Auch an der Angewandten bröckeln die Mauern des Bauhaussystems.
Bis dato wurden nur neu eingeführte Lehrgänge, etwa die Klasse
Widrich (Art and Science Visualisation) als Masterstudium
eingerichtet, mit der Argumentation, dass Neues nicht anders
genehmigt würde.
Heute wurde allerdings bekannt, dass der Bereich Architektur
auf Masterstudium umgestellt wird. Was naturgemäß heftigen
Protest der betroffenen Meisterklassen hervorruft. Die
Studierendenvertretung argumentiert - meiner Meinung nach zu
Recht - dass gerade die Architekturklassen der Angewandten in
Wien weltweit die einzig verbliebenen sind, an denen man fünf
Jahre durchgehend im Team eines Meisters mitarbeiten und lernen
kann. Diese Tradition ginge verloren, wahrscheinlich zu Lasten
der Identität der Architekturausbildung.
Rektor Bast hingegen beruft sich auf Schärfung des Profils und
auf budgetären Druck von aussen. Es gäbe auch 5.500 Studierende
in Österreich, die sich in Ausbildung zum Bachelor der
Architektur befänden, die ohne Masterstudium nicht zur Ausübung
ihres Berufes berechtigt wären.
Das stimmt mich ratlos. Jetzt weiss ich schon wieder nicht,
wofür dieser Bachelor gut sein soll. Wenn ich es richtig
verstehe, wird man damit zum akademischen Planzeichner, der
um ein HTL-Gehalt am CAD hackeln darf. Und die Masterstudienplätze
sind beschränkt - also ist es eigentlich eine Verschiebung der
Selektion zeitlich nach hinten.
Leicht möglich, dass das wieder in Proteste der Studierenden
ausartet. Wenngleich der Zeitpunkt der Bekanntgabe strategisch
gut gewählt war: Jetzt sind alle mit Semesterpräsentationen
beschäftigt...
fra
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