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Bayerns Verfassungssch�tzer sollen mehr schn�ffeln d�rfen

Ein Gesetzesentwurf des Bayerischen Innenministeriums[1] will dem
Landesverfassungsschutz zus�tzliche Befugnisse verschaffen. Mit dem Papier,
das heise online vorliegt und am 24. September im Kabinett in M�nchen
behandelt wird, sollen die von Innenminister Otto Schily im vergangenen
Jahr durchgeboxten Ma�nahmenpakete[2] ins Bayerische
Verfassungsschutzgesetz und benachbarte �berpr�fungsgesetze eingearbeitet
werden.      

 Dadurch soll es Staatsch�tzern erm�glicht werden, im Rahmen der
Beobachtung "gewaltorientierter ausl�ndischer Extremisten" umfangreiche
Ausk�nfte bei Banken und Finanzgesellschaften,
Postdienstleistungsunternehmen, Luftfahrt-Konzernen und
Telekommunikationsanbietern einzuholen. Auch der Einsatz des IMSI-Catchers
zur Ermittlung der Ger�te- und Kartennummern von Handys wird gestattet.
Bayern will all diese Befugnisse nun in Eigenregie gleichzeitig auf die
Bek�mpfung "gewaltorientierter extremistischer Bestrebungen im Inland sowie
die Organisierte Kriminalit�t" ausdehnen.

Begr�ndet wird der Rundumschlag mit dem Argument, dass das Landesamt f�r
Verfassungsschutz die neuen Rechte brauche, "um einen m�glichst umfassenden
�berblick �ber Extremisten und Terroristen zu gewinnen und
Personenzusammenh�nge, Organisationsstrukturen und Finanzwege aufzuhellen."
Es sei nicht hinnehmbar, dass die vom Bund gew�hrten Befugnisse nicht auch
bei "gewaltgeneigten Bestrebungen" anwendbar sein d�rften, durch die die
"freiheitlich demokratische Grundordnung" des Bundes oder eines Landes
gef�hrdet seien. Die Bedrohungen durch die Organisierte Kriminalit�t seien
ferner mit denen des Terrorismus "in ihrer Bedeutung vergleichbar".

Die ausgeweitete Nutzung des IMSI-Catchers, die nach Angaben der
Netzbetreiber �u�erst riskant ist[3], erscheint dem bayerischen
Innenminister G�nther Beckstein[4] n�tig, da der Verfassungsschutz mit dem
"weitreichenden technischen Fortschritt auf dem Gebiet der
Telekommunikation" Schritt halten m�sse. Die nicht unerheblichen Kosten f�r
die Anschaffung eines solchen Lauschger�ts will der Minister, der f�r den
Falle eines Regierungswechsels bereits ein umfassendes "Sicherheitspaket 3"
geschn�rt hat, "zu gegebener Zeit aus dem Haushalt abdecken".

Datensch�tzer beklagen dagegen seit langem[5], dass schon die
urspr�nglichen Sicherheitsgesetze zu weit gingen und mit der Bek�mpfung des
Terrorismus nur wenig zu tun haben. Zum Jahrestag der Anschl�ge auf die USA
erkl�rte[6] der Vorsitzende der Deutschen Vereinigung f�r Datenschutz,
Thilo Weichert, dass der Grundrechtsschutz ohne Not immer weiter in Frage
gestellt werde -- ohne einen nachweisbaren Gewinn an zus�tzlicher
Sicherheit. (Stefan Krempl) / (anw[7]/c't)

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 http://www.heise.de/newsticker/data/anw-11.09.02-008/

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 [3] http://www.heise.de/newsticker/data/wst-28.12.01-002
 [4] http://www.bayern.landtag.de/scripts/Abgeo.exe?Bio&Art=0&ID=086
 [5] http://www.heise.de/tp/deutsch/inhalt/te/11035/1.html
 [6] http://www.heise.de/newsticker/data/ans-10.09.02-001
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