Pressemitteilung vom 7. April 2016

Krude Vorschläge der EU-Kommission. Maut-Einführung in Deutschland darf nicht 
mit ökologisch nachteiligen Maßnahmen erkauft werden

Berlin: Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) lehnt die heute 
bekannt gewordenen Vorschläge der EU-Kommission zur Maut-Einführung in 
Deutschland ab. Sowohl eine Senkung der Spritsteuer als auch eine Anhebung der 
Pendlerpauschale konterkariere die Klimaschutz-Bemühungen der Bundesregierung, 
sagte der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger.

"Das Ansinnen, die Maut-Einführung mit ökologisch nachteiligen Maßnahmen zu 
koppeln, wird dieses Dobrindtsche Unsinnsprojekt nur weiter diskreditieren. 
Schon die jetzige Entfernungspauschale, von der jene am meisten profitieren, 
die mit spritfressenden Autos möglichst viel fahren, viel verdienen und weit 
pendeln ist eine dem Klimaschutz schadende Subvention. Besser wäre die 
Einführung einer Pendlerzulage für jene, die wenig verdienen und kürzere 
Strecken unterwegs sind. Diese benötigen einen solchen Zuschuss dringender", 
sagte Weiger. "Nur wenn die Entfernungspauschale grundlegend reformiert wird, 
werden umwelt- und siedlungspolitisch die richtigen Anreize gegeben. Nicht das 
Pendeln gehört gefördert, sondern vor allem das Umsteigen auf 
umweltfreundlichere Verkehrsmittel", sagte der BUND-Vorsitzende.

Geringverdiener, die einen hohen Anteil ihres Einkommens für ihre Mobilität 
aufbringen müssten, gingen mit den derzeitigen Regelungen zur Pendlerpauschale 
weitgehend leer aus. Um der Zersiedelung der Landschaft entgegenzuwirken und 
den Klimaschutzerfordernissen nachzukommen sei eine Zulage für Pendler, 
abgestuft nach der Entfernung zwischen Wohnen und Arbeitsplatz, die bessere 
Maßnahme, sagte Weiger.

Der BUND-Verkehrsexperte Werner Reh wiederum kritisierte den 
EU-Kommissionsvorschlag zur Senkung der Sprit-Steuer. Wegen der ohnehin derzeit 
niedrigen Benzinkosten wäre auch dies lediglich ein Anreiz zum Vielfahren und 
zum Kauf spritfressender Autos. Aus Umweltsicht akzeptabel wäre allein die 
Einführung einer entfernungsabhängigen Pkw-Maut für alle Straßen.

Reh: "Statt Benzin und Diesel billiger zu machen und damit den Autoverkehr 
anzukurbeln, müssen die Dieselsubvention abgeschafft und alle Kraftstoffe nach 
Energiegehalt und CO2-Emissionen besteuert werden. Vor dem Hintergrund 
anhaltend hoher Stickoxidbelastungen in den Städten und Kommunen ist die 
Zurückdrängung von Dieselfahrzeugen dringend erforderlich. Die Vorgaben der EU 
zur Luftreinhaltung lassen sich nicht mit ökologisch undurchdachten 
Maut-Vorschlägen umsetzen."

Pressekontakt: Dr. Werner Reh, BUND-Verkehrsexperte, Tel: 030-27586-435, Mobil: 
0173-6071601, E-Mail: [email protected]<mailto:[email protected]> bzw. 
Rüdiger Rosenthal, BUND-Pressesprecher, Tel. 030-27586-425/-489, E-Mail: 
[email protected]<mailto:[email protected]>, www.bund.net<http://www.bund.net/>

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