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Moratorium f�r Neuregelung der TK-�berwachung gefordert

   [10.02.2004 12:58]

   Die Bundesregierung und der Bundesrat handelten sich auf einer Anh�rung[1] zur
   Novellierung des Telekommunikationsgesetz (TKG)[2] lautstarke Kritik zu ihren
   �berwachungsanforderungen[3] ein. Daten- und Verbrauchersch�tzer sowie die geladenen
   Telekommunikationsfirmen protestierten geschlossen gegen die umfangreichen
   Schn�ffelbestimmungen, die bis zur Forderung der Bundesl�nder nach der 
sechsmonatigen
   Speicherung aller TK-Daten der Nutzer reichen[4].

   Derlei Ansinnen seien "nachdr�cklich abzulehnen", betonte Wolf Osthaus vom 
Branchenverband
   Bitkom[5]. Es handele sich um "datenschutzrechtlich h�chst bedenkliche" Ma�nahmen, 
deren
   Umsetzung "f�r die Unternehmen Mehrbelastungen in mehrstelliger Millionenh�he 
bedeuten
   w�rde". Mit einem solchen "Hemmschuh" werde die "ordnungspolitisch w�nschenswerte
   dynamische Weiterentwicklung der Telekommunikationsdienstleistungen, der neuen 
Medien und
   des E-Commerce in Deutschland gef�hrdet", w�hrend der Nutzen f�r die �ffentliche
   Sicherheit kaum messbar sei.

   Konkrete Zahlen legte die Deutsche Telekom[6] f�r ihre T�chter vor: "Allein eine
   Vorratsdatenspeicherung von sechs Monaten w�rde bei der T-Com und der T-Mobile
   Investitionen in H�he von 180 Millionen Euro sowie j�hrliche Mehrkosten von 
weiteren etwa
   40 Millionen Euro verursachen", hei�t es in einer Stellungnahme des Konzern. Diese
   Kostenbelastung sei "nicht hinnehmbar", zumal der Regierungsentwurf f�r das TKG eine
   Finanzierungs�bernahme durch den Staat bisher nicht vorsehe. Die hohen Summen 
m�ssten
   daher "letztlich auf den Endverbraucher abgew�lzt werden".

   Kaum ein gutes Haar am Themenkomplex Datenschutz und �ffentliche Sicherheit im TKG 
lie�
   ferner Alexander Dix, Landesdatenschutzbeauftragter[7] in Brandenburg. Seine Kritik
   richtete sich haupts�chlich gegen die Ausweitung der Speicherung der TK-Daten, die
   geplante Identifikationspflicht beim Erwerb von Prepaid-Handys sowie dem von der
   Bundesregierung geforderten leichteren Zugriff von Sicherheitsbeh�rden auf 
Passw�rter,
   PINs oder vergleichbare Zugangsberechtigungen. Gerade die Begehrlichkeiten der 
L�nder
   versch�ben das Grundrecht auf freie und unbeobachtete Kommunikation allein zu 
Gunsten der
   Belange der Strafverfolger und Geheimdienste.

   Einen Schritt weiter geht Spiros Simitis, Professor an der Forschungsstelle f�r
   Datenschutz[8] an der Johann Wolfgang Goethe-Universit�t in Frankfurt in einer
   schriftlichen Stellungnahme. Seiner Meinung nach m�ssen die Sicherheitsabschnitte 
im TKG
   "gr�ndlich �berarbeitet werden", falls sich der Gesetzgeber nicht dem Vorwurf 
aussetzen
   wolle, "verfassungswidrige Vorschriften" hingenommen zu haben.

   Simitis, Dix sowie der Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar[9] und mehrere
   Branchenverb�nde dringen nun darauf, die datenschutzrelevanten Teile aus dem 
TKG-Entwurf
   auszuklammern und im Rahmen der von Rot-Gr�n auf die lange Bank geschobenen
   grunds�tzlichen Modernisierung des Datenschutzrechts[10] oder des 
Mediendatenschutzes zu
   behandeln. Einen entsprechenden Vorschlag hat der medienpolitische Sprecher der
   SPD-Fraktion, J�rg Tauss[11], bereits in die TKG-Debatte eingebracht. "Wir sind f�r 
ein
   Moratorium", erkl�rte auch Salomon Gr�nberg von der Initiative Europ�ische 
Netzbetreiber.
   F�r die Sicherheitsauflagen m�sse man sich "Ruhe und Zeit nehmen". Eile gebieten die
   europ�ischen Rahmenrichtlinien, die der deutsche Gesetzgeber mit dem TKG umzusetzen
   gedenkt, in diesem Punkt nicht: Darin geht es allein um die Marktregulierung, nicht 
um
   �berwachungsfragen. (Stefan Krempl) /
   (jk[12]/c't)

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     [6] http://www.telekom.de/
     [7] http://www.lda.brandenburg.de/
     [8] http://www.uni-frankfurt.de/fradata/
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Tschuess, Tim.

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Simulations are like miniskirts,
they show a lot and hide the essentials.
-> Hubert Kirrman


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