Hallo!
Ich finde es richtig, jemanden aus den Listen rauszuschmei�en, der sich
offensichtlich nur zu dem Zweck angemeldet hat, die Liste entgegen den
Regeln f�r seine Belange zu nutzen.
Nach den schrecklichen Ereignissen am Dienstag habe ich die offizielle
Berichterstattung verfolgt, mit mehreren amerikanischen Freunden
gesprochen und einige, vor allem amerikanische Chat-R�ume besucht.
Zur Zeit frage ich mich, was schrecklicher ist, wovor man mehr Angst
haben muss:
Das Ausma� an Gr�uel, zu dem einige Fanatiker offensichtlich f�hig sind.
Die Freude, die einige Menschen ob dieser Gr�ueltaten zum Ausdruck
gebracht haben; ja sogar "intellektuelle" Europ�er haben offensichtlich
Freudenfeste veranstaltet.
Die Bereitschaft und der Wille zur Vergeltung und die damit verbundenen
Risiken f�r "Unbeteiligte".
Die kaltschn�uzige Unverfrorenheit von Politikern, die uns Sicherheiten
einreden (wollen).
Die Arroganz vieler Menschen, die jetzt ganz genau wissen, was wer tun
muss oder wer zu lassen hat.
Die Ignoranz vieler Menschen gegen�ber Missst�nden mit �hnlich
katastrophalen Folgen in der "dritten und vierten Welt" (Welcher Idiot
hat die eigentlich nummeriert?) - z. B. Folter, Unterdr�ckung, Hunger,
Seuchen (es sterben in unserer Welt immer noch t�glich Tausende Kinder
an Hunger und durch Seuchen)
Ich respektiere den Schmerz der unmittelbar Betroffenen und w�nsche
ihnen die Kraft, den Schmerz zu �berwinden, ohne dem geschehenen Unrecht
weiteres Unrecht hinzuzuf�gen.
Ich bin in Sorge um die vielen nicht direkt betroffenen Menschen; deren
"Betroffenheit" ist meines Erachtens nichts anderes als �ngste und
Zweifel an dem, was sie bisher geglaubt oder f�r m�glich gehalten haben.
Angst ist ein schlechter Ratgeber und Menschen neigen dazu, das wovor
sie Angst haben, zerst�ren zu wollen: Racheakte, Rassismus und
Unterdr�ckung von Minderheiten sind Auspr�gungen solcher �ngste, aber
auch Verdr�ngung (wie im Fall der Kinder, die einen Hungertod sterben).
Und irgendwie erscheint es mir nur folgerichtig (jedoch keinesfalls
vern�nftig), wenn diejenigen (Politiker), die uns immer Sicherheit und
Freiheit versprochen haben, jetzt meinen, zu den Waffen greifen zu
m�ssen, um eben nicht als L�gner dar zu stehen. Jede falsche
"Betroffenheit" kann schreckliche Aktionen hervorrufen.
Was liegt nun zwischen Rache und Verdr�ngung? Vielleicht nur die
F�higkeit, dar�ber zu reden, andere zu tr�sten, irgendetwas dazu
beitragen, dass die Ereignisse sich nicht wiederholen. Ich wei� es
nicht. Solche Diskussionen sind ganz sicher ein Weg und k�nnen
Ver�nderungen herbeif�hren.
Freundliche Gr��e
Joachim van de Bruck
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