[Interessant wird es, wenn man das von Herrn Lemke skizzierte Szenario ins Gegegenteil umkehrt - das ist ja denn wohl das, was er bevorzugen wuerde - "Wer den globalen Cyberspace 2010 nur unter den Blickwinkel Privacy betrachtet, verabschiedet sich von jeder ernsthaften Debatte". Na denn. Ist das hier nun die offizielle Verkuendung des "Glaesernen Buergers" als handlungsleitendes Politikparadigma? --AHH]
<http://www.heise.de/newsticker/meldung/58311> Polizei f�rchtet Anonymit�t und Kryptographie im Netz Als gro�e "Grauzone der digitalen Welt" bezeichnet Harald Lemke, Staatssekret�r im hessischen Innenministerium, die M�glichkeit zur Anonymisierung von Kommunikationsspuren im Cyberspace. "Das Internet 2010 ist anonym, alles ist verschl�sselt", warnte der Politiker am heutigen Mittwoch die rund 1000 Teilnehmer des 8. Europ�ischen Polizeikongresses in Berlin. Er warf die Frage auf, wie da die "�ffentliche Sicherheit und Ordnung in dieser Nebenwelt sicher zu stellen sind" und sprach von einer enormen "strategische Herausforderung". Ein gro�er Dorn im Auge ist Lemke daher insbesondere, dass vom Bundeswirtschaftsministerium finanzierte Forschungsprojekte wie AN.ON nur "das einzige Ziel haben, anonymes Surfen zu erlauben". "Gl�cksspiel und virtueller Sex wird von einer global agierenden Industrie angeboten, die von st�ndig wechselten Lokationen aus agiert", malte Lemke sein Szenario aus. Dabei unternahm er auch einen "Abstecher in widerw�rtigste Form der Internet-Kriminalit�t: die Kinderpornographie". Heute w�rde man in diesem Feld die T�ter zwar "alle kriegen", wie der Spiegel j�ngst titelte. Aber nur, schr�nkte Lemke ein, "solange sie dumm und bequem sind". M�ssten sie doch nur zum Datenschutzzentrum in Schleswig-Holstein gehen, emp�rte sich der Staatssekret�r �ber den AN.ON-Projektpartner, um dort "praktische Hilfestellungen" zum Kaschieren ihrer Kommunikation zu bekommen. Dass man bei den Datensch�tzern sogar "gerichtliche Erfolge gegen das BKA feiert", k�nne selbst ihn als Norddeutschen "emotional machen". Denn was k�nne man der Bev�lkerung noch bei einem Terroranschlag sagen oder einem Kleinkind, "das missbraucht wird", wenn die Taten �ber "steuerlich gef�rderte Internet-Kaskaden verschleiert werden"? Aber auch ohne Mittel vom Staat werde die Telekommunikationswelt auf Voice- over-IP (VoIP) umgestellt, wo sich jegliche Unterhaltung "mit einfachsten Mitteln" verschl�sseln lasse. Mehr als um Kindersch�nder sorgt sich Lemke angesichts dieses sich abzeichnenden abgeschirmten Netzes um die effektive Bek�mpfung von Organisierter Kriminalit�t und Terrorismus. "Hier k�nnen wir uns nicht mehr auf die Dummheit und Bequemlichkeit der T�ter verlassen", erkl�rte der Staatssekret�r. Diese w�rden vielmehr die technischen M�glichkeiten sehr schnell adaptieren. "Terroristische Strukturen werden an den Kommunikationsstrukturen ansetzen", ist sich Lemke sicher. Weitere Einschnitte in die B�rgerrechte scheinen ihm daher unerl�sslich: "Wer den globalen Cyberspace 2010 nur unter den Blickwinkel Privacy betrachtet, verabschiedet sich von jeder ernsthaften Debatte", sagte der E-Government-Beauftragte Hessens. Eine verantwortungsvolle Sicherheitspolitik m�sse den Schutz der Privatsph�re gegen Risiken unkontrollierbarer Infrastruktur abw�gen. [...] -- To unsubscribe, e-mail: [EMAIL PROTECTED] For additional commands, e-mail: [EMAIL PROTECTED]
