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Hallo allerseits,
ich bin gerade dabei die Diskussionen der letzten Wochen etwas
nachzulesen, nachdem ich beruflich viel zu tun hatte. Dabei sind immer
wieder Wuensche nach besseren demokratischeren Methoden laut geworden.
Ich nehme mal Wolfgangs mail als Anlass ein paar Fragen in dem
Zusammenhang zu stellen.
Wolfgang Henderkes wrote:
> Eine Zustimmung mit +1 notieren, eine Ablehnung mit -1 notieren. Wer
> sich enthalten will, kann das mit einer 0 notieren.
Ist de.ooo.org wirklich demokratisch in dem Sinn, dass eine Mehrheit
alle Entscheidungen faellt?
In meiner Wahrnehmung (und ich bitte hier ausdruecklich um andere
Meinungen) besteht das de-Projekt doch im Wesentlichen aus Beitraegen
ueber deren Aufnahme in das oeffentliche Angebot des Projekts durch
Einzelpersonen mit allgemein anerkannter Kompetenz entschieden wird.
Dies gilt sicherlich fuer die de-Webseiten, bei denen eben nur Developer
mit CVS Zugriff Beitraege aufnehmen koennen. (Developer sind dadurch
keine besseren Mitglieder, sondern lediglich meist etwas laenger dabei
und geben regelmaessig wesentliche Beitraege ab.) Ich vermute es gilt
auch fuer die Aktivitaeten im RL, bei denen eben jemand mit laengerer
Erfahrung die besseren Argumente hat, wie Beitraege geleistet werden
sollten.
Wann sind dennoch "demokratische" Entscheidungen im weitesten Sinn
wuenschenswert? Ich kann mir da im wesentlichen zwei Moeglichkeiten
vorstellen:
1) Auf der Ebene desjenigen der den Beitrag erstellt. Wenn derjenige
sich eben nicht sicher ist, eine strittige Frage erkennbar ist und der
Ersteller sich dennoch der Unterstuetzung des Community versichern moechte.
Z.B. Koennte der Ersteller einer Tips-Sammlung zum Writer es wuenschen,
neben vielen nuetzlichen Tips auch Links zu weiterer OS Software und
auch seinem Lieblings-Betriebssystem einzufuegen. Er weiss aber nicht
sicher, ob das OK ist, schliesslich haben Betriebssystemsachen nichts
mit dem Writer zu tun. Zudem sind Streiteren, welche System das bessere
ist, Legende.
Bekommt er in einer Abstimmung mit +1/-1 genug Unterstuetzung kann er
sich entsprechend entscheiden. (Oder auch nicht, es ist
schliesslich sein Beitrag, richtig reinreden kann da keiner.)
2) Auf der Ebene des Developers in seiner Entscheidung ueber die
Aufnahme eines Beitrags. Zwei Varianten:
a) Er ist um die Aufnahme gebeten worden, sieht sich aber nicht fuer
Kompetent an, zu entscheiden, ob etwas gut oder gar besser ist.
Z.B. Koennte das ein neues, kuenstlerisch wertvolles Bild auf der
Hauptseite sein.
b) Der Developer hat zwar durchaus eine eigene Idee, was besser ist,
sieht aber dennoch eine strittige Frage und will sich Rueckhalt von der
Community fuer seine Entscheidung verschaffen. Dies ist besonders
interessant, wenn er etwas "verhindern" will. Ein deutliche Ablehnung in
der Community gegen einen Beitrag waere dann auch fuer andere Developer
eine Huerde, den Beitrag spaeter unabhaengig vom Ersten einzustellen.
Z.B. Koennte eine OOoCD-Firma mich bitten, ihr Werbematerial in die OOo
Seiten einzubinden. Ich bin jetzt aber gegen OOoCD-Firmen (nur so als
Beispiel) und hoffe durch Abstimmung einen Konsens herzustellen, damit
niemand anderes diesen Beitrag der Firma aufnimmt.
Ebenso wie der Beitragende kann der Developer wieder auf Grundlage der
Abstimmung entscheiden oder doch seinen eigenen Ideen folgen.
In der Summe kann ich nicht finden, dass das Projekt besonders
demokratisch ist noch besondere demokratische Methoden braucht, um der
Mehrheit die Entscheidung zu ermoeglichen. Demokratisch ist OOo eher in
dem Sinn, dass _jeder_ beitragen kann. OOo ist offen, d.h. nicht
beschraenkt auf Beitraege nur der Blaubluetigen, der Kapitalbesitzer
oder einer beliebigen anderen Gruppe.
PS Davon unabhaengig gibt es natuerlich noch Wahlen, z.B. die der
CoLeads oder der Council Vertreter, die aber keine Abstimmungen im
obigen Sinn sind.
Gruss,
- --
Michael Thomas Kirchner
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