-Caveat Lector-

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Date: Fri, 6 Apr 2001 14:11:30 -0700
To: [EMAIL PROTECTED]
From: [EMAIL PROTECTED] (Stanton McCandlish)
Subject: Fwd: [FYI] German Government considers DOS-Attacks against
  undesired foreign websites

An (anonymized) headsup from a German:


For those who aren't able to read German texts: According to a recent
SPIEGEL ONLINE report, Otto Schily, German Home Secretary, publicly
considers plans to perform "Official" DOS-attacks on foreign websites
which are deemed to violate applicable German law. Obviously Schily
thinks that DOS attacks might in particular be a suitable procedure
to combat nazi websites hosted in the U.S. and there being protected
by the First Amendment.  However, even other undesired content banned
by German law might be honoured by an "Official DOS Attack".

Are there any friends abroad who might explain the principles of law
to our Government? I think there should be as much forign media
coverage as possible in order to prevent the worst possible
developments.

Some background info: In the seventies and eighties of the past
century, Schily joined the political party of "DIE GRUENEN" (The
Greens) and, in his capacity as a lawyer, he defended left extremists
and RAF terrorists in court. Later he switched over to the Social
Democratic Party (SPD), and now in his capacity as German Home
Secretary he is one of the utmost "law & order right-wingers" if
debate comes to security politics.




http://www.spiegel.de/druckversion/0,1588,126921,00.html

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SPIEGEL ONLINE - 06. April 2001, 18:21
URL: http://www.spiegel.de/netzwelt/politik/0,1518,126921,00.html

Otto Schily: Mit Hackermethoden gegen Neonazis

Von Frank Patalong

Innenminister Otto Schily erw�gt, ausl�ndische Nazi-Websites mit
Hackerangriffen lahm zu legen. Daf�r will sich das Ministerium so
genannter Denial-of-Service-Attacken bedienen. Mit �hnlichen Methoden
hatten Hacker im letzten Fr�hjahr weite Teile des Internets
blockiert.

Hamburg - Hackerattacken im Auftrag des Ministeriums seien keineswegs
"im Unrechtsbereich anzusiedeln", argumentiert Schilys Sprecher Dirk
Inger. Dahinter stehe "vielmehr der Gedanke der Verteidigung unserer
Rechtsordnung gegen rechtswidrige Angriffe unter bewusster Ausnutzung
der Internationalit�t des Mediums Internet." Daf�r m�sse man �ber
viele Instrumente nachdenken. Was schlie�lich umgesetzt werde,
"bestimmt sich nach Recht, Effektivit�t und Erfolgsaussicht",
beantwortete Inger eine Anfrage von SPIEGEL ONLINE.

Wer die Angriffe f�r das Innenministerium durchf�hren soll, ist noch
nicht bekannt. Mit Denial-of-Service (DoS)-Attacken kennt sich Schily
jedenfalls aus. Seit den weltweiten DoS-Angriffen auf kommerzielle
Websites wie Yahoo! und eBay im Fr�hjahr 2000 reibt sich Schily an
den Gefahren des Cyberspace. Als Reaktion auf die DoS-Attacken und
das "I Love You"-Virus entstand im Fr�hjahr 2000 der Plan zu Schilys
"Internet Task Force", die k�nftig Deutschlands "kritische
Infrastrukturen" sichern soll.

Das klingt nach Verteidigung, meint aber offenbar mehr: Bisher wurde
die "Internet Task Force" von vielen als reagierender Debattierclub
gesehen. Schily dagegen scheint sie durchaus so zu verstehen, wie sie
in der �bersetzung ihres englischen Namens daherkommt: als "schnelle
Eingreiftruppe".

Bereits am 21. Dezember vergangenen Jahres hatte Schily, in
Deutschland unbemerkt, in einem Interview mit der "Washington Post"
argumentiert, dass es Verteidigung auch in einer "Vorneweg"-Variante
geben k�nne. Denn als staatsgef�hrdend werden auch Neonazi-Seiten im
Internet wahrgenommen - und die sind �u�erst schwer dichtzumachen,
gerade wenn sie auf Servern in den Vereinigten Staaten liegen.

Dort sch�tzt sie das "First Amendment", der erste Passus der
amerikanischen Verfassung, die den Begriff "Meinungsfreiheit" weiter
als jede andere Verfassung in der Welt fasst. Nach amerikanischer
Ansicht f�llt selbst die Auschwitz-L�ge unter die Presse- und
Meinungsfreiheit: Zugriff verboten.

Den bedingt sich die deutsche Justiz aber seit dem 12. Dezember 2000
aus: An diesem Tag entschied der Bundesgerichtshof, dass
neonazistische, volksverhetzende Ver�ffentlichungen auch dann
rechtlich verfolgbar w�ren, wenn sie im Ausland ver�ffentlicht
werden.

Die Betreiber amerikanischer Neonazi-Sites st�rt das wenig. Sie
d�rfen sich durch die US-Beh�rden gedeckt f�hlen, die ein
erfolgreiches Auslieferungsverfahren wegen eines in Amerika
begangenen Versto�es gegen deutsches Recht kaum f�r m�glich halten,
wie John Russell, damals Sprecher des amerikanischen
Justizministeriums, in einer Reaktion auf das BGH-Urteil klarmachte.

Heiligt der Zweck die Mittel?

Eine Situation, mit der Schily sich durchaus nicht abfinden will.
Neben dem offiziellen Weg, sagte er schon damals der "Washington
Post", k�nne er sich durchaus vorstellen, Neonazi-Seiten in Amerika
mit Spams oder DoS-Attacken zum Zusammenbruch zu bringen, wenn andere
Ans�tze nicht zum Erfolg f�hrten.

Alan Davidson vom Center for Democracy and Technology in Washington
h�lt das f�r aberwitzig: "Das w�rde bedeuten, dass man das Recht
bricht, um eine nach dem Recht eines anderen Landes legal operierende
Site dichtzumachen."

Die angesehene Internet Society Isoc, in Deutschland beim
Grundlagenforschungsinstitut GMD in Sankt Augustin angesiedelt, sieht
das ganz �hnlich: " Isoc.de bef�rwortet die Durchsetzung von
gesetzlichen Bestimmungen im Internet. F�r Isoc ist Internet kein
rechtsfreier Raum. Aber gerade deshalb geht es auch nicht an, mit
zweifelhaften technischen Mitteln Server im Ausland auszuschalten,
weil dort - nach den dortigen Gesetzen unter dem Schutz der freien
Rede - unter anderem rechtsextreme Inhalte bereitgestellt werden",
hei�t es in einer Stellungnahme der Isoc.

Das Innenministerium sieht das anders. W�hrend DoS-Attacken l�ngst
juristisch verfolgt werden, glaubt man in Berlin anscheinend, dass
ein sehr guter Zweck mitunter ein sehr - vorsichtig gesagt -
kontroverses Mittel heilige.

In Sachen Effektivit�t und Erfolgsaussichten d�rften DoS-Attacken
kaum zu schlagen sein: Sie erledigen in Minuten, wof�r ein Gericht
Monate braucht. Wie es um die rechtliche Seite bestellt ist, d�rfte
hingegen in den n�chsten Tagen hitzig diskutiert werden.

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