Hallo Helga, hallo Wilfried
ich versuche Euren Extra-Thread "-Wichtig" bzw. "(Arbeits-)Strukturen" wieder in den Hauptthread hinein zu bekommen.
Meiner Meinung nach beschreiben Wilfried und Du recht treffend eines der Hauptprobleme der Community.
Jedoch spricht Wilfried in erster Linie von der Außenwirkung, Du von den inneren Strukturen.
Diese beiden Punkte zu verbinden, sollten wir als Aufgabe sehen, nicht sie gegeneinander auszuspielen.
Helga Fischer schrieb:
In allen Gemeinschaften gibt es Entwicklungen. "Das haben wir schon immer so gemacht", ist eines der Argumente, mit denen eine wirkliche Auseinandersetzung mit dem Thema vermieden werden soll (wie auch "Das kann gar nicht gehen", "Wo kämen wir denn da hin..." etc)[...]
Am Sonntag 20 Februar 2005 18:49 schrieb Wilfried Kaeufler:
[...]
Hier mein Vorschlag:
1. Eine Basisdemokratie mit Einschränkungen: [...]
- Diese Sprecher sind gleichzeitig die Sprecher des
Gesamtprojektes, nach Themengebieten getrennt. - Die Sprecher
vertreten die Interessen des Projektes im OOo-Verein und sprechen
die Vertretung nach Aussen ab.
- Es könnte sich noch eine Rechtsstruktur gegeben wirde: e.V. GbR.
o.ä.
Das ist viel zu viel Struktur. Wer sie benötigt, möge sich doch die Struktur geben und eine eigene Plattform aufmachen - entweder in Vereinsform, Gesellschaftsform oder Unternehmen.
Wir als OpenSource-Community-Ameisenhaufen machen derweil so weiter, wie wir das 'schon immer' so gemacht haben.
Die Entscheidungsstrukturen, die Geschäftsführer, die starren Regeln und Hierarchien, das Antragstellenmüssen für jeden Mist - das haben wir alle im Realen Leben. Ganz ehrlich, das brauchen wir hier nicht auch noch.Entscheidungsstrukturen mit der (typisch deutschen) überbordenden Regulierungswut gleichzusetzen, ist übertrieben.
In meinen Augen sind Strukturen sinnvoll, wenn sie Doppelarbeit vermeiden, grobe Planungen und Abläufe aufzeigen und Ansprechpartner für Außenstehende (egal ob Firmen oder Einzelpersonen, Sponsoren oder zukünftige Mitstreiter) festlegen. Es darf aber nicht dazu kommen, dass die Arbeit des Einzelnen von den Strukturen beeinträchtigt wird.
Hier soll jeder mitmachen können, der, aus welchen Gründen auch immer, sich für ein Thema, eine Arbeit, eine Aufgabe erwärmen kann. Dazu reicht ein 'Subscribe' und ein 'Hallo' in die Liste und der Griff zu einem Job, wie sie hier meist zuhauf herumliegen.Das wäre jetzt mein nächster Satz gewesen...
Jeder darf mitmachen, sollte sich aber (und so läuft es ja auch) melden, um mitzuteilen, welche Aufgabe er übernimmt. Ich fände es gut, wenn er auch einen ungefähren Zeitrahmen angeben könnte.
Klar, dann wird mal was nicht getan, oder anders gemacht, als vorgesehen oder man tut etwas vergeblich, weil unsere Entscheidungsfindung auch mal deneben. Da haben wir in der Vergangenheit reichlich Lehrgeld gezahlt. Tja, das gehört eben dazu. That' life.Was wir hier suchen, ist eine Fortentwicklung unseres Systems, um dieses "Lehrgeld" wirklich als solches zu nutzen (sonst ist es kein Lehrgeld, sondern nur herausgeschmissen...). That's life bedeutet nicht, dass wir nicht dazulernen können.
Das Image (von "Chaoten" und "Anarchisten") kann sich wandeln, wenn sich die "Marketing-Abteilung" positiv darum kümmert: Man kann es seinem Gegenüber in einem persönlichen Gespräch durchaus verständlich machen, weshalb die Community auch ohne Hierarchie funktioniert, wo ihre Stärken gegenüber einer kommerziellen Firma liegen. Warum geht das nicht in der allgemeinen Außenwirkung durch entsprechende "Werbung" ? (als Beispiel: "Das Engagement freiwilliger Mitarbeiter ist durch keine - noch so hohe - Bezahlung zu erreichen")Denn es geht nach Aussen um das Image und die Corporate Identity
und ein koordiniertes Handeln.
Corporate Identity ist ein Schlagwort, das aus dem Management und der Unternehmensführung kommt. Viele von uns können das nicht genau fassen. Ich habe unter http://www.ci-portal.de/01_basics_wir.html eine Beschreibung gefunden, die das Selbstverständnis eines Unternehmens (hier ist "einer Gemeinschaft" besser) und seine Wirkung nach außen beschreibt. Die Übereinstimmung des eigenen Gefühls / der eigentlichen Arbeit mit der Außenwirkung wird als Ziel gesehen. Die Community hatte eine relativ genaue Vorstellung von dem, was sie ausmacht - die wesentlichen Links finden sich in Marcs Mail http://de.openoffice.org/servlets/ReadMsg?list=dev&msgId=1793151. Doch sie ist offen für alle - und so kann sich auch das Selbstverständnis der Community ändern. Genau deshalb diskutieren wir hier überhaupt. Wenn wir wissen was uns als Community ausmacht, dann muss das (s.o.) positiv nach außen transportiert werden. So kommen wir zu einer Corporate Identity.
Es nutzt überhaupt nichts, die innere Struktur der (gewünschten) Außenwirkung anzupassen, die Änderungen müssen von innen kommen!
Koordiniertes Handeln ist nur insoweit erforderlich, dass niemand gegen die Interessen der Community handelt. Durch Transparenz und gegenseitige Rücksichtnahme lassen sich viele Probleme vermeiden. Wenn jemand etwas im Sinne der Community getan hat, das ein anderer missbilligt, dann ist der zweite gehalten, seine Reaktion von der Rückwirkung auf die Community abhängig zu machen. Ein suboptimales Teilergebnis ist oft besser als ein optimales, das negative Auswirkungen auf das Ganze hat.
Liebe Geschäftsleute, laßt uns doch eine Ecke, wo wir noch ein wenig Freiheit haben. Wenn ihr unbedingt Strukturen und Hierarchien haben wollt, dann baut sie euch doch auf, aber nicht hier. Hier geht es nicht. Ihr könnt uns nicht kündigen, vors Arbeitsgericht ziehen oder Anweisungen erteilen.Stopp! Hier ist jeder willkommen, der mitarbeiten will. Es wird niemand herausgeworfen, nur weil er eine andere Meinung hat.
Wir sind jetzt mitten in einer Diskussion und Wilfried hat seine persönliche Meinung geäußert. Was davon in unserem Kreis Wirklichkeit wird, hängt von uns allen ab - weder von den "Marketing-Leuten" noch von den "ideologischen" Community-Mitgliedern alleine.
Schnappt euch lieber eine Übersetzung oder ein Betapack zum Testen.Jeder sucht sich *seine* Aufgabe, er wird hier nicht zu irgendetwas gezwungen.
Übersetzungen und Tests sind im Moment wichtig (genauso wie die Marketing-Aufgaben zur Beta und OOo2.0), jedoch ist auch diese Diskussion und das Darstellen der eigenen Meinung im Moment von (wie ich finde) recht großer Bedeutung.
Ich für meinen Teil werde jetzt erst mal ein paar Downloads machen und meinem Linux ein OOo-Milestone verfüttern. Und wenn ich mich nicht irre, habe ich auch noch eine angefangene Pressemitteilung rumfahren, die ein paar Ergänzungen benötigt.Du hast völlig recht. Gerade deshalb danke ich Dir und den anderen Mitdiskutanten für Deine / ihre Meinung. Nur so können wir aus der Geschichte hier etwas für die Zukunft erreichen.
Soweit zu meiner ToDo-Liste. Diskussionsbeiträge-schreiben stehen da eigentlich nicht drauf.
Herzlichen Gruß
Bernhard
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