Oliver Egginger schrieb:
> Einer dieser Treiber erm�glicht anscheinend Spionageattacken, welche
> hier kurz beschrieben werden:
> http://www.atstake.com/research/advisories/2003/a010603-1.txt

Das ist ein albernes und eher harmloses Problem und in den letzten 
Kernel-Source-Paketen von 2.4.19 und 2.4.20 gefixt. 

Wenn Du schon mit solcher Panikmache kommst und der Text von Dir als 
"kurz" eingestuft wird, dann lies es auch. Ich zitiere:

"It is important to note that the attacker must be on the
same ethernet network as the vulnerable machine to receive the
ethernet frames"

Das schr�nkt die denkbaren Szenarien schon deutlich ein. Dar�ber hinaus 
werden haupts�chlich Fragmente aus dem laufenden Netzverkehr 
eingeblendet. Finden die wichtigen Sachen per SSH/SSL statt, wird nicht 
viel zu holen sein. Es k�nnte h�chstens tonnenweise unwichtiger 
Datenm�ll gesammelt werden. Wie aus diesen Milliarden von Schnipseln, 
die vielleicht handvoll interessanter heraus gefiltert werden soll 
bleibt dabei v�llig offen.

So etwas mit "Attacke" zu benennen ist nur �berzogen, sondern 
schlichtweg falsch (�bersetzt). "Angreifer" und"Attacke" haben sich zu 
feststehenden Fachbegriffen entwickelt, die nicht immer w�rtlich zu 
nehmen sind. Man k�nnte es auch A-H�rnchen und B-Jodel nennen. 
Quantenphysiker denken auch nicht wirklich, dass Quarks besoffen sind.

Der "Angreifer" kann bei obiger "Attacke", selbst nur wenig unternehmen, 
sondern ist vorwiegend auf passives Lauschen angewiesen. Wenn er selbst 
aktiv w�rde, f�llt er nicht nur auf, sondern korrumpiert auch seine 
Chance, etwas wichtiges zu erlauschen.

Es scheint mir im letzten halben Jahr einen Trend zu geben, dass 
zunehmend unbedeutende Sicherheitsmeldungen in bester Troll-Manier 
v�llig sinnentstellt in eine inkompetente �ffentlichkeit gespielt 
werden, um dort Stimmung zu erzeugen. Bestes Beispiel die gestrige 
CUPS-Meldung auf dem Heise-Ticker. Werden Redakteure nach Zahl der 
Meldungen bezahlt? Was nehmen die f�r Tabletten?

Selbst der ptrace-Bug, mit seinem auch f�r Laien eindrucksvollen Expoit, 
wurde deutlich �berbewertet. Es gab nicht nur schon vor dem grossen 
�ffentlichen Tata einen Fix, sondern auch einen simplen Work-around. 
Die Zahl der Sicherheitsmeldungen hat sicherlich zugenommen. Aber 
ebenso sicher *nicht*, weil Software immer verwundbarer wird, sondern 
weil die Zahl der Sicherheitsinspektionen und Unternehmen, die sich 
damit besch�ftigt stark gestiegen ist. Sicherheitsl�cken werden heute 
vorwiegend nicht mehr von "b�sen Hackern", sondern von den "guten 
Sicherheitstestern" gefunden.

Der Z�nder f�r die Atombombe, ach was Wasserstoffbombe, des Internets 
heisst immer noch "bind". Hier einen Exploit a la SQL-Slammer und alle, 
die vom Netz abh�ngen, k�nnen l�nger in Urlaub...

> Wird der Kernel nicht ueber http://security.debian.org/ mit
> aktualisiert?

Du m�chtest, dass apt-get pl�tzlich einen Reboot ausl�st (oder wie 
aktivierst Du einen neuen Kernel)? Die meisten m�chten das nicht. Oder 
das apt-get nur ein neues Image einrichtet und dann beim n�chsten 
gewollten oder ungewollten Reboot kommt dann surprise, surprise ein 
neuer Kernel.

In der Regel ist es also sinnvoll, wenn der Admin das von Hand macht 
bzw. unter eigener Kontrolle. Ich gebe zu, f�r typische Desktop- und 
Privat-Benutzer ist das unbefriedigend. In Unstable gibt es daher eine 
neue M�glichkeit ein kernel-image-2.4 zu abonnieren und damit auch das 
Kernel-Update zu automatisieren. Mehr Infos dazu hier:

http://lists.debian.org/debian-security/2003/debian-security-200305/msg00288.html

> Warum ist der SSH-Dienst nicht aktualisiert worden, obwohl auch er
> bei Nessus Sichheitswarnungen verursacht?

Mir kommt so der leise Gedanke, dass der �berproportionale Anteil aus 
dem Giessener Raum stammendender Netzscans gar nicht auf SuperHacker 
(wer sonst scannt schon vom eigenen T-rottel-Anschluss?), sondern auf 
Sicherheits-Tools-Nicht-Versteher zur�ck gehen k�nnte... tum tee tum

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[EMAIL PROTECTED]



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Haeufig gestellte Fragen und Antworten (FAQ): 
http://www.de.debian.org/debian-user-german-FAQ/

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