Ja, "grundsätzlich hast du Recht, aber". Die landuses bis zum Bordstein zu ziehen hat in Berlin (und auch manch anderer Stadt) schon eine längere Tradition und hatte in der Vergangenheit auch viele Vorteile, denn Bordsteinkanten sind ein wesentliches Strukturierungsmerkmal des Straßenraums und die Verwendung von barrier=kerb war zu dieser Zeit noch eher unüblich, als irgendjemand mal damit begann. Es war also jahrelang sehr hilfreich beim (insbesondere auch mobilen) Mappen, um z.B. Features im Gehwegbereich besser zu verorten. Das Rendering ist ein "netter" Nebeneffekt – ist schon schade, dass noch immer die wenigsten Kartenstile kerbs oder Fahrbahnflächen/area:highway rendern.

Wichtig wenn man das anfasst ist also, die landuses nicht einfach zurückzuziehen, sondern die dadurch oft (aber auch nicht immer) repräsentierten Bordsteinkanten dann mit barrier=kerb zu erhalten, sonst geht eine Menge Arbeit und Information verloren. Mit den aktuellen Luftbildern, aber auch dem ALKIS-Bauwerke-Layer und der Straßenbefahrung 2014 lassen sich Bordstein-/Fahrbahnkanten gut verorten.

Ob sich das wirklich lohnt, zum aktuellen Zeitpunkt großflächig umzubauen, da bin ich mir aber nicht sicher – dem überschaubaren semantischen Gewinn steht ne Menge Arbeit gegenüber und ich muss zugeben, das mehr oder weniger "falsche" Rendering hat schon seinen Reiz 🙈

lg, Alex


Am 05.12.24 um 12:30 schrieb Martin Koppenhoefer via Berlin:
Mir ist mal wieder aufgefallen, dass in Berlin vielerorts die Gehwege
akribisch in den landuse=residential aufgenommen werden, einschließlich
aller Vor- und Rücksprünge, also keineswegs durch Unschärfen sondern
sicherlich absichtlich.

Ich würde gerne davon abraten, weil es semantisch keinen Sinn ergibt. Die
Gehwege gehören zu den Straßen, dort wohnt niemand, das wäre verboten. Der
einzige Grund der mir einfällt es so zu machen, ist tagging für den
Renderer, weil landuse gerendert wird, und man so die Bordsteinkante auf
der Karte sehen kann. Eigentlich müsste der landuse=residential aber an den
Häuserwänden bzw. am Ende des Vorgartens enden, sich also auf
Grundstücksgrenzen beziehen.

Was denkt Ihr?

Gruß
Martin


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