> Von: [EMAIL PROTECTED] [mailto:[EMAIL PROTECTED]
> Gesendet: Donnerstag, 15. November 2001 11:19
> Betreff: [Pressemitteilungen] BMWi-Studie zu Software-Patentierung und
> Wettbewerbsfdhigkeit der deutschen Softwarebranche
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> BMWi-Studie zu Software-Patentierung und Wettbewerbsf�higkeit der
> deutschen Softwarebranche
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> Die Innovationsdynamik im Softwarebereich und die Besonderheiten der
> Softwareentwicklung - Sequenzialit�t (hohe Rate der Codewiederverwendung),
> Nutzung von offenem Code und h�ufige Notwendigkeit der Interoperabilit�t -
> m�ssen bei der Regelung der Patentierbarkeit besondere Ber�cksichtigung
> finden, so eine zentrale Feststellung einer f�r das BMWi erstellten Studie.
> Dazu geh�re auch die weitere Entfaltung der Open Source
> Software-Entwicklung, deren Leistungsf�higkeit in Zukunft erhalten
> werden m�sse.
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> In der Studie "Mikro- und makro�konomische Implikationen der
> Patentierbarkeit von Softwareinnovationen: Geistige Eigentumsrechte in der
> Informationstechnologie im Spannungsfeld von Wettbewerb und Innovation" hat
> das Karlsruher Fraunhofer Institut f�r Systemtechnik und
> Innovationsforschung (FhG ISI) im Wege einer Befragung das
> Innovationsverhalten sowie Markt-, Wettbewerbs- und Schutzstrategien
> von 263 deutschen Unternehmen (einschlie�lich Freier Entwickler) in den
> verschiedenen Bereichen der Softwarebranche unter �konomischen Aspekten
> analysiert. Der Projektpartner, das M�nchener Max-Planck-Institut f�r
> ausl�ndisches und internationales Patent-, Urheber- und Wettbewerbsrecht
> (MPI), erstellte eine rechtsvergleichende Untersuchung im Hinblick auf die
> de facto-Patentierbarkeit von computerprogramm-bezogenen Erfindungen in den
> drei gro�en Rechtsr�umen Deutschland/Europa, USA und Japan auf Basis der
> Entwicklung der jeweiligen Rechtsprechung.
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> Beide Institute k�nnen auf Basis ihrer Untersuchungsergebnisse gegenw�rtig
> weder eine radikale Beschneidung noch eine Ausweitung der Patentierf�higkeit
> im Bereich der Softwareentwicklung empfehlen. Daraus folge insbesondere,
> dass Deutschland bzw. Europa nicht dem US-amerikanischen Modell der breiten
> Patentierbarkeit von Software und speziell von Gesch�ftsmethoden folgen
> sollte. Die Gutachter pl�dieren jedoch f�r eine z�gige, f�r die
> Rechtssicherheit der Akteure notwendige Rechtsharmonisierung
> und -klarstellung im Rahmen der Europ�ischen Union, m�glichst auch auf
> Ebene der Welthandelsorganisation.
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> Die Feststellungen und Empfehlungen von FhG ISI und MPI, die neben dem
> rechtlichen Rahmen vor allem strukturelle Ver�nderungen und Neuerungen zur
> Effizienzsteigerung der Patentpr�fung und Recherchem�glichkeiten zum
> Gegenstand haben, k�nnen nun in die Diskussion �ber einen "europ�ischen
> Weg" in der Frage der Patentierbarkeit von Computerprogrammen im Rahmen der
> Europ�ischen Union und der Europ�ischen Patentorganisation eingebracht
> werden. Ein Vorschlag zielt etwa auf die weitere Unterst�tzung des
> Wissensaufbaus �ber das heimische und internationale Patentsystem mit
> Schwerpunkt auf Softwarepatenten. Ferner ist es nach Auffassung der
> Gutachter erforderlich, strukturell bedingte Nachteile von kleineren und
> mittleren Unternehmen bei der Nutzung des Patentsystems weiter zu
> verringern. Hierzu m�ssten die Kosten f�r die Anmeldung und Durchsetzung
> von Patenten systematisch gesenkt werden. Hier k�nne an bestehende
> Ma�nahmen der Bundesregierung wie beispielsweise der KMU-Patentaktion des
> Bundesministeriums f�r Bildung und Forschung angekn�pft werden.
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> Das Bundesministerium f�r Wirtschaft und Technologie hatte den
> Forschungsauftrag Anfang dieses Jahres in Auftrag gegeben, um mikro- und
> makro�konomische Implikationen der aktuellen rechtlichen Regelungen bzw.
> m�glicher Ver�nderungen analysieren zu lassen. Eine geplante Streichung des
> Patentierungsverbots f�r Computerprogramme in Artikel 52 Europ�isches
> Patent�bereinkommen (EP�) war von der EP�-Revisionskonferenz
> im November 2000 mit Blick auf das von der EU-Kommission angek�ndigte
> Richtlinienvorhaben zur Harmonisierung der Patentierbarkeit von
> computer-bezogenen Erfindungen in der Europ�ischen Union zun�chst
> ausgesetzt worden. Die Kommission will den Richtlinienvorschlag dem
> Vernehmen nach noch vor Ende dieses Jahres vorlegen; die n�chste
> EP�-Revisionskonferenz
> wird im Juni 2002 stattfinden.
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> Sie finden die Studie auf unserer Homepage unter:
> http://www.bmwi.de/Homepage/Politikfelder/Technologiepolitik/Rahmenbedin
> gungen/Innovationsfreundlicher%20Rahmen.jsp
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