Peter Ross schrieb:

>>> ein einzelner selbst noch so
>>> unqualifizierter Mensch durch seine Arbeitskraft ein Vielfaches
>>> an Wert schoepfen koennte als er selbst zum Leben braucht.
>> Warum tut er das dann nicht?
>
> Er tut es, huetet Kinder, betreibt gemeinnuetzige Vereine, macht Kunst, 
> bildet sich weiter etc.

Ob das "Wertsch�pfung" ist, ist wohl eine Frage der Definition - wer
sich im Extremfall sein Leben lang weiterbildet, aber sonst nichts
tut, sch�pft f�r die Gemeinschaft keinen Wert.

> Arbeitslose tun eine ganze Menge fuer die Gesellschaft. Nur taucht der 
> Wert in keiner Statistik auf, da diese keinerlei Erfassungs- (und 
> Anerkennungs-) methoden fuer Wertschoepfungen hat, die sich nicht in 
> Geldwerten ausdruecken.

Wie gesagt, das ist eine Definitonsfrage - aber ich kann schon Deine
Pr�misse nicht nachvollziehen. Denn gerade auch gemeinn�tzige Vereine
[1] leiden unter ganz erheblichem Mitgliederschwund [2]; auch ein
�berschuss an Kindern (beim H�ten eigener) oder auch nur an
Interessenten f�r das H�ten fremder selbiger w�re mir nicht bekannt.

-thh

[1] Freiwillige Feuerwehren und Hilfsorganisationen haben ganz
erhebliche Probleme mit der Tagesalarmsicherheit, weil es ihnen zum
einen an Mitgliedern mangelt, zum anderen diese ihren Arbeitsplatz
faktisch nicht mehr so einfach/so oft verlassen k�nnen (rechtlich
schon, aber praktisch f�hrt das zu unangenehmen Konsequenzen). Man
sollte ja annehmen, da� sich dieses Problem angesichts der hohen Zahl
an Arbeitslosen so nicht stellen d�rfte, nachdem es sich dabei auch
nicht hochqualifizierte T�tigkeiten handelt, die universit�re
Ausbildungen erfordern. - Hausbesuchsdienste und Nachbarschaftshilfe
sind ebenfalls alles andere als florierend; auch da sollte man denken,
da� es keiner langwierigen Ausbildung bed�rfte und da� bei der hohen
Arbeitslosenzahl hinreichend Interessenten vorhanden sein m��ten,
denen an sinnvoller, sinnstiftender T�tigkeit gelegen ist. - Auch im
Umweltschutzbereich kann man Ver�ffentlichungen nicht entnehmen, da�
den Organisationen Freiwillige f�r Werbeaktionen oder auch einfache
manuelle T�tigkeiten die Bude einrennen. �hnlich sieht es im
kirchlichen Bereich und der Jugendarbeit aus. - Von niederen
T�tigkeiten, die weder anspruchsvoll und interessant noch beliebt
sind, nichtsdestotrotz aber der Gemeinschaft n�tzlich w�ren (man denke
an den Bereich der Stra�enreinigung ...) will ich gar nicht reden;
klar, da� man das nicht gerne macht. (Aber ob's nicht trotzdem besser
w�re als den ganzen Tag nur herumsitzen zu k�nnen?) --- In all diesen
Bereichen gibt's im �brigen meist keinen relevanten bestehenden
Arbeitsmarkt, es besteht also keine Gefahr eines Ersatzes vorhandener
Arbeistpl�tze durch unbezahlte Freiwillige.

[2] Was hinsichtlich der oft geh�rten Behauptungen, ein wesentliches
Problem der Arbeitslosigkeit sei die fehlende M�glichkeit, etwas zu
leisten, mit Folgen f�r das Selbstwertgef�hl und das psychische
Wohlbefinden ("ich w�rde ja gerne arbeiten, aber man l��t mich
nicht!"), sehr nachdenklich macht. Es ist ja nicht so, da� es nicht
gen�gend - oft auch sinnvolle! - T�tigkeiten g�be; das Problem ist
eher, da� niemand deren Aus�bung bezahlen k�nnte. Menschliche Arbeit
ist - nicht zuletzt aufgrund des hohen hier �blichen Lebensstandards,
der auch bei Nichtarbeit auf vergleichsweise hohem Niveau
gew�hrleistet ist - sehr teuer und daher oft schlicht unbezahlbar.

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