http://www.nosoftwarepatents.com/phpBB2/viewtopic.php?t=364

SOFTWAREPATENT-RICHTLINIE DER EU:
F�HRENDE D�NISCHE ZEITUNG B�RSEN BERICHTET �BER ANSCHULDIGUNG EINES
POLITISCHEN ERPRESSUNGSVERSUCHES DURCH BILL GATES GEGEN D�NEMARKS
REGIERUNGSCHEF RASMUSSEN

Laut heutiger Ausgabe der f�hrenden D�nischen Zeitung B�rsen hat Bill Gates
damit gedroht, 800 d�nische Arbeitspl�tze zu vernichten, falls D�nemark sich
gegen Softwarepatente stellt -- Ger�chte �ber �hnliche Drohungen von Philips
und anderen

Br�ssel (15. Februar 2005).  In ihrer heutigen Ausgabe berichtet die
d�nische Wirtschaftszeitung B�rsen, dass Microsoft-Gr�nder Bill Gates
angeblich versucht habe, D�nemarks Ministerpr�sidenten Anders Fogh Rasmussen
politisch zu n�tigen.  Dem Zeitungsbericht zufolge sagte Gates in einem
Gespr�ch mit Rasmussen und zwei d�nischen Ministerin im November, dass er
alle 800 Arbeitspl�tze bei Navision abbauen w�rde.  Navision ist ein
d�nisches Unternehmen, das im Jahr 2002 von Microsoft �bernommen wurde.
Damit drohte er f�r den Fall, dass die EU nicht kurzfristig zur Entscheidung
k�me, Softwarepatente mittels einer Richtlinie zu legalisieren.  D�nemark
ist ein Land mit nur 5 Millionen Einwohnern und einem vergleichsweise
kleinen High-Tech-Sektor, f�r den der Verlust von 800 Arbeitspl�tzen ein
schwerer Schlag w�re.

Es w�re nicht die erste Drohung dieser Art.  Eine Gruppe von
Gro�unternehmen, darunter Philips, soll zuvor bereits europ�ischen
Regierungen damit gedroht haben, s�mtliche Softwareentwickler-Stellen aus
Europa in Niedriglohnl�nder auszulagern, wenn die EU nicht Patente auf
Software per Richtlinie zulassen sollte.  Hans Streng, der Leiter des
Unternehmensbereiches Software von Philips, wurde im Sommer in dieser Weise
von der niederl�ndischen Tageszeitung Algemeen Dagblad zitiert.

Im Januar berichtete die f�hrende polnische Tageszeitung Gazeta Wyborcza
�ber einen Brief, den die polnischen Niederlassungen von Siemens, Nokia,
Philips, Ericsson und Alcatel an den polnischen Ministerpr�sidenten Marek
Belka gerichtet hatten.  Der genaue Inhalt des Briefs wurde nicht
publiziert, aber er soll angedeutet haben, dass die betreffenden Unternehmen
sich ihre Investitionen in Polen nochmals �berlegen w�rden, sollte die
polnische Regierung ihren Widerstand gegen die Legalisierung von
Softwarepatenten in der EU aufrechterhalten.

"Es ist widerw�rtig, die Existenzgrundlage von Menschen als
Erpressungsmittel zu benutzen", sagte Florian M�ller, Leiter der
17-sprachigen Kampagne NoSoftwarePatents.com.  Nach eigenen Angaben war er
Ohrenzeuge einer solchen Drohung durch einen Philips-Manager in Br�ssel und
erfuhr aus politischen Quellen von �hnlichem Verhalten anderer Konzerne.
"Wo man eine Technologie entwickelt, hat �berhaupt nichts damit zu tun, wo
man daf�r Patente erhalten kann. Wenn man Arbeitspl�tze nach Asien
verlagert, kriegt man kein einziges Patent zus�tzlich, weder dort noch in
Europa.  Es ist akzeptabel, Politiker vor Konsequenzen zu warnen, die sich
aus einer Gesetzgebung zwingend ergeben.  Wenn man aber damit droht, Schaden
anzurichten, der dazu �berhaupt keinen faktischen Bezug hat, ist es
politische Erpressung der �belsten Sorte."

Er wies ferner darauf hin, dass die chinesische Zeitung China Business Daily
�ber eine hohe Zahl von Patentanmeldungen durch eine
Philips-Entwicklungsgesellschaft in Shanghai berichtete.  "Konzerne wie
Philips wollen die Softwarepatente nicht dazu, die Leistungen ihrer
europ�ischen Angestellten gegen asiatische Nachahmer zu sch�tzen.  Im
Gegenteil, sie wollen Patente auf ihre in Fernost entwickelte Software
erhalten und diese Patente dann den Europas Mittelstand einsetzen."

Nach Ansicht von M�ller zeigen diese Medienberichte �ber politische
Erpressung "die enorme Verzweiflung derer, die f�r so etwas Ungerechtes wie
Softwarepatente keine Argumente haben, da jede wirtschaftliche Logik gegen
sie spricht".  Der Kampagnenleiter rief Europas Politiker dazu auf, sich
nicht solchen Drohungen zu beugen:  "Die EU darf alles sein, aber niemals
erpressbar."

An diesem Donnerstag (17. Februar) wird die Konferenz der Pr�sidenten des
Europ�ischen Parlaments voraussichtlich den Wunsch des Rechtsausschusses
nach Neustart des Verfahrens zur Softwarepatent-Richtlinie billigen.  Das
Verlangen wird dann vom Pr�sidenten des EP an die Europ�ische Kommission
kommuniziert werden, die �ber das weitere Verfahren entscheidet.  Auch der
EU-Rat wollte urspr�nglich an dem Tag seinen "gemeinsamen Standpunkt"
offiziell beschlie�en, hat dies jedoch aufgrund des Widerstands einzelner
Regierungen und nationaler Parlamente erneut aufschieben m�ssen.  Diesen
Monat haben sich bereits drei Parlamente gegen den Vorschlag des
Ministerrats ausgesprochen, und ein viertes -- der Deutsche Bundestag --
wird sich am Donnerstag um etwa 21 Uhr anschlie�en.

Verweise auf relevante Materialien

D�nischer Zeitungsbericht �ber angebliche Drohungen von Microsoft's Bill
Gates gegen d�nische Regierung, bezieht sich auf Aussagen eines
Microsoft-Mitarbeiters:
http://www.borsen.dk/dagens-nyheder/?ids[]=70135

Niederl�ndischer Bericht �ber Drohungen von Philips-Manager Hans Streng:
http://www.webwereld.nl/nieuws/19599.phtml

Polnischer Zeitungsbericht �ber Brief von Siemens, Nokia, Philips, Ericsson
und Alcatel an polnischen Ministerpr�sidenten:
http://gospodarka.gazeta.pl/gospodarka/1,33181,2513286.html

Bericht des China Business Daily �ber Patentierungsaktivit�t von Philips in
Shanghai:
http://www.nosoftwarepatents.com/phpBB2/viewtopic.php?t=219

Pressekonferenz in Br�ssel am 17. Februar

NoSoftwarePatents.com wird in Zusammenarbeit mit dem FFII am Donnerstag, 17.
Februar 2005, von 13:30 Uhr bis 14:30 im Raum "Z�rich" des Marriott
Renaissance Hotel (Rue du Parnasse, in Steinwurfweite vom Place du
Luxembourg und Europ�ischen Parlament) abhalten.

�ber die Kampagne NoSoftwarePatents.com

Die Kampagne NoSoftwarePatents.com wurde am 20. Oktober gestartet und wird
von mehreren IT-Unternehmen (1&1, GMX, Schlund+Partner, Red Hat und MySQL
AB) unterst�tzt.  Die von der Kampagne ge�u�erten Ansichten sind die des
Kampagnenleiters und nicht zwangsl�ufig diejenigen der vorgenannten
Unternehmen.  

Durch Inhalte in derzeit 17 Sprachen wendet sich die Kampagne an ein
europaweites Publikum.   Weitere Informationen �ber die Kampagne sind auf
ihrer Website verf�gbar.

Kontaktdaten

F�r weitere Informationen zu dieser Ank�ndigung oder der Kampagne
NoSoftwarePatents.com wenden Sie sich bitte an:

Florian M�ller
Kampagnenleiter, NoSoftwarePatents.com
Tel. +49 (8151) 651850
[EMAIL PROTECTED]


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