> Buchhinweis: > > Titel: Polymere und Patente > Autor: Martin, Heinz > Karl Ziegler, das Team, 1953-1998 ... > a) Das Patent hat genug Geld eingebracht, um das Institut, > an dem das Patent entwickelt wurde, ueber Jahrzehnte zu finanzieren. > > b) Das wird als Argument genommen, dass Patente gut sind.
Es besagt nur, dass Patente manchmal Geld bringen und F&E finanzieren. Es besagt nichts darueber, wie viel F&E ohne Patente zustande kaeme. Leider ist im Patentbereich das Niveau der ordnungspolitischen Argumentation (wie auch in anderen Bereichen) nicht sehr hoch. Was einem selbst gefaellt, dient fast automatisch auch dem Gemeinwohl.
Wobei man der Vollst�ndigkeit halber hinzuf�gen sollte, da� in diesem konkreten Falle die Korrelation "selbst gefallen"<->"Gemeinwohl" durchaus gegeben ist. Bei dem besagten Patent handelt es sich um die Ziegler/Natta-Polymerisationskatalysatoren, welche heutzutage die Grundlage eines Gro�teils der technisch angewandten Polymerisationen darstellen, was unter anderem Polyethylen (PE), Polypropylen (PP), Polybuten und Polyisopren -- und somit sch�tzungsweise 60 bis 70 Gew.-% aller Kunststoffe dieser Welt -- trifft. Und wie bereits erw�hnt hat das Ganze auch dazu gef�hrt, da� das MPI Kohleforschung in M�hlheim/Ruhr lange Jahre ganz gut gelebt hat.
Deutlich spannender ist in diesem Zusammenhang jedoch die Tatsache, was genau patentiert wurde. IIRC wurde ein generelles Patent auf Verfahren erteilt, in welchen als Katalysator eine Kombination aus (vereinfacht)
- einer Verbindung eines Metalls der Hauptgruppe I bis IV, sowie
- einer Metallverbindung der IV. bis VIII. Nebengruppe
eingesetzt wird. Die mehr oder weniger einzige m�gliche Steigerungsstufe im Sinne der Allgemeing�ltigkeit w�re somit ein Patent auf ein Verfahren unter Verwendung irgendeines Elements des Periodensystems.
steffen
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Dipl.-Chem. Steffen Peter
Lehrstuhl f�r Chemische Verfahrenstechnik Tel.: 0921 / 55 - 7439
Universit�t Bayreuth Fax.: 0921 / 55 - 7435
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