Hallo Liste,

ich habe mich an einer Zusammenfassung der von Euch geposteten Gedanken zur Idee einer OOo-Stiftung versucht - na klar ist es wieder länger geworden... ;-)

Bevor ich sie übersetze und an die [EMAIL PROTECTED] schicke, möchte ich Euch bitten, zu überprüfen, ob ich Euch nicht missverstanden habe und Eure Gedanken ausreichend erwähnt werden:

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Die Idee einer Stiftung innerhalb von OOo zur Unterstützung und Verbreitung des ODF-Dateiformats wurde abgelehnt, außerhalb der Community (auch unter Beteiligung von OOo-Mitgliedern) befürwortet.

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Stiftungen, die mögliches Sponsoring (sowohl Geld als auch Arbeitsleistung von Programmentwicklern) erleichtern sollen, wurden begrüßt, jedoch gab es auch hier Bedenken:

- der direkte Kontakt zu nationalen Sponsoren (sowohl öffentliche als auch kommerzielle) durch regionale / nationale Foundations ist eindeutig von Vorteil. Neben einer zentralen (internationalen) Stiftung wird die Gründung von nationalen (Unter-)Stiftungen angeregt, wobei eine auch organisatorische Trennung von Marketing und Code-Entwicklung möglicherweise sinnvoll sei.

- Großspender (vor allem größere Firmen) werden hier größeres Gewicht haben - KMUs blieben ohne wirklichen Einfluss.

- Der Umfang solcher Spenden ist bisher nicht abzusehen, es wird bezweifelt, dass sie zur Übernahme der Aktivitäten von Sun (sowohl im Bereich der Programmierung als auch allgemein innerhalb der Community) ausreichen würden. Möglich wäre jedoch eine Finanzierung von gesponserten Aufgaben (wie http://www.gnome.org/bounties).

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Für die Zukunftsvision einer Stiftung, die den Code für OpenOffice.org von Sun übernehmen könnte, wurde dagegen breitere Zustimmung signalisiert, jedoch auch Skepsis geäußert.

Warum Sun auf seine Position als Hauptsponsor mit Besitz des Codes und Führerschaft in der Programmentwicklung verzichten sollte, wurde jedoch unterschiedlich (zum Teil skeptisch) gesehen: - Eine Position betrachtet eine zukünftige Konsolidierung des Gesamtkonzerns Sun, bei der der Bereich OpenOffice.org und StarOffice wegen hoher Investitionen und geringem Gewinn abgestoßen werden soll. Hier müsste es eine Möglichkeit geben, die Programmierer und den Code für das Projekt zu erhalten, wofür eine solche Stiftung gut geeignet sein. - Eine andere, mehrfach vertretene Meinung bezweifelt, dass Sun an der Abgabe des Programmcodes Interesse haben könnte. Das Abkaufen des Codes und die Finanzierung zukünftiger Programmentwickler würden eine sehr gute finanzielle Ausstattung der Stiftung voraussetzen. - Solange die Hauptarbeit der Programmentwicklung von Sun-Mitarbeitern geleistet wird (auch wenn ihre Arbeit dann der Stiftung gespendet würde), hat Sun eine hervorragende Position mit entsprechend hohen Einflussmöglichkeiten. Dies entspricht auch dem Open-Source-Grundsatz, dass jeder in größerem Maße Beitragende weitgehend selbständig entscheiden kann, auf welche Weise sein Beitrag verwendet werden soll.

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Eine AddOn-Stiftung wird zum Teil begrüßt (vor allem, wenn sie auf die spätere Code-Übernahme ausgelegt ist), zum Teil aber auch vehement abgelehnt. Hier wird das neu aufgelegte Incubator-Projekt (wie immer es jetzt heißen soll) von Laurent Godard als wesentlich günstiger empfunden.

Die Ablehnung des JCA wird weniger gravierend gesehen als die Ablehnung der LGPL durch Programmierer, die sich der GPL verschrieben haben.

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Prinzipiell wird die Lösung von bestehenden Community-Problemen durch eine Stiftung eher skeptisch gesehen - es besteht die Gefahr, dass die Stiftung mit hohem Organisationsaufwand verbunden ist oder als Institution die Probleme anzugehen scheint, ohne wirklich daran zu arbeiten. Für Koordinationsaufgaben innerhalb des Projektes wäre sie nicht der richtige Platz.

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Ich selbst habe noch einen Punkt, den ich gerne erwähnen möchte - ohne Ahnung von seiner Umsetzbarkeit:

Eine Foundation mit entsprechender Ausstattung (sowohl finanziell als auch inhaltlich, falls sie den Code übernehmen sollte) wird ein Schwergewicht in der Entscheidungsfindung der Community sein (ähnlich wie Sun heute). Hier müsste klar geregelt sein, wie die Community selbstbestimmt bleibt - sonst ließe sich damit keinerlei Vorteil erkennen (außer dass mehr Firmen gemeinsam [oder gegeneinander?] dahinter stehen würden). Mein Vorschlag wäre hier die Leitung der Foundation der Community zu übertragen - und zwar dem Gremium, das auch sonst die Geschicke des Projektes lenkt: dem Community Council. Ob es solche Konstruktionen gibt, bei der die Führung einer Stiftung (oder ähnlichem) direkt mit einer ehrenamtlichen Tätigkeit verbunden ist, kann ich nicht sagen, vielleicht müsste dafür auch der CC verändert werden.

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Soweit von mir - wer mag noch etwas kommentieren oder hinzufügen?

Herzlichen Gruß
Bernhard

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