Hallo Bernhard,
Bernhard Dippold schrieb:
Wenn der "Übersetzer" unverständliche Beschreibungen wörtlich übersetzt, wird sich für den "Programmkenner" der Sinn in vielen Fällen erschließen.
Das kann ich nicht bestätigen. Wortwörtliche Übersetzungen bringen nur in der Regel unverständliches Kauderwelsch. Wenn du dann in den Originaltext schaust, wird dir dann klar, was das bedeuten soll.
Problem ist die Grammatik, die das Übersetzen so schwer macht. Auch wenn Deutsch und Englisch noch recht nahe beieinander liegen (Indogermanische Sprachfamilie http://de.wikipedia.org/wiki/Indogermanische_Sprachfamilie, genauer gesagt gehören beide sogar derselben Gruppe an, der westgermanischen Sprachen http://de.wikipedia.org/wiki/Westgermanische_Sprachen), manche Grammatikstrukturen sind auf Englisch gebräuchlich und werden eindeutig verstanden. Die grammatischen Entsprechungen auf Deutsch werden allerdings so nicht gebraucht und können nicht eindeutig verstanden werden -- auch wenn sie formal möglich wären.
*Beispiel*: "Click on the button showing a compass rose."
*Wörtliche Übersetzung*: "Klicken Sie auf die Schaltfläche eine Kompassrose zeigend."
*Bedeutung*: Ich soll auf die Schaltfläche klicken und gleichzeitig eine Kompassrose zeigen.
Partizip I auf Englisch (showing) wird im Englischen oft als Attribut zu einem Nomen gebraucht; auf Deutsch wird dadurch eine Nebenhandlung (zeigen) wiedergegeben, die parallel zur Hauptaktion im Satz (klicken) stattfindet.
*Korrekte Übersetzung*: Klicken Sie auf die Schaltfläche mit der Kompassrose.
Und dieser Fall mit Partizip I ist für technische Dokumentationen im Englischen eine sehr gebräuchliche Satzstruktur. Und wenn du solche Strukturen mehrmals im Satz hast, dann garantiere ich dir: Egal, wie gut du OOo kennst, du wirst einen so übersetzten Satz nicht verstehen.
Ich glaube, dass vor der grammatikalischen und orthographischen Korrektur der Inhalt stehen sollte. Erst nach der inhaltlichen Freigabe kann der "Feinschliff" erfolgen, da sonst wieder ganze Abschnitte umformuliert und erneut gegengelesen werden müssen.
Das wird man aber nicht verhindern können, dass mal ein Satz ganz umgestellt werden muss. Das reicht manchmal schon, dass ein neuer Redakteur den eigentlich fertigen Text liest und meint, es müsste das und das noch verbessert werden.
Ansonsten hast du natürlich recht.
Gruß, Timo
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