Hallo Florian,

Am Mittwoch, 29. Juni 2005 10:57 schrieb Florian Effenberger:
> Ich würde jeden von euch bitten, mir kurz mit +1/-1, in
> altbekannter Manier, Feedback zu geben, ob ihr eine solche Aktion
> wünscht oder eher dagegen seit.
+1

>
> Was mir spontan einfällt, was wir tun könnten, das wäre:
>
> - zum einen Äußern unsere Bedenken in Form einer Pressemitteilung
> (à la "Deutsche OpenOffice.org-Gemeinde spricht sich gegen
> Softwarpatente aus") - hier weiß ich nicht, ob es Sinn macht, so
> etwas wirklich als PM zu versenden, da hoffe ich auf Feedback von
> den erfahreneren Leuten aus dme Projekt. :-)
Eine PM macht durchaus Sinn, sollte sich aber nicht in Polemik und 
blinden Aktionismus verlieren (wie bei vielen Anderen) sondern 
sachlich argumentieren.

Ein sehr guter Ansatz wäre z.B. die EU-Diskussion, ob das 
Open-Document-Format zum ISO-Standard gehören soll zu nutzen, um 
z.B. auf drohende Gefahren durch ein patentiertes XML-Format aus 
MS-Office hinzuweisen.
Das würde vor allem deutch machen, dass eine große Gefahr besteht 
total abhängig von bestimmten Anbietern zu werden. Dies würde 
bedeuten, dass Investitionen in der IT noch stärker ausbleiben, als 
die ohnehin schon der Fall ist. Denn wer würde in ein großes 
Migrationsprojekt investieren, wenn er fürchten muss, dass die TCO 
(total cost of ownership) durch Lizenzgebühren und  Patent-Prozesse 
nicht mehr kalkulierbar sind. Auch Größen, wie der ROI (return on 
investment) wären nicht mehr zuverlässig vorhersagbar (ich 
zuverlässig vorhersagbar sind sie ohnehin nicht ;-)).

Diese Punkte sollten auch die Patentbefürworter berücksichtigen, die 
sich vielleicht "selbst ins Knie schießen". Denn es sind nicht nur 
große Konzerne, wie SAP und Microsoft auf der Patentlinie, sondern 
auch kleinere, die vermutlich ihren eigenen Bestrebungen dann zum 
Opfer fallen würden.

Es muss auch deutlicher werden, dass Aussagen, wie "Softwareprodukte 
als solche sind auch weiterhin nicht patentierbar" schlichtweg 
gelogen sind.

Ich bin auch irgendwie geneigt, mal Untersuchungen anzufordern, die 
zeigen sollen, welche EU-Beamten und Abgeordneten, sich zu  welchen 
Gelegentheiten mit welchen Lobbyisten getroffen haben, und ob es da 
"kleine Gefälligkeiten" gegeben hat. Bei uns in Deutschland gäbe es 
dafür die "kleine, bzw. große Anfrage". Wenn es das auch auf 
europäischer Ebene gibt, dann sollten sich ein paar Abgeordnete 
finden lassen, die das unterstützen.
Vielleicht würde allein die Aussicht auf derartige Unanehmlichkeiten 
etwas bewirken.



>
> - zum anderen Hinweis auf die Problematik auf unserer Startseite
>
> Ich bin auch für alle anderen Ideen offen, könnte mir z.B. einen
> Screenshot vorstellen, in dem alle Punkte, die patentrechtlich
> bedenklich wären, würde die neue Richtlinie durchgehen, entfernt
> oder geschwärzt werden.
Ich schlage vor, die Pressemitteilung auch auf der Startseite ganz 
oben zu veröffentlichen und den genannten Screenshot nur klein dort 
mit einzubinden. Ein klick auf das Bild würde dann zu einer 
weiteren Seite führen, auf der der Screenshot größer zu sehen ist 
und die einzelnen Punkte genau erklärt werden.

CU
-thorsten


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