http://www.heise.de/newsticker/data/fr-22.11.01-001/
Provider sperrt nun doch
Nicht recht entscheiden kann sich der D�sseldorfer Provider [36]ISIS,
ob er nun der Aufforderung der D�sseldorfer Bezirksregierung an die
Zugangsanbieter des Bundeslandes folgen soll oder nicht, US-Webseiten
mit rechtswidrigen Inhalten zu sperren. Der D�sseldorfer
Regierungspr�sident J�rgen B�ssow, der zugleich oberster Medienw�chter
des Landes ist, hatte unter anderem mit Bu�geld gedroht.
Am Montag hatte der Provider im vorauseilenden Gehorsam schon einmal
"testweise" Anfragen vier URLs an ein Meldeformular f�r illegale
Websites bei der D�sseldorfer Bezirksregierung umgeleitet.
Gleichzeitig sagte ein Angestellter von ISIS, diese "DNS-L�sung" sei
"eigentlich schwachsinnig" und treffe h�chstens "Fritzchen Doof"
([37]Netzsperre f�r Fritzchen Doof). Heute hatte der Provider die
Umleitung erst einmal wieder zur�ckgenommen. Die Begr�ndung: die
Aktion sei die eigenm�chtige Initiative eines Technikers gewesen, aber
entspreche nicht der Politik der Firma ([38]Netzsperre wieder
aufgehoben.
Lange hat jetzt offenbar diese Haltung nicht angehalten.
Regierungspr�sident B�ssow warf dem Provider vor, mit der Aufhebung
der Zensur, rechtsextremes Gedankengut zu f�rdern. Der Gesch�ftsf�hrer
Horst Sch�fers ordnete nach dem erneuten Vorsto� B�ssows also die
Sperre wieder an. "Wir Telekommunikationsunternehmen k�nnen in so
einer Situation machen, was wir wollen," klagt der Manager. "Wir sind
immer die Dummen." Sperre man, werde Zensur gerufen. "Tun wir nichts,
f�rdern wir angeblich den Rechtsradikalismus." Jetzt d�rfte also
vorerst wieder einmal Zensur gerufen werden. (Stefan Krempl)
-- Thomas Roessler http://log.does-not-exist.org/
