Ich m�chte Euch auf folgende, bislang wenig beachtete Mitteilung des
BSI hinweisen:

| Das Computer-Notfallteam des Bundes (CERT-Bund) informiert und warnt
| bei akuten Gef�hrdungen der IT-Sicherheit die Institutionen des
| �ffentlichen Dienstes. In den vergangenen Wochen erreichte uns auch
| verst�rkt der Wunsch unserer Leser nach zeitnahen Informationen zu
| sicherheitskritischen Vorf�llen im Netz. Diese Anregung greifen wir
| gern auf. Die erste Sonderausgabe unseres Newsletters "SICHER �
| INFORMIERT" thematisiert das Sicherheitsrisiko durch "Surf-Turbos".
| 
| Sicherheitsrisiko "Surf-Turbos"
| 
| In den letzten Monaten mehren sich die Angebote verschiedener
| Anbieter, die durch die Installation einer speziellen Zusatzsoftware
| auf dem PC des Kunden ein schnelleres Surfen im Internet
| versprechen. In der Regel handelt es sich dabei um unseri�se
| Marktforschungsunternehmen, die diese Software nach einer
| Registrierung kostenlos zum Download zur Verf�gung stellen. Durch
| die Installation der Software wird der Datenverkehr beim Surfen im
| Internet �ber Proxy-Server des Anbieters geleitet - die
| Geschwindigkeitssteigerung soll dabei durch Komprimierung der Daten
| bei der �bertragung zwischen Anbieter und Kunde erzielt werden.
| 
| Die meisten Anwender sind sich bei der Nutzung eines solchen
| Angebots nicht bewusst, dass der Anbieter den gesamten Datenverkehr
| mitlesen, analysieren und mit den vom Anwender bei der Registrierung
| angegebenen pers�nlichen Daten verkn�pfen kann. Eine besondere
| Bedrohung besteht darin, dass auch sensible Informationen -
| z. B. beim Internet-Banking �bermittelte Daten wie Kontostand oder
| PINs und TANs - mitgelesen werden k�nnen. Auch vermeintlich durch
| eine SSL-Verbindung gesch�tzte Daten sind bei der Nutzung von
| "Surf-Turbos" einiger Anbieter nicht vor unbefugtem Mitlesen sicher,
| da die verschl�sselte Verbindung auf dem Proxy-Server des Anbieters
| aufgebrochen wird. Es besteht dann keine direkte verschl�sselte
| Verbindung zwischen dem Browser des Anwenders und dem Server der
| besuchten Webseite, sondern der Datenstrom wird auf dem Proxy-Server
| entschl�sselt und anschlie�end erneut verschl�sselt. Dies geschieht
| f�r den Anwender unbemerkt, da bei der Installation der Software ein
| zus�tzliches Zertifikat des Anbieters installiert und automatisch in
| die Liste der vertrauensw�rdigen Zertifikate aufgenommen wird. Der
| Internet-Browser zeigt dadurch keine Warnmeldung, dass die
| verschl�sselte Verbindung nicht zwischen dem PC des Anwenders und
| dem Server der besuchten Webseite (zum Beispiel einer Online-Bank),
| sondern lediglich bis zum Proxy-Server des Anbieters besteht.
| 
| Das BSI r�t von der Nutzung von "Surf-Turbos" ab, wenn beim Surfen
| sensible Informationen wie Passw�rter, PINs, TANs, vertrauliche oder
| personenbezogene Daten �bermittelt werden. [...]

<http://www.bsi-fuer-buerger.de/newsletter/newsletter05/newsletter230305.htm>

Nach dem, was man so h�rt, war der Anla� f�r diese
Nicht-ganz-Pressemitteilung (gut versteckt ist sie, und der durchaus
reale Hintergrund ist nicht ganz offensichtlich, um es mal vorsichtig
auszudr�cken) das Gesch�ftsgebahren der Firma MarketScore:

  <http://www.marketscore.com/>

(Andere Namen sind wohl NetSetter und OpinionSquare.)

Es gelang diesem Unternehmen immerhin, f�r ihre Datenschutzprozesse
ein WebTrust-Siegel zu erhalten, was wiederum ziemlich viel �ber das
Siegel aussagt.

Inzwischen sollte das Verfahren von MarketScore dahingehend
umgestaltet worden sein, da� keine Proxies mehr zum Einsatz kommen
(die Daten werden direkt auf dem Rechner des Endnutzers ausgeleitet).
Dies macht die Detektion f�r Anbieter von Webseiten nat�rlich
bedeutend komplizierter, wenn nicht gar unm�glich. Und dank
fehlgeleiteter Datenschutzbestrebungen seitens der Access-Provider
kann man betroffene Internetnutzer in vielen F�llen gar nicht auf ihr
Problem hinweisen.

Wenn jemand in seine Logs schauen will: Die Proxies haben offenbar
Namen der Form proxyhttp*.*.netsetter.com und
proxy*.*.marketscore.com. Die IP-Adressen sind �ber einige
Housings/ISPs verstreut (u.a. 66.119.33.128/25, 66.119.34.0/25,
170.224.224.0/24, 216.148.244.0/24, aber das ist d�nn besetzt,
d.h. dort liegt ggf. auch harmlose Angebote dazwischen).

Diese Angelegenheit best�tigt mal wieder die Faustregel: Mit fast
allem, was im Untergrund gehandelt wird, werden auch legale Gesch�fte
gemacht, nur unter anderen Schlagworten und manchmal mit einer
zeitlichen Verz�gerung (siehe Botnets und Grid Computing).

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