Hallo,

Also meine Meinung ist geteilt, was ich auch schon zum Ausdruck gebracht
habe dadurch das ich sagte ich verstehe von Softwarepatenten nichts.
(von Patenten auf medizinische Wirkstoffe schon, da ich mal in diese
Richtung studiert habe)
Ich kann deshalb auch nur einige allgemeine Dinge schreiben

Herbert schrieb:
> 1. weshalb sollte eine Entwicklung in diesem Bereich nicht
> ebenso schützbar
> sein, wie eine sonstige Entwicklung?

im Grundsatz kann man da nichts gegen sagen

> Dies würde m.E eine bestimmte Personengruppe (die Entwickler
> von Software)
> gegenüber Entwicklern anderer Produkte (z.B. den Entwicklern von
> Medikamenten) benachteiligen.

Bloß diese Ungleichbehandlung besteht doch allein dadurch das es Patente
gibt. Sieh es doch mal grundsätzlich: ein Patent ist nicht mehr als ein
staatlich geschütztes Recht. Patente sind doch keineswegs unumstritten.
Wo ist denn die Gleichbehandlung. Der Unternehmer der Patente entwickelt
genießt Schutz, der der sein Geld in Produktionsanlagen investiert
nicht.

> Die Ungleichbehandlung bestimmter
> Personengruppen darf aber niemals gesetzliche hervorgerufen werden.

ist sie längst

> ABER:
> ganz wesentlich ist, wie mit Patentanträgen auf SW verfahren
> wird. Es kann
> [...]

Naja und das umreißt dann meine Bedenken.
Patente (ganz allgmein) wurden mal geschaffen um Entwicklungen zu
ermöglichen, nur heute werden Patente doch häufig als Waffe eingesetzt
um Entwicklungen zu blockieren.
Bei medizinischen Wirkstoffen ist das schon substanziell anders. Willst
Du da ein Patent mußt Du in jedem Fall die Struktur des Wirkstoffs
offenlegen und auch wenn Du Patentschutz hast kannst Du Forschungen
basierend auf der Kenntnis des Wirkstoffs nicht blockieren. Bei Software
kann ich mir vergleichbares aber vorstellen.
Und ich weiß nichts über Zeiten. Da wo Du bei "normalen" Patenten
vielleicht 15 oder 20 Jahre Schutz genießt mag das OK sein. Nur ein
Software-Patent was so lange Bestand hat blockiert die Entwicklung doch
völlig. Niemand wird an einem 'Software-Generikum' arbeiten wo er weiß
er kann das erst in 20 Jahren verwerten. In 20 Jahren ist das irrelevant
geworden. Bei medizinischen Wirkstoffen ist das nicht so, da gibt es in
20 Jahren vielleicht bessere Stoffe, nur das Generikum ist dann
billiger. *Ein Medikament ist auch eigenständig und nicht an
Rahmenbedingungen gebunden. Eine Software ist immer irgendwie
eingebunden.*

Also:
-ich sehe das Softwarepatente nicht zur Entwicklung genutzt werden
sondern häufig zur Blockade
-ich sehe nicht das es für etablierte große SW-Hersteller ohne Patente
zu ernsthaften Problemen käme, für kleine aber schon

Ich räume ja ein man wird immer jemanden Unrecht tun, aber man muß sich
dann für das kleinere Unrecht entscheiden. Es ist mir nicht wirklich
möglich die Lage zu überblicken, nur Argumenten das Softwarepatente
allen nützen traue ich dann doch nicht. Wenn Patente den großen keine
Vorteile verschaffen würden aus welchem Grund sind sie dann so auf
Patente erpicht?



Gruß
Jörg



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