Hallo,
Am 02.04.2006 18:44 schrieb Regina Henschel:
Andre Schnabel schrieb:
Wie gesagt .. ich sehe schon durchaus, dass
viele Andere Programme den Punkt
"Seiteneinstellungen" im Dateimenü haben. Aber
steckt etwas anderes dahinter (so wie eben an einem Birnbaum Birnen hängen).
Aus diesem Grunde halte ich einen Punkt
"Seiteneinstellungen" unter Menü "Datei" auch
für MSO-Umsteiger für kontraproduktiv. Es
verstellt ihnen das Verständnis dafür, dass es
in OOo keinen "Abschnittwechsel" gibt sondern
Seitenvorlagen. Wenn Umsteiger dies nicht
lernen, stolpern sie unweigerlich an vielen
anderen Stellen, wie z.B. "erste Seite anders",
"Seitennummerierung neu starten", "einzelne Seite im Querformat".
ein bisschen verspätet aber jetzt auch noch meine Meinung zum Thema.
1.
Das Argument mit den Usability-Tests haben wir schon öfters gelesen.
Für mich das Letzte (zeitlich und ...) war das Argument aus dem
Sun-Lager, ein Test hätte ergeben, dass die Benutzer ein Textdokument
immer am Anfang zu lesen beginnen wollten und Writer es deshalb nicht mehr
an der letzten Bearbeitungstelle öffnen (können) sollte.
Nur: Writer ist kein Textlese-Programm. (Gott sei
Dank haben wir jetzt wenigstens eine Option...)
Usability-Tests sind anscheinend _auch_ etwas für
Leute, die selbst nicht mit den Programmen
arbeiten und nicht weiter darüber nachdenken (müssen).
Geschenkt: Natürlich muss man die Benutzer fragen.
Nur: So zu tun (wie andere SW-Hersteller), als
müsse der Benutzer sich nicht mehr einarbeiten
und alles könne automatisch, etwa mit Assistenten
oder so wie "früher" oder so wie bei "anderen
Programmen" erledigt werden, ist mehr als
irreführend, es ist dumm. Wie Regina erwähnt hat,
was hilft "Datei, Seite einrichten", wenn man
dann "Abschnitte" sucht und Seitenvorlagen nicht
kennt. Vermutlich führt das zur direkten
Ablehnung von SO/OOo: "Scheißprogramm".
Zudem: Bei (fast) jedem Versionswechsel müssen
MSO-Benutzer mehr umlernen als beim Wechsel zu
OOo. Aber so etwas scheint halt "Gott gegeben"
und daher akzeptiert zu sein, wer auch immer dieser Gott sein mag.
Und, auch das wurde schon erwähnt: OOo kann immer
nur hinterher hecheln, der Igel ist schon lange
da... (Dagegen würde nur helfen, dass OOo seine eigenen Stärken forciert.)
2.
Meine Erfahrungen an der Uni Köln - ich halte u.a. Word- und SO/OOo-Kurse -
sind, dass kein "normaler" (hier) Word-Benutzer (allgemein: Office-Benutzer)
von MSO zu irgendeinem "obskuren" Office wechselt, weil die Einstellung
der Seitenränder im Datei-Menü vorgenommen werden
kann. Das spielt nicht die geringste Rolle.
Kein Neuling wählt OOo. Alleine schon deswegen
nicht, weil er von SO/OOo (außer in meinen
Kursen) garnichts (!) hört. "Natürlich" benutzt er Word (bzw. MSO).
Ein Umstieg wird erwogen, wenn sie/er erfährt,
dass OOo-Writer Fußnoten und Grafiken ordentlich
platziert und große Texte recht fehlerfrei verarbeitet.
Er verwirft als Word-Benutzer SO/OOo-Writer aber
ziemlich bald, wenn ihm nicht erläutert wird,
dass er seine Einleitung mit Nummerierung i, ii,
iii ... und den Haupttext mit 1 beginnend
arabisch nummeriert (statt mit Abschnitten) mit Seitenvorlagen hinbekommt.
Daran ändert absolut nichts, wenn er statt
Format, Seite... Datei, Seite... aufrufen kann.
Insofern ist die Hilfe (und ihre Fehlerfreiheit)
wesentlich entscheidender als die Unterbringung
der Seiteneinstellungen im Dateimenü.
3.
Meine Meinung ist, dass der Befehl wieder
"Format, Seite" lauten sollte und nicht ins Datei-Menü verschoben werden darf.
Es ist unlogisch und verärgert die "alten
Freunde", die viel für SO/OOo tun und mehr zur
Verbreitung beitragen als Usability-Freaks, die
Erbsen zählen und auf Benutzer hören, die nicht
bereit sind, "fremde" Programme zu erlernen und
sowieso nicht zu SO/OOo wechseln. (Nebenbei:
Adobe käme wohl nie auf die Idee, MSO nachzuäffen.)
Falls man den Befehl ins Datei-Menü verschiebt,
muss man auch so konsequent sein, das
Seitenvorlagenkonzept aufzugeben und das
(schlechtere) Abschnittskonzept einzuführen.
Sonst (wie gesagt) schafft man
Pseudo-Ähnlichkeit, die weder den alten Freunden
hilft noch MSO-Benutzern den Umstieg erleichtert.
Halbe Sachen sind die schlimm, schlimmer ist nur
noch, den eigenen Charakter aufzugeben. Und hier
scheint man auf dem Weg zu beidem zu sein.
--
MfG
Günter Marxen
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