übertrifft diese Distanz um fast 2.000 Meilen (3.218 km). Das reicht aus, um 
das ganze östliche und den größten Teil des südlichen Russlands abzudecken, wo 
ein Großteil der strategischen Raketen dieses Landes aufgestellt ist.
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Die Vereinigten Staaten und Israel haben gerade die größte gemeinsame Übung zum 
Abfangen von Raketen beendet, die jemals von den beiden Staaten durchgeführt 
wurde; sie war, was den Umfang und die Raffinesse angeht, vielleicht das 
umfassendste Manöver, das mehrere Staaten gemeinsam veranstaltet haben, und 
schloss sogar das Abfeuern von Raketen ein, die zum Abfangen ballistischer 
Raketen geeignet sind.

Die Operation Juniper-Cobra 10 begann am 21. Oktober und endete am 3. November. 
(2009). Während der beiden Wochen nahmen mehr als 1.000 Soldaten der 
Vereinigten Staaten und eine gleiche Anzahl israelischer Soldaten an einer 
Reihe integrierter Übungen mit Raketen teil, deren Hauptziel es war, "fünf 
verschiedene Raketenabwehrsysteme zu testen ... und die Infrastruktur zu 
schaffen, die notwendig ist, falls sich die Obama-Administration dazu 
entschließt, im Falle eines Konflikts US-Systeme hierher zu entsenden". [1]

Die fünf in den Übungen verwendeten Raketenabwehrsysteme waren:

• das taktische Raketenabwehrsystem Arrow 2 gegen in großer Höhe anfliegende 
ballistische Raketen, das von den Vereinigten Staaten und Israel gemeinsam 
entwickelt wurde – und zwar von den Firmen Isreal Aerospace Industries und 
Boeing unter Aufsicht des israelischen Verteidigungsministeriums und der 
Missile Defense Agency (der Raketenabwehr-Agentur) des Pentagons (s. 
http://www.army-technology.
com/projects/arrow2/ ),

• das System Terminal High Altitude Area Defense / THAAD, das von der Firma
Lockheed Martin Space Systems entwickelt wurde und ballistische Kurz- und 
Mittelstreckenraketen kurz vor dem Einschlag zerstören soll (s. 
http://www.army-technology. com/projects/thaad/ ),

• die Patriot Advanced Capability 3 / PAC-3, eine ferngesteuerte Abwehrrakete, 
1/15 Friedenspolitische Mitteilungen aus der
US-Militärregion Kaiserslautern/Ramstein LP 254/09 – 16.11.09
mit der siebenfachen Reichweite früherer Patriot-Modelle (s. 
http://www.lockheedmartin.com/products/PAC-3/index.html ),

• das auf Schiffen installierte Aegis Ballistic Missile Defense System, 
ausgestattet mit der Standardrakete 3 / SM-3 und dem AN/SPY-1 Radar mit einem 
Wirkungsbereich von 360 Grad (s. 
http://www.lockheedmartin.com/products/AegisBallistic-
MissileDefense/index.html ).

• Die SM-3, mit der im Februar 2008 ein US-Satellit aus dem Orbit abgeschossen 
wurde, um ihre Reichweite zu testen, soll für das neue bodengestützte 
Raketenabwehrsystem modifiziert werden, das der US-Präsident Barack Obama und 
Verteidigungsminister Robert Gates am 17. September angekündigt haben (s. 
http://www.luftpost-kl.de/luftpost-archiv/LP_09/LP18609_310809.pdf ). Das 
vierzehntägige Juniper-Cobra-Manöver dieses Jahres war "die größte gemeinsame 
Übung, die beide Länder bisher durchgeführt haben"; [2] auch siebzehn 
US-Kriegsschiffe
waren beteiligt, und "erstmals wurden alle genannten Systeme zusammen in Israel 
eingesetzt". [3]

Ein an der Operation teilnehmender Colonel (Oberst) der US-Army stellte fest, 
es sei "das erste Großmanöver gewesen, bei dem das THAAD-System, 
Patriot-Boden-Luft-Raketen und das seegestützte Aegis-System integriert waren", 
und fügte hinzu: "Das ist das perfekteste Abwehrsystem gegen anfliegende 
Raketen, das wir jemals irgendwo auf der Welt installiert
haben." [4]

Eine andere israelische Quelle schrieb: "Eine beispiellose Anzahl 
amerikanischer Generäle und 1.400 Soldaten der US-Army nehmen zusammen mit 
führenden Offizieren der Israel Defense Forces / IDF an der hochrangigen 
Militärübung Juniper-Cobra teil, die nach Aussage eines Commanders (eines 
Korvettenkapitäns) der US-Navy auf "spezifische Bedrohungen" vorbereiten soll." 
[5] (Weitere Infos dazu unter 
http://www.luftpost-kl.de/luftpost-archiv/LP_09/LP25109_131109.pdf )

Das Manöver wurde am letzten Tag auch von Premierminister Benjamin Netanjahu, 
Verteidigungsminister Ehud Barak, IDF-Generalstabschef Gabi Ashkenazi, James 
Cunningham, dem US-Botschafter in Israel, und James Stavridis, einem weiteren 
führenden USAmerikaner, besucht.

Die Übung fand in der Weltpresse wenig Beachtung, und über die Tatsache, dass 
Admiral Stavridis, der Chef des U.S. European Command (EUCOM in Stuttgart) und 
Supreme Allied Commander Europe / SACEUR (militärischer Oberkommandierender der 
NATO) ist, im November in Israel eintraf, um an den Endstadien teilzunehmen, 
wurde nur in der israelischen Presse berichtet.

Während seines Besuchs traf sich Stavridis "mit Generalleutnant Gabi Ashkenazi, 
dem Chef des (israelischen) Generalstabs, Major General Benjamin Gantz, dem 
stellvertretenden Generalstabschef, und mehreren anderen Kommandeuren. Der 
Admiral wurde von weiteren EUCOM-Befehlshabern begleitet." [6]

Die BBC zitierte am 2. November unter der Überschrift "Der Schatten hinter den 
Kriegsspielen der USA und Israels" einen Commodore (Korvettenkapitän) der US 
Navy, der zum Hauptziel des Manövers Juniper-Cobra gesagt hatte: "Wir sind aus 
einigen sehr spezifischen Gründen hier, wegen spezifischer Bedrohungen, die 
gegen die Israelis gerichtet sind, und die uns auch interessieren. Mehr möchte 
ich dazu nicht sagen." (s. http://news.bbc.co.uk/2/hi/8338155.stm ) 

Im gleichen Bericht wird ein Szenario erwähnt, über das die von der BBC 
interviewten US-Militärs nicht reden wollten.

"Israel bombardiert iranische Atomanlagen – und der Iran schlägt zurück.
In diesem Fall bräuchte Israel ganz bestimmt einen Raketenabwehrschild – 
bestehend aus einem hoch empfindlichen Radarsystem großer Reichweite und 
Antiraketen-Raketen des Typs Patriot – und genau der wurde in den Kriegsspielen 
dieser Woche getestet.

An der Operation Juniper-Cobra sind etwa 2.000 amerikanische und israelische 
Soldaten beteiligt. Sie findet regelmäßig alle zwei Jahre statt, aber in diesem 
Jahr wird heftiger als sonst spekuliert, dass sich Israel darauf vorbereitet, 
den Iran zu bombardieren, um dessen vermutetes Atomwaffenprogramm zu stoppen." 
[7] Kurz vorher und während des Manövers – das eigentlich am 12. Oktober 
beginnen sollte, aber ohne Erklärung einen Tag vorher verschoben wurde, obwohl 
im Hafen der Stadt Haifa schon US-Kriegsschiffe lagen – tauchte auch in 
mehreren anderen Berichten der oben
geäußerte Verdacht auf.

Ende Oktober wurde bekannt gegeben, dass die israelische Firma Rafael Advanced 
Defense Systems Ltd. mit der (US-Firma) Raytheon Missile Systems "zwei Verträge 
im Gesamtwert von über 100 Millionen Dollar" über den Entwurf und die 
Entwicklung des David's Sling Weapon Systems / DSWS (des Waffensystem 
David-Schleuder) abgeschlossen hat.
(s. http://www.defencetalk.com/tag/sling-weapon-system/ )

"Das DSWS ist ein gemeinsames Programm der Missile Defense Agency (der USA)
und der Israel Missile Defense Organization. Das System soll ballistische 
Kurzstreckenraketen, großkalibrige Raketen und Marschflugkörper in der Endphase 
des Anflugs zerstören.

"Der erste Vertrag sieht die gemeinsame Entwicklung der Stunner Interceptor 
(des Tollen Fängers), der Raketen-Komponente des DSWS vor. Stunner soll eine 
hochentwickelte Abfangrakete werden, die sowohl in das DSWS als auch in 
Raketenabwehrsysteme der Alliierten integriert werden kann." [8]

Fünf Wochen vorher hat Deutschland vorzeitig zwei U-212 Unterseeboote der 
Dolphin-Klasse an Israel geliefert, von denen "Marschflugkörper mit 
Atomsprengköpfen" starten können. Sie sollten ursprünglich erst im Jahr 2010 
ankommen.

"Mit den beiden neuen U-Booten verfügt Israel jetzt über insgesamt fünf 
deutsche Unterseeboote; es sind die teuersten Waffensysteme in Israels Arsenal.

Israelische Medien haben berichtet, den Dolphin-Unterseebooten fiele bei einem 
Angriff auf die umstrittenen Atomanlagen des Irans eine Schlüsselrolle zu." [9]

Am 15. Oktober hat die JERUSALEM POST einen Bericht veröffentlicht, der die 
folgende beunruhigende Information enthielt:

"In einem französischen Magazin war zu lesen, Israel plane, nach dem Dezember 
(2009) militärische Angriffe auf den Iran durchzuführen. ISRAEL RADIO zitierte 
einen Bericht aus LE CANARD ENCHAINÉ, in dem es hieß, Jerusalem habe bei einem 
französischen Nahrungsmittelhersteller bereits Kampfrationen hoher Qualität für 
Soldaten von Eliteeinheiten bestellt und Reservisten dieser Einheiten, die sich 
im Ausland aufhalten, aufgefordert, nach Israel zurückzukehren."

Die französische Zeitschrift wird auch mit der Behauptung zitiert, "Gabi 
Ashkenazi, der Generalstabschef der Israel Defense Forces / IDF, habe bei 
seinem jüngsten Besuch in Frankreich dem französischen Generalstabschef 
Jean-Louis Georgelin mitgeteilt, Israel plane nicht, den Iran zu bombardieren; 
man werde aber vielleicht Elitetruppen entsenden, um Aktivitäten am Boden zu 
entfalten. Denkbar seien Sabotageakte gegen Atomanlagen und die Ermordung 
führender iranischer Atomwissenschaftler."
[10] (s. http://www.jpost.com/servlet/Satellite?cid=1255547721120&pagename=
JPArticle%2FShowFull )

Am 2. November wurde auf arabischsprachigen Websites berichtet: "Das US-Militär 
hat die Errichtung eines hoch entwickelten Radarsystems im Irak abgeschlossen 
und kann damit jetzt die Grenzen zum Iran, zu Syrien und zur Türkei 
überwachen." [11] Der Iran und seine Nachbarn sind nicht die einzigen Nationen, 
die in Reichweite des Raketenkillersystems
liegen, das in den letzten beiden Wochen in Israel Premiere hatte.
Zusätzlich zu den "spezifischen Bedrohungen" die in den Berichten über 
Juniper-Cobra immer wieder auftauchten, wurde auch ein anderes Thema wiederholt 
hervorgehoben:

Das Manöver war gleichzeitig ein Probelauf für einen NATO-Raketenabwehrschild, 
der den ganzen europäischen Kontinent abschirmen soll.
In der amerikanischen und israelischen Presse wurde dieser Plan immer wieder 
erwähnt.

So hieß es zum Beispiel:

"Das ist eine sehr schnelle und umfangreiche Demonstration der 
Raketenabwehr-Pläne der neuen (US-)Regierung." [12] (Der zitierte Artikel ist 
aufzurufen unter 
http://www.luftpost-kl.de/luftpost-archiv/LP_09/LP23209_231009.pdf .)

"Die große Luftverteidigungsübung, die in dieser Woche zusammen mit Israel 
gestartet wurde, wird den Vereinigten Staaten helfen, ihren Raketenabwehrschild 
für Europa durchzusetzen,' äußerte ein US-Kommandeur. ... In dem dreiwöchigen 
Manöver wird auch Aegis,
ein Raketenabwehrsystem der US-Navy, erprobt, das als erste Komponente eines 
Raketenabwehrschildes für Europa auch im östlichen Mittelmeer eingesetzt werden 
soll, wie die Regierung des Präsidenten Barack Obama letzten Monat ankündigte." 
[13] 

"Ein US-Offizier sagte am Dienstag, die große Raketenabwehrübung der 
amerikanischen und israelischen Streitkräfte werde bei der Entwicklung des 
geplanten NATO-Raketenabwehrschildes für Europa sehr hilfreich sein.

Der Offizier ist Tony English, ein Colonel (Oberst) der US-Army; er stellte 
ausdrücklich fest: 'Wir werden viele Lehren aus dieser Übung ziehen, die uns 
für das geplante System sehr nützlich sein werden." [14]

"Was die Amerikaner aus diesen komplizierten Übungen lernen, wird ihnen 
perspektivisch helfen, den NATO-Raketenabwehrschild für Europa zu gestalten." 
[15]

"Die Erkenntnisse, die den israelischen und amerikanischen Streitkräften aus 
der Raketenabwehrübung Juniper-Cobra erwachsen, werden dem 
US-Verteidigungsministerium helfen, einen neuen NATO-Raketenabwehrschild für 
Europa zu installieren,' äußerten führende Verteidigungsfachleute. Die Übung 
ist auch deshalb für eine potenzielle europäische Raketenabwehr wichtig, weil 
die Amerikaner ihre Systeme unter verschiedenen Wetterbedingungen testen müssen.

Der neue Plan, der gerade erwogen wird, sieht die Entsendung von 
US-Kriegsschiffen vor, die mit dem Aegis-Raketenabwehrsystem ausgestattet sind; 
sie könnten im Mittelmeer zusammen mit wenigen landgestützten Systemen einen 
(schwimmenden) Schutzwall für Europa bilden.

Die Amerikaner überlegen zur Zeit, welches landgestützte System sie einführen 
sollen. Die NATO-Partner möchten sich für die SM-3, die Rakete des 
seegestützten Aegis-Systems entscheiden, aber das US-Militär wird 
wahrscheinlich auch andere Systeme prüfen, auch die israelischen Raketen Arrow 
(Pfeil) und die Arrow 3, die gerade entwickelt und von der (US-)Regierung 
finanziert wird." [16]

Gegen Ende August, wenige Wochen bevor Washington ankündigte, die Pläne zur 
Stationierung stationärer Abwehrraketen in Polen und einer X-Band-Radaranlage 
in der Tschechischen Republik aufgeben zu wollen, berichtete die polnische 
Zeitung GAZETA WYBORCZA:

"Washington sucht jetzt nach alternativen Positionen – auch auf dem Balkan, in 
Israel und in der Türkei." [17]

In einem meiner früheren Artikel in dieser Reihe habe ich die Entwicklung vor 
der Ankündigung am 17. September untersucht. [18]

Mitte Oktober hatte der israelische Verteidigungsminister Ehud Barak Polen 
besucht, das damals nach den Plänen der USA und der NATO noch eine zentrale 
Position im Raketenabwehrsystem erhalten sollte – mit landgestützten Patriots 
und SM-3-Raketen auf Schiffen in der Ostsee. In Warschau begrüßte Barak die 
"US-Entscheidung, einen seegestützten
Raketenabwehrschild zu errichten", und stellte dazu fest:

"Die neuen Überlegungen erlauben wirklich mehr Flexibilität und schaffen in 
einer relativ kurzen Zeit eine viel wirksamere und wirtschaftlichere 
Möglichkeit, effektiv auf die Bedrohung durch iranische Raketen zu reagieren." 
[19]

Der polnische Rundfunk berichtete: "Nach einer Erklärung des israelischen 
Verteidigungsministeriums wird Barak in Polen und in derTschechischen Republik 
Gespräche über eine gemeinsame Reaktion auf die atomaren Ambitionen des Irans 
führen und Möglichkeiten zur Entwicklung von Kontakten zwischen Rüstungsfirmen 
erkunden." [20]

Zur gleichen Zeit bestätigten israelische Quellen, dass sich die israelische 
Marine an der NATO-Operation Active Endeavour beteiligen wird. Dieses seit acht 
Jahren durchgeführte Marineunternehmen ist ein Überwachungs- und 
Kontrollprogramm, das sich auf die in Artikel 5 des NATO-Vertrags 
festgeschriebene Verpflichtung zu gegenseitigem Beistand beruft. Es ermöglicht 
eine Abriegelung des gesamten Mittelmeers und seiner Zugänge – der Meerenge von 
Gibraltar, des Suezkanals und der 
Dardanellen. (s. dazu ://de.wikipedia.org/wiki/Operation_Active_Endeavour )

In westlichen Führungskreisen wird bereits darüber diskutiert, ob der 
Geltungsbereich des Artikels 5 nicht ausgeweitet werden soll. Darin heißt es 
jetzt noch: "Die Parteien vereinbaren, dass ein bewaffneter Angriff gegen eine 
oder mehrere von ihnen in Europa oder Nordamerika als ein Angriff gegen sie 
alle angesehen werden wird; ... " (zitiert nach 
http://www.uni-kassel.de/fb5/frieden/themen/NATO/NATO-Vertrag.
html ) Neben den NATO-Partnern sollen auch weitere Länder einbezogen werden, 
bis zu einer Gesamtzahl von 60 Staaten. (Der NATO gehören zur Zeit 28 Staaten 
an, s, http://de.wikipedia.org/wiki/NATO .)

Israel gehört zu den möglichen Kandidaten. Auch die Nachbarn des Irans am 
Persischen Golf.

Anders Fogh Rasmussen, der Generalsekretär der NATO, hat vom 29. - 30. Oktober 
an einer internationalen Konferenz in den Vereinigten Arabischen Emiraten / UAE 
teilgenommen; sie beschäftigte sich mit dem Thema "Die Beziehungen der NATO zu 
den UAE und die weitere Entwicklung der Istanbul Cooperation Initiative"; zu 
den Teilnehmern gehörten "die ständigen NATO-Vertreter im Nordatlantikrat, der 
Stellvertretende Generalsekretär der
NATO, der Vorsitzende des NATO-Militärausschusses, andere hochrangige 
NATO-Offizielle und Regierungsvertreter, Meinungsführer, Akademiker und 
wichtige Wissenschaftler aus Ländern der Golfregion". [21]

Die Istanbul Cooperation Initiative wurde 2004 auf dem NATO-Gipfel in der 
türkischen Stadt Istanbul 2004 gegründet, um die Dialog-Partner der NATO am 
Mittelmeer – Algerien, Ägypten, Israel, Jordanien, Mauretanien, Marokko und 
Tunesien – auf ein Niveau anzuheben, das vergleichbar mit der Partnerschaft für 
den Frieden ist, die im letzten Jahrzehnt dazu diente, zehn neue Nationen als 
Vollmitglieder (in die NATO) aufzunehmen und ein
Militärbündnis mit den sechs Mitgliedern des Gulf Cooperation Council / GCC) zu 
schmieden – mit Bahrain, wo die 5. US-Flotte ihr Hauptquartier hat, mit Kuwait, 
Oman, Qatar, Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten.

In einem Artikel einer Zeitung aus den Emiraten wird unter dem Titel "Rasmussen 
sagt, die NATO werde die UAE bei einem Angriff verteidigen" der 
NATO-Generalsekretär mit folgender Äußerung zu einer Vereinbarung zwischen der 
NATO den UAE zitiert:

"Die Vereinbarung wurde geschlossen, um die Zusammenarbeit in 
Sicherheitsangelegenheiten zu vertiefen....Es gibt noch einen anderen Anlass. 
... Wir stimmen mit den GCC Staaten in Fragen des Schutzes, der gemeinsamen 
Sicherheit und einer gedeihlichen Zusammenarbeit überein. Falls etwas geschehen 
sollte, werden wir sie gemeinsam verteidigen."
[22]

Während seines Aufenthalts in den UAE sagte Rasmussen unter Berufung auf die 
Bindungen zu diesem Staat auch: "Wir haben das gemeinsame Interesse, Ländern 
wie Afghanistan und dem Irak zu helfen, damit sie wieder auf eigenen Füßen 
stehen können und der Mittlere Osten insgesamt stabiler wird; wir wollen auch 
verhindern, dass Länder wie Somalia und der Sudan noch tiefer ins Chaos 
stürzen. ... Wir alle sind sehr besorgt über die atomaren Ambitionen des 
Irans." [23]

Zusammen mit weiteren Truppenverstärkungen in Afghanistan, im östlichen 
Nachbarland des Irans, ist die Ausweitung der NATO auf den Persischen Golf ein 
integaler Bestandteil der Einkreisung des Irans – zur Vorbereitung eines 
künftigen Angriffs auf diesen Staat.

Eine weitere Initiative in dieser Kampagne, mit der versucht wird, militärische 
Fähigkeiten des Irans zu neutralisieren, um Vergeltungsschläge im Falle eines 
Überraschungs-Angriffs zu verhindern, wurde im September 2008 gestartet – ein 
Jahr bevor die Änderungen in
den Plänen der USA für die europäische Flanke ihres globalen 
Raketenabwehrschildes bekannt gegeben wurden.

Der US-Senat bewilligte 89 Millionen Dollar für die Aufstellung eines 
transportablen X-Band-Radarsystems in Israel; es trägt jetzt die Bezeichnung 
Army Navy/Transportable Radar Surveillance (AN/TPY-2). Eine US-Militärzeitung 
schrieb damals: "Das Radar kann ein Objekt von der Größe eines Baseballs schon 
in einer Entfernung von 2.900 Meilen (4.666 km) erkennen ... " [24] (Der 
übersetzte Artikel ist nachzulesen
unter http://www.luftpost-kl.de/luftpost-archiv/LP_08/LP18508_031008.pdf .)

Die Entfernung zwischen Tel Aviv und Teheran beträgt 993 Meilen [1.598 km]; die 
Reichweite des US-Radars zur Raketenabwehr (das in Israel positioniert wurde) 
übertrifft diese Distanz um fast 2.000 Meilen (3.218 km). Das reicht aus, um 
das ganze östliche und den größten Teil des südlichen Russlands abzudecken, wo 
ein Großteil der strategischen Raketen
dieses Landes aufgestellt ist. Moskau ist 2.641 Kilometer von Tel Aviv 
entfernt. Eine israelische Zeitung schätzte die Reichweite dieses Radars auf 
4.800 Kilometer, das wären noch 134 Meilen mehr. (Die überprüften Zahlen 
weichen vom denen im Originaltext ab.) 

Das U.S. European Command (EUCOM), das für das Projekt verantwortlich ist, und 
dessen Chef Admiral James Stavridis auch Supreme Allied Commander Europe / 
SACEUR, also NATO-Oberbefehlshaber ist, hat gegen Ende September 2008 die USE 
inheiten genannt, die damit beauftragt wurden, das Radar aufzustellen und zu 
betreiben.

Sie kamen aus folgenden Bereichen und Kommandos:

• 357th Air Missile Defense Detachment, U.S. Army (stationiert in 
Kaiserslautern),

• 21st Theater Sustainment Command, U.S. Army (stationiert in Kaiserslautern),

• Fleet Antiterrorism Security Team, U.S. Marine Corps (wahrscheinlich aus
Neapel),

• 86th Contingency Response Group, U.S. Air Force (von der Air Base Ramstein),

• 31st Logistics Readiness Squadron, U.S. Air Force (stationiert in Aviano, 
Italien),

• 5th Signal Command, U.S. Army (noch in Mannheim stationiert) und von der

• Missile Defense Agency (im Pentagon)

(Weitere Informationen über das Radar und die genannten Einheiten sind 
nachzulesen unter
http://www.luftpost-kl.de/luftpost-archiv/LP_08/LP18508_031008.pdf )

Insgesamt waren 120 Personen von der US-Army, der Air Force und der 
Marineinfanterie beteiligt. Ein EUCOM-Sprecher erklärte damals: "Das Radar wird 
auf Wunsch der israelischen Regierung bereitgestellt und soll deren 
Verteidigungsmöglichkeiten verbessern," [26]

Es war die erste längere Stationierung von US-Soldaten oder Soldaten einer 
anderen Nation in Israel in der 61-jährigen Geschichte dieses Landes. Obwohl 
keine formelle Vereinbarung über eine dauerhafte Stationierung getroffen wurde, 
gibt es keinen Grund für die Annahme, das Radarsystem werde jemals wieder 
zurückgezogen.

Es wurde auf der Nevatim Air Base in der Wüste Negev installiert, wo auch die 
israelischen Atomwaffen gelagert sein sollen.

Die Radarstation war im Dezember letzten Jahres voll betriebsbereit, und im 
April 2009 nahmen US-Truppen an der Erprobung das Systems teil. "Israel führte 
einen Test mit einer verbesserten Arrow-Abwehrrakete durch, bei dem eine 
anfliegende Rakete abgeschossen wurde. Es war der erste israelische Test, in 
den auch das US-Radar einbezogen war." [27]

Das 2.900 - 3.000 Meilen weit reichende Radarsystem wurde in den letzten beiden 
Wochen im Rahmen des Manövers Juniper-Cobra viel intensiver genutzt; es wurde 
nicht nur in das Pilotprojekt zur Erprobung einer mehrstufigen land- und 
seege-stützten Raketenabwehr integriert, es wurde auch als Prototyp für den 
neuen Raketenabwehrschild der USA und der NATO getestet, der – wie Barack Obama 
am 17. September (2009) sagte – noch "stärker, intelligenter und schneller" 
reagieren und nicht nur den ganzen europäischen Kontinent, sondern auch das 
Schwarze Meer, den Kaukasus, das Östliche Mittelmeer und den Persischen Golf 
abdecken soll. Seine weitere Ausdehnung nach Süden und Osten zeichnet sich 
bereits ab.
Der Raketenabwehrschild ist ein System, das potenzielle Opfer eines 
militärischen Erstschlags unfähig zur Vergeltung machen soll, mit dem man die 
Fähigkeit zur Abschreckung und zu einer wirksamen Reaktion zerstören will.

Anmerkungen

1) Jerusalem Post, 31. Oktober 2009
2) ebd.
3) United Press International, 30. Oktober 2009
4) The Associated Press, 27. Oktober 2009
5) Arutz Sheva, 3. November 2009
6) Israeli Defense Forces, 3. November 2009
7) BBC News, 2. November 2009
8) Raytheon Company, 27. Oktober 2009
9) Agence France-Presse, 29. September 2009
10) Jerusalem Post, am 15. Oktober 2009
11) Press TV, 2. November 2009
12) Stars and Stripes, am 23. Oktober 2009
13) Reuters, 22. Oktober 2009
14) Associated Press, 27. Oktober 2009
15) United Press International, 30. Oktober 2009
16) Jerusalem Post, 31. Oktober 2009
17) United Press International, 27. August 2009
18) U.S. Expands Global Missile Shield Into Middle East, Balkans
    Stop NATO, September 11, 2009
    
http://rickrozoff.wordpress.com/2009/09/11/u-s-expands-global-missile-shield-into-middle-east-balkans
19) Agence France-Presse, 14. Oktober 2009
20) Polish Radio,13. Oktober 2009
21) NATO, 28. Oktober 2009
22) Khaleej Times, 30. Oktober 2009
23) Emirates News Agency, 29. Oktober 2009
24) Stars and Stripes, 30. September 2008
25) Jerusalem Post, 23. November 2008
26) Stars and Stripes, 30. September 2008
27) Stars and Stripes, 13. April 2009
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