https://www.zeit.de/politik/ausland/2022-04/tuerkei?utm_referrer=https%3A%2F%2Fwww.google.com.tr

Der türkische Kulturförderer Osman Kavala ist von einem[Istanbuler 
Gericht](https://www.zeit.de/thema/tuerkei)zu einer lebenslangen Haftstrafe 
verurteilt worden. Die drei Richter erließen das Urteil gegen 64-Jährigen wegen 
des Vorwurfs des versuchten Umsturzes der Regierung und ohne Möglichkeit auf 
Bewährung.

Kavala ist seit vier Jahren im Hochsicherheitsgefängnis Sivrili 
nahe[Istanbul](https://www.zeit.de/thema/istanbul)inhaftiert, ohne dass bislang 
ein Urteil gegen ihn verhängt worden war. Ihm werden in einem Prozess in 
Istanbul ein Umsturzversuch im Zusammenhang mit den Gezi-Protesten sowie 
"politische und militärische Spionage" im Zusammenhang mit dem Putschversuch 
von 2016 vorgeworfen. Kavala weist die Vorwürfe strikt zurück. Auch in der 
letzten Verhandlung Ende März wies die gegen ihn erhobenen Anschuldigungen 
erneut zurück und bezeichnete sie als politisch motiviert."Meine andauernde 
Inhaftierung ist völlig unbegründet", sagte er. Das Urteil gegen Kavala 
wurde[dabei erneut 
vertagt](https://www.zeit.de/politik/ausland/2022-03/tuerkei-osman-kavala-urteil-untersuchungshaft).

Auch in der letzten Verhandlung Ende März wies die gegen ihn erhobenen 
Anschuldigungen erneut zurück und bezeichnete sie als politisch motiviert. 
"Meine andauernde Inhaftierung ist völlig unbegründet", sagte er. Das Urteil 
gegen Kavala wurde[dabei erneut 
vertagt](https://www.zeit.de/politik/ausland/2022-03/tuerkei-osman-kavala-urteil-untersuchungshaft).

"Die türkische Justiz ist am Ende"

Deutsche Politiker kritisierten die Verurteilung. "Das Urteil gegen Osman 
Kavala und die anderen Angeklagten im Gezi-Verfahren fußt allein auf Lügen und 
Verschwörungstheorien", twitterte Bundesagrarminister Cem Özdemir. "Wir mussten 
hier einen politischen Schauprozess beobachten der seinesgleichen sucht. Die 
türkische Justiz ist am Ende."

Auch internationale Regierungen sowie Menschenrechtsorganisationen [kritisieren 
den 
Fall](https://www.zeit.de/politik/ausland/2021-10/tayyib-erdogan-fall-osman-kavala-aussenpolitik-eskalation-botschafter-tuerkei)
 seit Jahren. Das Verfahren zeige, "wie schlecht es um die Rechtsstaatlichkeit 
in der Türkei bestellt ist", teilte Amnesty International im vergangenen März 
mit. Kavala werde "aufgrund unbegründeter Anschuldigungen willkürlich in einer 
Einrichtung weit weg von seiner Familie festgehalten".

Auch internationale Regierungen sowie Menschenrechtsorganisationen [kritisieren 
den 
Fall](https://www.zeit.de/politik/ausland/2021-10/tayyib-erdogan-fall-osman-kavala-aussenpolitik-eskalation-botschafter-tuerkei)
 seit Jahren. Das Verfahren zeige, "wie schlecht es um die Rechtsstaatlichkeit 
in der Türkei bestellt ist", teilte Amnesty International im vergangenen März 
mit. Kavala werde "aufgrund unbegründeter Anschuldigungen willkürlich in einer 
Einrichtung weit weg von seiner Familie festgehalten".

Im Herbst 2021 hatte der türkische Recep Tayyip Erdoğan mehrere westliche 
Botschafter, darunter aus den USA und aus Deutschland, mit der 
[Ausweisung](https://www.zeit.de/politik/deutschland/2021-10/osman-kavala-praesident-erdogan-botschafter-deutschland-usa-tuerkei)
 gedroht, nachdem sie sich für die Freilassung Kavalas eingesetzt hatten. Im 
letzten Moment rückte er jedoch [von dieser Maßnahme 
ab](https://www.zeit.de/politik/ausland/2021-10/tuerkei-ausweisung-deutscher-botschafter-bundesregierung-kritik-recep-tayyip-erdogan).
 Der Europarat leitete wegen Kavalas unrechtmäßiger Inhaftierung zudem ein 
Vertragsverletzungsverfahren gegen die 
[Türkei](https://www.zeit.de/thema/tuerkei) ein. 
Die[Türkei](https://www.zeit.de/thema/tuerkei)hatte zuvor eine 
[Anordnung](https://www.zeit.de/politik/ausland/2022-01/tuerkei-osman-kavala-europarat-verletzungsverfahren-haft-freilassung)
 des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte (EGMR) zu Kavalas Freilassung 
ignoriert.

Auch internationale Regierungen sowie Menschenrechtsorganisationen [kritisieren 
den 
Fall](https://www.zeit.de/politik/ausland/2021-10/tayyib-erdogan-fall-osman-kavala-aussenpolitik-eskalation-botschafter-tuerkei)
 seit Jahren. Das Verfahren zeige, "wie schlecht es um die Rechtsstaatlichkeit 
in der Türkei bestellt ist", teilte Amnesty International im vergangenen März 
mit. Kavala werde "aufgrund unbegründeter Anschuldigungen willkürlich in einer 
Einrichtung weit weg von seiner Familie festgehalten".

Im Herbst 2021 hatte der türkische Recep Tayyip Erdoğan mehrere westliche 
Botschafter, darunter aus den USA und aus Deutschland, mit der 
[Ausweisung](https://www.zeit.de/politik/deutschland/2021-10/osman-kavala-praesident-erdogan-botschafter-deutschland-usa-tuerkei)
 gedroht, nachdem sie sich für die Freilassung Kavalas eingesetzt hatten. Im 
letzten Moment rückte er jedoch [von dieser Maßnahme 
ab](https://www.zeit.de/politik/ausland/2021-10/tuerkei-ausweisung-deutscher-botschafter-bundesregierung-kritik-recep-tayyip-erdogan).
 Der Europarat leitete wegen Kavalas unrechtmäßiger Inhaftierung zudem ein 
Vertragsverletzungsverfahren gegen die 
[Türkei](https://www.zeit.de/thema/tuerkei) ein. 
Die[Türkei](https://www.zeit.de/thema/tuerkei)hatte zuvor eine 
[Anordnung](https://www.zeit.de/politik/ausland/2022-01/tuerkei-osman-kavala-europarat-verletzungsverfahren-haft-freilassung)
 des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte (EGMR) zu Kavalas Freilassung 
ignoriert.

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