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05.02.2005 16:10

Europarat bereitet Erkl�rung zu Menschenrechten im Cyberspace vor

Die Erosion der Privatheit und Tendenzen zur Zensur im Internet geh�ren
zu den gr��ten Bedrohungen der Menschenrechte im Cyberspace. So
zumindest sehen es Experten einer Arbeitsgruppe des Europarats mit dem
l�nglichen Titel "Multidisciplinary Ad-Hoc Committee of Experts on the
Information Society" CAHSI[1]). Die CAHSI-Gruppe bereitet eine
"Politische Erkl�rung �ber die Einhaltung der Menschenrechte in der
Informationsgesellschaft" vor, die im Mai vom Ministerrat verabschiedet
werden soll. Einen ersten Entwurf[2] dazu diskutierten die Experten am
Donnerstag und Freitag in Stra�burg.

Laut CAHSI-Projektleiter Michael Rennert werden in der geplanten
Erkl�rung die in der Europ�ischen Menschenrechtskonvention verankerten
Rechte auf die negativen und positiven Einfl�sse abgeklopft, die sie in
einer durch die Informationstechnologie ver�nderten Welt erfahren.
Positive Effekte stellen die vom Europarat zusammenggerufenen Experten
etwa dort fest, wo das Netz neue Mitbestimmungsm�glichkeiten er�ffnet.

An erster Stelle unter den negativen Auswirkungen sind erwartungsgem��
Dinge wie die leichtere Verbreitung von Kinderpornographie aufgelistet.
Es gehe, erl�uterte Rennert, allerdings auch darum, darauf zu achten,
dass Gesetze in der Online-Welt nicht restriktiver ausgelegt werden als
in der Offline-Welt. Der leichtere Zugriff d�rfe nicht gegen die
Netzwelt verwandt werden. "Da liegt eine Versuchung," sagte Rennert.

Die belgische Rechtswissenschaftlerin Isabelle Rorive fordert zur
Sicherung der Informationsfreiheit, private Zensur durch Klarstellungen
der abgestuften Verantwortlichkeit von Providern zu bek�mpfen:
"Zugangs- und Hosting-Anbieter d�rfen nicht �ber Inhalte richten." 
Wenn Unternehmen wie Yahoo oder Google Dinge im vorauseilenden Gehorsam
ausfilterten, werde die Informationsfreiheit deutlich eingeschr�nkt.
Eine andere Gefahr f�r die Meinungsfreiheit, der es zu begegnen gelte,
sieht Rovire im zunehmenden Versuch von Mitgliedsstaaten, das "Internet
zu renationalisieren, also nationale Grenzen im Cyberspace
einzuziehen."

Die geplante Erkl�rung d�rfte dennoch da an Grenzen sto�en, wo der
Europarat doch wieder die Staatsr�son in den Vordergrund stellt. Bisher
zumindest verweisen die CAHSI-Experten klar auf die Einschr�nkung der
Privatsph�re durch "den Einsatz von zunehmend invasiven �berwachungs-
und Abh�rtechniken und von Technologie zur Erstellung von Profilen und
zur biometrischen Identifizierung". Gefahr drohe "durch die Entwicklung
von Kommunikationstechnologien mit integrierten Abh�rm�glichkeiten,
durch die Sammlung und den Missbrauch genetischer Daten, durch
wachsende Verletzung der Privatheit am Arbeitsplatz und die
Abschw�chung von Datenschutzgesetzen".

An diesen Gefahren habe der auf Terroristenjagd ausgerichtete Staat
klar seinen Anteil, wie niederl�ndische Dozentin f�r
Informationstechnologien Marga Groothuis in ihrem
CAHSI-Hintergrundpapier unter dem Verweis auf das Sammeln von
Internet-Verkehrsdaten und Video�berwachung betont. "Widerspr�che zu
anderen Erkl�rungen des Europarates wird es aber sicher nicht geben",
versicherte Rennert. Damit d�rfte er insbesondere auf m�gliche
inhaltliche Konflikte mit der Cybercrime-Konvention[3] anspielen.
(Monika Ermert)
 (hob[4]/c't)

URL dieses Artikels:
  http://www.heise.de/newsticker/meldung/56083

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  [1] 
http://www.coe.int/t/e/integrated_projects/democracy/02_Activities/00_CAHSI/default.asp#TopOfPage
  [2] http://www.coe 
.int/t/e/integrated_projects/democracy/02_Activities/00_CAHSI/ 
CAHSI(2005)2Erev_25jan05.asp#TopOfPage
  [3] http://www.heise.de/newsticker/meldung/51180
  [4] mailto:[EMAIL PROTECTED]

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