X-Virus-Scanned: amavisd-new at monochrom.at
X-Spam-Flag: NO
X-Spam-Score: 4.175
X-Spam-Level: ****
X-Spam-Status: No, score=4.175 tagged_above=-10 required=6.6
        tests=[AWL=-2.342, BAYES_50=0.001, FH_DATE_PAST_20XX=3.188,
        FUZZY_CREDIT=1.238, HTML_MESSAGE=0.001, MIME_QP_LONG_LINE=1.396,
        SPF_FAIL=0.693] autolearn=no
Date: Tue, 19 Jan 2010 14:12:40 +0100
Subject: Vortrag zu Judith Butler in Wien/ Kritik an "Defamation"
From: Café Critique <[email protected]>
To: <[email protected]>
Reply-To: [email protected]
Original-recipient: rfc822;[email protected]
X-Server-Quench: 51821382-04fc-11df-97bb-002264978518
X-Report-Spam: If SPAM / abuse - report it at: http://www.authsmtp.com/abuse
X-AuthRoute: OCd3YQkSC1ZeRQoX TCgeDTNBUBgoDhJJ EVkFIBdMIlUhUANX NU1aNF1WdlQAUwgI HBxaBUtWUFxxSWJ2 YQtTZwZULENPQQRr VVZIRFtMFgRtHh4E GR5QDRkIAwA/eSVw Z09lW3IVXUdzfUYz R09cF2wFbWV9aGRJ A11ZdlcCbQpNLE1Y alB9VnUJaGIPY3to CTE0JSwrNDoXOjkd YBwBLE4SCWwWAjox XVgDG30QHEADAG0Q NR06K11UFUBZeGk/ P1IkUE4ZNBlYYgAA
X-Authentic-SMTP: 61633431313738.1014:706/Kp
X-AuthFastPath: 255
X-Virus-Status: No virus detected - but ensure you scan with your own anti-virus system.

In dieser Email:
I. Reminder: Film & Vortrag "Warum Israel", "Israelsolidarität als materialistische Kritik"
II. Postmoderne Seinslehre. Vortrag von Alex Gruber über Judith Butler in Wien
III. Yoav Shamir gibt Entwarnung. Tobias Ebbrecht über den Film Defamation
IV. sonstige Termine
_________________

I. Reminder

Warum Israel
Filmvorführung am Mittwoch, 20. 1. 2010, 19:00 (pünktlich)
Schreiyvogelsaal in der Hofburg, Aufgang Batthyanystiege

Darum Israel - Israelsolidarität als materialistische Kritik
Vortrag von Stephan Grigat am Donnerstag, 21. 1. 2010, 19:30 (pünktlich)
Neues Institutsgebäude, Hörsaal II, Universitätsstraße 7, 1010 Wien
barrierefreier Zugang: <http://studieren.univie.ac.at/index.php?id=6971#c12072>http://studieren.univie.ac.at/index.php?id=6971#c12072
_________________

II.
Postmoderne Seinslehre
Über die "Dezentriertheit des Subjekts" im Denken Judith Butlers
Vortrag von Alex Gruber

Montag, 1. 2. 2010, 19:00
depot, Breite Gasse 3, 1070 Wien

Judith Butler postuliert eine durch die Differenz bzw. den Anderen konstituierte "Nichtfreiheit am Ursprung unserer selbst", welche die Kategorie des Subjekts als halluzinatorische Hybris ausweise, die ihrem wohlverdienten Tod zuzuführen sei. So grotesk es für ein Denken ist, das von sich selbst behauptet, die Überwindung metaphysischen Philosophierens zu sein, von vor-ontologischen Strukturen zu sprechen, die den ontologischen, narrativ zugänglichen uneinholbar vorausgehen, den Menschen also in seiner 'Eigentlichkeit' prägen, so aberwitzig ist es, wenn dieses Denken, das mit Foucault gegen den "marxistischen Humanismus" und dessen Vorstellung eines von seinem "eigentlichen Wesen" entfremdeten Menschen angeht, den Tod einer 'falschen' Subjektivität fordert, weil diese der Dezentriertheit am "Ursprung unserer selbst" nicht gerecht wird. Warum dieser Aberwitz Methode hat und warum gerade er es ist, dem sich die Popularität des Butlerschen Denkens verdankt, darum wird es in diesem Vortrag gehen.

Eine Veranstaltung von Café Critique
__________________

III.
Yoav Shamir gibt Entwarnung

Am Mittwoch, den 20. 1. hat in Wien der Film Defamation von Yoav Shamir Premiere. Auf der Website des Films wird auf demnächst erscheinende "Schulunterlagen für Österreich" verwiesen, was wohl bedeutet, dass die Filmemacher ihr Werk österreichischen Schülern und Schülerinnen in Zukunft als angemessene Annäherung an das Thema Antisemitismus nahebringen möchten. Aus diesem Anlass nachstehend ein kurzer Auszug aus einem unveröffentlichten Text von Tobias Ebbrecht, Dozent an der Filmhochschule Konrad Wolf in Potsdam:


Es gibt keinen Antisemitismus mehr
Der "Dokumentarfilm" Defamation von Yoav Shamir delegitimiert systematisch die Kritik des Antisemitismus. Er macht damit auch jeden Widerspruch unmöglich, verfiele dieser doch in eben jene Reaktionen, die der Film "aufdeckt" und diskreditiert. Defamation historisiert den Antisemitismus, um ihn von der gegenwärtigen Situation abzuspalten. Islamismus oder das Regime im Iran und dessen Drohungen gegen Israel kommen gar nicht vor. Europäischer Antisemitismus wird als israelische Einbildung vorgestellt. Kein Wunder, dass neben dänischen und finnischen auch österreichische Förderanstalten den Film unterstützt haben, dient er doch dem Zweck, den neuen Antisemitismus, der sich unmittelbar an die Feindschaft gegenüber Israel bindet, zu verharmlosen und seine Existenz zu bezweifeln. Müßig zu erwähnen, dass der Film weder Antisemitismus erklärt, noch sich mit dem Israel-Hass wirklich auseinandersetzt. Da er nur jene jüdischen Organisationen zeigt, die davor warnen, erscheint das Problem wie eine Halluzination ohne reale Grundlage. Ein paar schlecht formulierte und aufgeregte Stellungnahmen werden dafür im Sinne einer Entlarvungsdokumentation im Stil von Michael Moore zusammen geschnitten.

Dass neben dem Zukunftsfonds der Republik Österreich auch eine Institution wie der Nationalfonds der Republik Österreich für die Opfer des Nationalsozialismus diesen Film unterstützt, sollte Fragen aufwerfen. Immerhin diskreditiert der Film mehrfach Überlebende der Shoah, verleumdet das Gedenken und stellt explizit am Ende den Sinn der Beschäftigung mit der nationalsozialistischen Vergangenheit in Frage - um die Gegenwart des Antisemitismus zu vernebeln.

__________________

IV. sonstige Termine

Dienstag, 26. 1. 2010
München, 8:30
Protest gegen Iran-Geschäfte bei der Siemens-Hauptversammlung
Luz-Long-Ufer, Olympiaschwimmhalle
<http://de.stopthebomb.net/de>http://de.stopthebomb.net/de

Donnerstag, 28. 1. 2010
Passau, 19:00
Die Attraktivität des antiwestlichen Ressentiments
Über den Antisemitismus des iranischen Regimes und seine deutschen Förderer
Vortrag von Stephan Grigat
Café Unterhaus, Höllgasse 12

Donnerstag, 18. 3. 2010
Wien, 18:30
Antisemitismus und Juden in Iran - Vom Mythos der Arier zur "Islamischen Republik"
Vortrag von Stephan Grigat
Anmeldung über das Jüdische Institut für Erwachsenenbildung erforderlich (möglichst frühzeitig, spätestens bis 10. 3. 2010)
VHS-Teilnahmegebühr 6,-
_________________
unsubscribe: [email protected]
_________________
Café Critique
Verein für Gesellschafts- und Kulturkritik
Wickenburggasse 16/5
A-1080 Wien
Tel.: 0043 676 720 55 45
Fax: 0043 1 406 81 54 19
Email: [email protected]
Web: <http://www.cafecritique.priv.at>http://www.cafecritique.priv.at
Blog: <http://blog.cafecritique.priv.at>http://blog.cafecritique.priv.at
FÜR DIE FORTSETZUNG UNSERER AKTIVITÄTEN SIND WIR DRINGEND AUF SPENDEN ANGEWIESEN:
Konto: Verein für Gesellschafts- und Kulturkritik, Erste Bank
Nr. 289-201-164/00, BLZ: 20111
IBAN: AT422011128920116400, BIC: GIBAATWW

Antwort per Email an