Michael-E. Voges wrote:

> Nun gut, ich habe f�r den genannten Zweck keine besser verst�ndliche 
> Formulierung gefunden.  Ich bin mir nicht sicher, ob Dein vorstehender Satz 
> "Diese [Funktionen] "(sic!) " sind nat�rlich ... Bestandteil von OOo" und der 
> nachfolgende mit "Trotzdem ..." so richtig unter der oben genannten Pr�misse 
> hilfreich ist. (Funktionen von OOo sind trotzdem keine OOo-Funktionen ...) 
> Ich will Dir ja noch nicht einmal widersprechen, vermutlich sind wir uns 
> sogar einig, aber, noch einmal, wie willst Du Andre und den anderen erkl�ren, 
> was Du meinst?

Nun, OOo benutzt auch Funktionen aus der libc, das macht diese nicht
automatisch zu OOo-Funktionen. ;-)
Das mag jetzt extrem klingen, aber konzeptionell sind die URE Libraries
n�her an einer libc als an den OOo Libraries dran (da sie ja keinen
applikationsabh�ngigen Code enthalten).

Der naheliegendste Vergleich des URE mit irgendetwas, was vielleicht als
bekannt gelten darf, w�ren die COM- und OLE-DLLs unter Windows (auch
wenn das URE noch mehr enth�lt). Du brauchst sie, um �ber COM/OLE andere
Applikationen anzusprechen, aber sie enthalten keinerlei
Applikationscode (also z.B. irgendwelche Excel-Funktionen).

Und Andre hat auf meinen Erkl�rungsversuch hier auf der Liste zumindest
behauptet, er h�tte es verstanden. :-)

Im Ernst, ich finde es ja prima, wenn jemand versucht, Dinge zu
erkl�ren. Nur sah ich hier die Gefahr, dass das irgendwie falsch
r�berkommt und dann sp�ter das Geschrei gro� ist, wenn alle denken
"Hurra, jetzt k�nnen wir OOo nach Strich und Faden ausschlachten!". Da
werden IMHO zwei Dinge verwechselt (s.u.), wahrscheinlich nicht einmal
von dir, aber in deinem Bem�hen, Dinge m�glichst einfach darzustellen,
hast du vielleicht an der falschen Stelle in die falsche Richtung
vereinfacht. Daher verzeihst du hoffentlich, wenn's jetzt etwas
ausf�hrlicher wird, denn: wehret den Anf�ngen! :-)

>> Wenn du Gl�ck hast, wird Calc in Zukunft soweit modularisiert, 
>
> ... und das ist der entscheidende Punkt: Welche M�glichkeiten sind denkbar! 
> Es 
> geht hier doch (nur) um die Erkl�rung auf der Liste, was Du mit so einer 
> Umgebung machen kannst, welche Perspektiven denkbar sind.

Deine Mail las sich so, dass das URE erm�glichen w�rde, in Zukunft nur
Teile von OOo in seine Applikationen einzubauen, also tyischerweise das,
was man als "Modularisierung" bezeichnet. Tats�chlich aber h�ngt das von
anderen Dingen ab, die Erzeugung solcher "Module" ist erst einmal
unabh�ngig vom Vorliegen eines URE.

Es ist richtig, dass die Benutzung solcher Module ohne komplettes Office
in eigenen Anwendungen dann einfacher wird, aber gehen w�rde das auch
prinzipiell auch ohne URE. Dazu m��te man die Komponente nur in einem
UNO.EXE statt in einem SOFFICE.EXE instantiieren und sich mit diesen
Proze� verbinden. Das w�re f�r einen kundigen Entwickler mit etwas aus
dem Office und dem SDK zusammegeklauten Code relativ leicht machbar.
Allerdings fehlen heutzutage daf�r noch die interessanten Komponenten,
die das mit sich machen lie�en (s.u.). :-)

> Aber hallo: M��ten wir jetzt nicht eigentlich erkl�ren, wo diese (zugegeben 
> Zukunftsmusik-) Komponenten aufgehoben werden? Und wenn wir gesagt h�tten, 
> die URE ist UNO nur eben abseits von OOo weiter gepflegt, h�tte damit jemand 
> wirklich etwas anfangen k�nnen?

Ich denke schon, denn das URE *ist* das und *nur* das. Es bringt
niemandem was, wenn wir unrealistische Erwartungen wecken. Das URE
f�rdert eine Komponentisierung von OOo (vielfach auch als
Modularisierung bezeichnet) nicht, es hat damit eigentlich nicht einmal
 etwas zu tun. Es macht nur eine Benutzung etwaiger solcher
eigenst�ndiger Komponenten, so sie denn existieren, einfacher. Das ist
ein wichtiger Unterschied in der Erwartungshaltung, die man beim
Anwender weckt. Die Antwort von Mechthilde auf deine Mail lies
diesbez�glich schon die Bef�rchtung eines Mi�tverst�ndnisses ahnen.

Du hast nat�rlich recht, da steckt diesbez�glich Potential, denn das URE
macht die Verwendung solcher Komponenten einfacher. Wenn du dann
Modularisierung *ausschlie�lich* unter Installationsgesichtspunkten
siehst, dann ist das URE sehr hilfreich, ja sogar ein notwendiger
Schritt. Du kannst dann in der Tat diese Komponenten theoretisch nebst
ein paar Hilfskomponenten auch als eigenst�ndiges Package ausliefern und
unabh�ngig vom Office benutzen - so es sie denn gibt!

�blicherweise haben Anwender aber andere Vorstellungen, wenn sie von
Modularisierung sprechen. Ob ich nun 200 MB oder nur 60 MB auf die
Platte packe, ist heutzutage ohne Belang. Ob ich einen Startup von 10
Sekunden und einen Speicherbedarf von 100 MB habe oder jeweils nur 10%
davon ist hingegen teilweise mission critical, insbesondere in
serverbasierten Scenarien. Hier kommt es in erster Linie darauf an, dass
m�glichst wenige Komponenten, die man aktuell nicht braucht, sich im
Speicher befinden, da sie "auf Verdacht" schon mal geladen wurden.

Das kann man aus praktischen Erw�gungen aber ohnehin nur bis zu einem
gewissen Punkt treiben. Ein Calc, zerlegt in einzelne, eigenst�ndig
installierbare Komponenten, kann ich mir nicht vorstellen, sofern die
Zerlegung �ber die naheliegende Dreiteilung Core/UI/Filter hinausgeht.
Einzelne Rechenfunktionen als Komponenten? Unwahrscheinlich, schon aus
Performancegr�nden. Wir werden sicherlich m�glicherweise weitere Teile
von OOo analog zum URE als eigene Packages zur Verf�gung stellen
(Configuration Service und  UCB w�ren gute Kandidaten), aber die
brauchst du genauso wie das URE sowieso fast in jeder anderen
Komponente. Neu wird dann aber sein, dass du sie auch "au�erhalb" hast.

Du siehst: kein absoluter Widerspruch zu deiner offensichtlich
intendierten Darstellung, nur eine IMHO notwendige Klarstellung, auf
welcher Seite denn die Vorteile liegen.

BTW: Tats�chlich k�nnte man sich vorstellen, dass Entwickler
eigenst�ndige Komponenten komplett unabh�ngig von der OOo Code Base
entwickeln, die die von dir gew�nschten Funktionen realisieren,
basierend auf dem OD File Format.

Daf�r m��ten sie nicht einmal UNO verwenden, allerdings w�ren wir sehr
erfreut, wenn sie es t�ten. :-) *Das* wird dann nat�rlich auch durch ein
URE erst m�glich. Wir landen also wieder bei dem Punkt: das URE ist in
erster Linie dazu da, anderen diese unserer Meinung nach gro�artige
Technologie (plattform�bergreifend, sprachunabh�ngig, hochperformant und
"gut abgehangen") zur Verf�gung zu stellen und UNO gegen�ber anderen
vergleichbaren Technologien zu st�rken.

Ciao,
Mathias

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Mathias Bauer - OpenOffice.org Application Framework Project Lead
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