Hi, vorweg: Die Diskussion über Installation und Einsteigerhilfen, die momentan in einem anderen Thread läuft, gefällt mir gut, es sind schon einige konstruktive und realisierbare Punkte angesprochen worden, die ich mit Sicherheit in nahere Zukunft bei den entsprechenden Maintainern anklingen lassen werde.
Aber eine Sache möchte ich anmerken. Immer wieder liest man "das müßte doch gar nicht so schwer sein". Das ist fast immer falsch. Fast alles in der Computerwelt ist sehr schwer. Wenn irgendetwas leicht erscheint, dann nur, weil jemand anders vorher eine ganze Menge Arbeit reingesteckt hat. Hier ein paar gute Beispiele für wirklich harte Nüsse: * Hardwareerkennung * zentrale Konfiguration aller Pakete * volle Internationalisierung aller Software (nicht wirklich schwer, aber sehr sehr aufwendig) Öfters wurde angesprochen, das Pakete sinnvoll vorkonfiguriert daherkommen sollen. Ich kann dazu nur sagen, daß dies das Grundprinzip von Debian ist. Leute, die sich über mangelnde Vorkonfiguration beschweren, vergessen fast immer, daß Debian für alle ist, und jede weitere Konfiguration in höchstem Maße von der konkreten Situation abhängt. Vielleicht erkennen diese Leute auch nicht, wieviel Vorkonfiguration tatsächlich schon geleistet wurde. Es ist sehr sehr leicht, Lücken in Debian auszumachen. Es ist schwerer, aber nicht allzu schwer, eine gut durchdachte Lösung zu implementieren (auch hier kann man viel falsch machen, aber gute Programmierer haben wir). Das Problem liegt daran, ein Konzept oder Design zu finden, welches allen Ansprüchen gerecht wird. Die Ansprüche sind hoch (ich sage nur Manoj und IanJ :) Bitte, wenn ihr allgemeine Kritik üben wollt, denkt erst mal ein paar Tage darüber nach, warum das nicht schon längst geschehen ist (wenn es doch so schwer gar nicht sein müßte). Einige Punkte, über die nachgedacht werden muß: Upgradefähigkeit, Netzwerkfähigkeit, Desktop vs Server Maschinen, Rechnerparks, und und und. Etwas anderes sind lokale, kleine Mängel, wie zum Beispiel in der Installationsroutine angemerkt wurde, daß man nach der Paketauswahl nicht mehr zurückkommt. Diese sind willkommen, und da ist die Abhilfe fast immer offensichtlich, und muß nur noch umgesetzt werden. Ihr könnt davon ausgehen, daß sich jeder der 400 Developer über die großen Lücken in Debian im klaren ist. An einigen Sachen wird gerade gearbeitet (Dokumentationssystem, Konfiguration der Pakete außerhalb der eigentlichen Installation etc). An anderen Dingen hat sich noch niemand herangetraut. Vielen Dank, Marcus -- `Rhubarb is no Egyptian god.' Debian http://www.debian.org finger brinkmd@ Marcus Brinkmann GNU http://www.gnu.org master.debian.org [EMAIL PROTECTED] for public PGP Key http://homepage.ruhr-uni-bochum.de/Marcus.Brinkmann/ PGP Key ID 36E7CD09 ------------------------------------------------ Um sich aus der Liste auszutragen schicken Sie bitte eine E-Mail an [EMAIL PROTECTED] die im Body "unsubscribe debian-user-de <deine emailadresse>" enthaelt. Bei Problemen bitte eine Mail an: [EMAIL PROTECTED] ------------------------------------------------ Anzahl der eingetragenen Mitglieder: 654

