Hallo Liste,

nun ist es also so weit. André hat seine Mail geschrieben und wir fangen wieder mit den grundsätzlichen Fragen an.
Die Sacharbeit scheint auch wieder zu laufen.


Ich meine, wir müssen vor dem nächsten Großereignis (CeBIT ?) das Verhältnis Verein <-> Community geklärt haben, sonst kochen die Emotionen wieder dann hoch, wenn dafür noch weniger Zeit ist als jetzt. Das Klima hier ist in den letzten Tagen wieder gemäßigter geworden - vielleicht lässt sich das ja auch bei diesem brisanten Thema durchhalten.

Da ich als Außenstehender nur auf die Listenbeiträge und die Homepage des Vereins zurückgreifen kann, sind meine Informationen sicherlich nicht vollständig, aber ich versuche, ein paar Thesen aufzustellen, die dann gerne (am besten einzeln) diskutiert werden können. Vielleicht kristallisieren sich dann die wichtigsten Ursachen für Missverständnisse und Kritik heraus.

1. Ich vermute, dass (fast?) alle derzeitigen Mitglied des Vereins auch Mitglieder der Community sind. Das bedeutet für mich, dass sich auch *jeder* für die Ziele der Community einsetzt. Gut, das ist eine Unterstellung, aber wer hier widersprechen möchte, der möge wirkliche Fakten nennen, die dann falls möglich widerlegt werden sollten. Der "Eindruck", jemand bereichere sich persönlich, sollte möglichst genau begründet werden, auch dann kann meist zwischen Missverständnis und Fehlverhalten differenziert werden.

2. Der Verein wurde meines Erachtens mit dem Ziel gegründet, die Organisation von öffentlichen Auftritten (Messestände, Community-Treffen etc.) auf rechtlich sicherere Füße zu stellen, um Einzelmitglieder nicht mit dem finanziellen Risiko einer misslungenen Veranstaltung zu belasten. Ein weiterer Punkt war das Einbringen von Spenden und Finanzmitteln zum Wohle der Gemeinschaft. (Es geht hier erstmal um die Intention - was daraus wurde, sollte später diskutiert werden).

3. Die Gemeinnützigkeit des Vereins ist ein zentraler Punkt, darin unterscheidet er sich von TeamOOo. Doch wie in einer der letzten Mails (ich finde sie leider gerade nicht) geschrieben wurde, kann der Vereinszweck eines gemeinnützigen Vereins nicht auf ein einzelnes Projekt beschränkt sein. Ich bin kein Jurist, kenne mich damit überhaupt nicht aus, aber das leuchtet mir ein: eine staatliche Förderungswürdigkeit muss auf einer breiten Grundlage stehen, die positive Auswirkungen auf die Gesamtgesellschaft hat.

4. Wegen der Gemeinnützigkeit ist die Satzung des Vereins breiter gefasst, als das, was im Vorwege auf den Listen bekannt wurde - und auch breiter als die Satzung von TeamOOo (http://www.nesshof.de/teamopenoffice/satzung.pdf). Deshalb ist jetzt nicht nur (aber "speziell") die Förderung von OOo, sondern auch allgemein die Unterstützung freier Software Vereinsziel.

5. So lange der Verein von Community-Mitgliedern dominiert wird, sehe ich persönlich kein Problem mit dem weiter gefassten Vereinsziel. Falls es irgendwann einmal eine "feindliche Übernahme" durch ein anderes OpenSource-Projekt geben sollte (beispielsweise durch den Eintritt von -zig neuen Vereinsmitgliedern und Abwahl des Vorstandes), könnte eventuell ein Problem entstehen, aber das ist - meines Erachtens - sehr an der Haaren herbeigezogen.

6. Möglicherweise hatte Thomas Keup das weiter gefasste Vereinsziel im Auge, als er Rolf um die Nutzung der OOo-Presseliste für asterisk.org bat. Hierzu sollten sich aber die beiden Beteiligten direkt äußern, bevor die unerfreulichen Megathreads zum Thema Pressearbeit wieder eröffnet werden. Ich weiß auch nicht, ob hier noch weiterer Diskussionsbedarf besteht - persönliche Anfeindungen hatten wir auf jeden Fall schon zur Genüge.

7. Es gibt Vermutungen, der Verein arbeite nicht für die Gemeinschaft, sondern für eigene Zwecke. Woraus diese Zwecke bestehen sollen, ist mir noch nicht ganz klar. Kommerzieller Profit des Vereins widerspricht der Satzung, kommerzielle Interessen einzelner Vereinsmitglieder könnten möglich sein (aus meiner Sicht aber nicht wahrscheinlich - alle, von denen ich weiß, stehen voll und ganz hinter der Community), sollten aber innerhalb des Vereins überwacht und weitestmöglich ausgeschlossen werden. Ich glaube, dass auch der Verein selbst auf entsprechende Anfragen gerne antwortet.

8. Auf der Suche nach Hinweisen für diese Vermutungen bin ich auf zwei Punkte gestoßen, die möglicherweise für Einige als Beleg der "eigenen Ziele" gelten:
Der Verein "wirbt" auf seiner Literatur-Seite ausschließlich für Bücher von Vereinsmitgliedern. Dies halte ich den "in Aufbau befindlichen" Seiten zugute. Falls jemand vergeblich versucht hat, als Nicht-Vereinsmitglied sein Buch auf dieser Seite mit anzubieten, möge er sich bitte melden. Ich könnte mir gut vorstellen, dass es den Vereinszielen nicht entgegen spräche, zumindest auf weitere Angebote zu verlinken.
Ein zweiter Punkt ist die Reihenfolge auf der "Zuwendungsseite" (http://de.openoffice.org/about_unterstuetzung.html), obwohl die Überarbeitung dieser Seite auch hier auf der Liste vorgestellt und abgesegnet wurde. Meiner Meinung nach steht TeamOOo mit seinen Satzungszielen der Community näher und sollte auch an erster Stelle genannt werden. OOodev hat den Vorteil der Gemeinnützigkeit, hat aber (laut Satzungszielen) ein breiteres Förderungsziel (das übrigens in der Info zum Verein nicht auftaucht). Falls sich jemand hieran stört, könnte die Community Abhilfe schaffen.
Ich habe akribisch nach Indizien für eine Abwendung des Vereins von der Community gesucht - deshalb diese beiden (in meinen Augen marginalen) Punkte.


So, mehr muss ich im Moment nicht sagen - dass der eine oder die andere von einzelnen Vereinsmitgliedern eigenmächtiges oder profitorientiertes Verhalten vermuten, hat sich in der letzten Woche hier auf der Liste gezeigt. Falls es möglich ist, sollte jeder, der sich hierzu äußern möchte, dies in einem ruhigen Ton tun, aber bitte nicht nur mit Vorwürfen, sondern mit Hinweis auf den Grund dieser Vermutungen.

Leider fühlt sich immer wieder jemand persönlich angegriffen, auch wenn es nicht so gemeint war. Das kann an einer schon gereizten Stimmung liegen oder ein (zugegebenermaßen ungünstiges) Persönlichkeitsmerkmal sein. Trotzdem sollten wir versuchen, auch diese Mitglieder nicht durch unüberlegte Äußerungen aus dem Projekt zu treiben (Man merkt das ja meist spätestens an der Antwort). In der täglichen Arbeit sind kleine Seitenhiebe gerne gesehen - ich befürchte aber, bei so emotionalen Themen könnte die notwendige sachliche Diskussion untergraben werden.

Herzlichen Gruß

Bernhard



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