http://www.nosoftwarepatents.com/phpBB2/viewtopic.php?t=421

SOFTWAREPATENTE:
HOCHRANGIGE EUROPAPARLAMENTARIERIN WIRFT EU-KOMMISSION "SCHULTERSCHLUSS MIT
MICROSOFT" VOR UND SIEHT N�CHSTE NIEDERLAGE VON KOMMISSIONSPR�SIDENT BARROSO
KOMMEN

"Un�berlegter Schulterschluss mit Microsoft, der die EU-Kommission noch
teuer zu stehen kommen k�nnte" -- "Bill Gates [...] schafft sich im Moment
immer mehr Gegner im EU-Parlament" -- Scharfe Kritik an der Kommission �bten
zuvor schon CDU/CSU und FDP

Br�ssel (03. M�rz 2005).  Von einem "un�berlegten Schulterschluss mit
Microsoft, der die EU-Kommission noch teuer zu stehen kommen k�nnte",
spricht Maria Berger, Delegationsleiterin der �sterreichischen
Sozialdemokraten im Europ�ischen Parlament und Koordinatorin der
zweitgr��ten Fraktion (PSE) im Rechtsausschuss, angesichts der j�ngsten
Entwicklungen in Sachen Softwarepatente. In der Auseinandersetzung um die
von Bill Gates gew�nschte Patentierungsm�glichkeit f�r Software habe sich
die EU-Kommission dazu hinrei�en lassen, un�berlegt die Position des
Microsoft-Gr�nders einzunehmen. 

Berger weiter: "Kommissionspr�sident Jos� Manuel Barroso hat in einem Brief
an EU-Parlamentspr�sident Josep Borrell einen Neustart des Verfahrens zur
Softwarepatent-Richtlinie abgelehnt. Genau dies hatte das EU-Parlament aber
mit gro�er Mehrheit gefordert." Deshalb, so Berger, auf deren Antrag im
Rechtsausschuss der Neustart-Prozess Anfang Februar in Gang gebracht wurde,
sei dieses Schreiben eine neuerliche Provokation der europ�ischen
Volksvertretung. Barroso liebe es offenbar, gegen�ber dem EU-Parlament hoch
zu pokern. Das habe ihm aber im letzten Jahr bei der Bestellung der
EU-Kommission bereits seine erste Niederlage beschert.

Berger abschlie�end: "So wie sich die Situation derzeit darstellt, k�nnte
Barroso nun noch einmal in die selbe Situation geraten. Und auch Bill Gates,
der unl�ngst sogar selbst in Europa unterwegs war, um Druck f�r eine
Richtlinie in seinem Sinn zu machen, schafft sich im Moment immer mehr
Gegner im EU-Parlament."

Die Original-Pressemitteilung befindet sich an folgender Adresse:
http://www.spe.at/berger/3/a.html#pm19

Florian M�ller, Leiter der 17-sprachigen Kampagne NoSoftwarePatents.com,
hatte zuvor schon seine Sorge ausgedr�ckt, dass EU-Kommissar Charlie
McCreevy "m�glicherweise mehr daran interessiert ist, was f�r Microsoft gut
ist, als was Europa im Ganzen n�tzt".  Seine Bedenken begr�ndet er damit,
dass Microsoft der gr��te Steuerzahler Irlands sei, da Microsoft aus dem
"Steuerparadies" in Dublin seine Kunden in der gesamten EU beliefere.
Ferner erl�uterte M�ller, dass "Irland mit seinem Steuersparprogramm f�r
europ�ische Niederlassungen von US-Softwarefirmen innerhalb von knapp zwei
Jahrzehnten den Sprung vom �rmsten zum reichsten Land Europas geschafft
hat".

Vor kurzem hat NoSoftwarePatents.com einen ausf�hrlichen Text
ver�ffentlicht, der die wirtschaftliche Abh�ngigkeit Irlands von Microsoft
und vergleichbaren US-Konzernen darlegt und Irlands Verhalten in scharfem
Ton anprangert:
http://www.nosoftwarepatents.com/phpBB2/viewtopic.php?t=390

Das Dr�ngen Microsofts auf die Legalisierung von Softwarepatenten in der EU
erregte vorletzte Woche gro�e Aufmerksamkeit, nachdem eine f�hrende d�nische
Wirtschaftszeitung �ber angebliche Drohungen von Bill Gates gegen die
d�nische Regierung mit dem Abbau von 800 Arbeitspl�tzen berichtet hatte.
Das Blatt zitierte die Cheflobbyistin von Microsoft in D�nemark.  Die
d�nischen Sozialdemokraten reagierten mit einer Pressemitteilung, dass
"Erpressung nicht die d�nische Politik diktieren" d�rfe.  Microsoft
dementierte im nachhinein, dass Gates die betreffende Aussage gemacht habe,
r�umt jedoch ein, dass der Zusammenhang von gewerblichen Schutzrechten mit
Standortentscheidungen diskutiert worden sei.

Kritik an der Kommission aus allen politischen Lagern

Die Fraktionsvorsitzenden des EP hatten einstimmig den Wunsch des
Rechtsausschusses (JURI) nach Neuaufrollen des Verfahrens zur umstrittenen
Softwarepatent-Richtlinie unterst�tzt.  Eine Woche sp�ter, am 24. Februar,
bekr�ftigte noch einmal das Plenum des EP einstimmig diese Aufforderung,
obwohl eine Plenarabstimmung formal nicht mehr erforderlich war.  Am 28.
Februar lehnte die Kommission diese Bitte ab, ohne einen Grund anzugeben.
Zumindest in der j�ngeren Vergangenheit soll kein solches Neustartverlangen
abgewiesen worden sein.  Entsprechend hagelt es Kritik von allen Seiten.

Laut inhaltlich zust�ndigem Berichterstatter der CDU/CSU-Bundestagsfraktion,
Dr. G�nter Krings MdB, "ignoriert" die EU-Kommission die "Interessen von
B�rgern und Mittelstand".  Zum "beispiellosen Affront" gegen�ber dem
Parlament meint er weiter: "Die Kommission muss sich nun fragen lassen, ob
sie durch solche Entscheidungen den B�rger nicht von Europa entfremdet. Die
arrogante Zur�ckweisung der Parlamentsbitte verdeutlicht das
Demoraktie-Defizit der EU wie in einem Brennglas."
Die vollst�ndige Pressemitteilung von Dr. Krings befindet sich an dieser
Adresse:
http://www.guenter-krings.de/presse/show.php?id=567

F�r den FDP-Europaparlamentarier Alexander Alvaro handelt es sich um eine
"Br�skierung" des Europ�ischen Parlaments.  Die Entscheidung der
EU-Kommission st��t laut der Internetseite der FDP bei den Br�sseler
Abgeordneten auf Unverst�ndnis und Ver�rgerung.  Die FDP-Erkl�rung steht an
folgender Adresse:
http://www.liberale.de/portal/index.phtml?page_id=8112&id=4157

Ing. Fritz Amann, der Bundesobmann des Ring Freiheitlicher
Wirtschaftstreibender und Klubobmann (Fraktionsvorsitzender) der FP� im
Vorarlberger Landtag, Ing. Fritz Amann, rief nun seinen Parteifreund und
�sterreichischen Infrastrukturminister Hubert Gorbach dazu auf, im EU-Rat
aktiv zu werden.  Die Regierungen der EU-Mitgliedsstaaten sollten "die
Notbremse ziehen und Barroso in seine Schranken weisen", nach dem die
Kommission "sich von den Spielregeln einer Demokratie verabschiedet" habe.

Am kommenden Montag (7. M�rz) tritt der EU-Wettbewerbsrat zusammen.
Nationale Parlamente in L�ndern wie D�nemark und den Niederlanden versuchen
noch in dieser Woche, ihre Regierungen dazu zu verpflichten, eine
Neuverhandlung der Ratsposition zu erwirken.  Nach dem ungew�hnlichen
Verhalten der Kommission k�nne im EU-Rat nun "alles passieren", wie
Beobachter meinen.

�ber die Kampagne NoSoftwarePatents.com

Die Kampagne NoSoftwarePatents.com wurde am 20. Oktober gestartet und wird
von mehreren IT-Unternehmen (1&1, GMX, Schlund+Partner, Red Hat und MySQL
AB) unterst�tzt.  Die von der Kampagne ge�u�erten Ansichten sind die des
Kampagnenleiters und nicht zwangsl�ufig diejenigen der vorgenannten
Unternehmen.  

Durch Inhalte in derzeit 17 Sprachen wendet sich die Kampagne an ein
europaweites Publikum.   Weitere Informationen �ber die Kampagne sind auf
ihrer Website verf�gbar.

Kontaktdaten

F�r weitere Informationen zu dieser Ank�ndigung oder der Kampagne
NoSoftwarePatents.com wenden Sie sich bitte an:

Florian M�ller
Kampagnenleiter, NoSoftwarePatents.com
Tel. +49 (8151) 651850
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