Hallo Liste,
ich habe mich an einer Zusammenfassung der von Euch geposteten
Gedanken zur Idee einer OOo-Stiftung versucht - na klar ist es
wieder länger geworden... ;-)
Bevor ich sie übersetze und an die [EMAIL PROTECTED] schicke,
möchte ich Euch bitten, zu überprüfen, ob ich Euch nicht
missverstanden habe und Eure Gedanken ausreichend erwähnt werden:
***
Die Idee einer Stiftung innerhalb von OOo zur Unterstützung und
Verbreitung des ODF-Dateiformats wurde abgelehnt, außerhalb der
Community (auch unter Beteiligung von OOo-Mitgliedern) befürwortet.
***
Stiftungen, die mögliches Sponsoring (sowohl Geld als auch
Arbeitsleistung von Programmentwicklern) erleichtern sollen, wurden
begrüßt, jedoch gab es auch hier Bedenken:
- der direkte Kontakt zu nationalen Sponsoren (sowohl öffentliche
als auch kommerzielle) durch regionale / nationale Foundations ist
eindeutig von Vorteil. Neben einer zentralen (internationalen)
Stiftung wird die Gründung von nationalen (Unter-)Stiftungen
angeregt, wobei eine auch organisatorische Trennung von Marketing
und Code-Entwicklung möglicherweise sinnvoll sei.
- Großspender (vor allem größere Firmen) werden hier größeres
Gewicht haben - KMUs blieben ohne wirklichen Einfluss.
- Der Umfang solcher Spenden ist bisher nicht abzusehen, es wird
bezweifelt, dass sie zur Übernahme der Aktivitäten von Sun (sowohl
im Bereich der Programmierung als auch allgemein innerhalb der
Community) ausreichen würden. Möglich wäre jedoch eine Finanzierung
von gesponserten Aufgaben (wie http://www.gnome.org/bounties).
***
Für die Zukunftsvision einer Stiftung, die den Code für
OpenOffice.org von Sun übernehmen könnte, wurde dagegen breitere
Zustimmung signalisiert, jedoch auch Skepsis geäußert.
Warum Sun auf seine Position als Hauptsponsor mit Besitz des Codes
und Führerschaft in der Programmentwicklung verzichten sollte, wurde
jedoch unterschiedlich (zum Teil skeptisch) gesehen:
- Eine Position betrachtet eine zukünftige Konsolidierung des
Gesamtkonzerns Sun, bei der der Bereich OpenOffice.org und
StarOffice wegen hoher Investitionen und geringem Gewinn abgestoßen
werden soll. Hier müsste es eine Möglichkeit geben, die
Programmierer und den Code für das Projekt zu erhalten, wofür eine
solche Stiftung gut geeignet sein.
- Eine andere, mehrfach vertretene Meinung bezweifelt, dass Sun an
der Abgabe des Programmcodes Interesse haben könnte. Das Abkaufen
des Codes und die Finanzierung zukünftiger Programmentwickler würden
eine sehr gute finanzielle Ausstattung der Stiftung voraussetzen.
- Solange die Hauptarbeit der Programmentwicklung von
Sun-Mitarbeitern geleistet wird (auch wenn ihre Arbeit dann der
Stiftung gespendet würde), hat Sun eine hervorragende Position mit
entsprechend hohen Einflussmöglichkeiten. Dies entspricht auch dem
Open-Source-Grundsatz, dass jeder in größerem Maße Beitragende
weitgehend selbständig entscheiden kann, auf welche Weise sein
Beitrag verwendet werden soll.
***
Eine AddOn-Stiftung wird zum Teil begrüßt (vor allem, wenn sie auf
die spätere Code-Übernahme ausgelegt ist), zum Teil aber auch
vehement abgelehnt. Hier wird das neu aufgelegte Incubator-Projekt
(wie immer es jetzt heißen soll) von Laurent Godard als wesentlich
günstiger empfunden.
Die Ablehnung des JCA wird weniger gravierend gesehen als die
Ablehnung der LGPL durch Programmierer, die sich der GPL
verschrieben haben.
***
Prinzipiell wird die Lösung von bestehenden Community-Problemen
durch eine Stiftung eher skeptisch gesehen - es besteht die Gefahr,
dass die Stiftung mit hohem Organisationsaufwand verbunden ist oder
als Institution die Probleme anzugehen scheint, ohne wirklich daran
zu arbeiten. Für Koordinationsaufgaben innerhalb des Projektes wäre
sie nicht der richtige Platz.
***
Ich selbst habe noch einen Punkt, den ich gerne erwähnen möchte -
ohne Ahnung von seiner Umsetzbarkeit:
Eine Foundation mit entsprechender Ausstattung (sowohl finanziell
als auch inhaltlich, falls sie den Code übernehmen sollte) wird ein
Schwergewicht in der Entscheidungsfindung der Community sein
(ähnlich wie Sun heute). Hier müsste klar geregelt sein, wie die
Community selbstbestimmt bleibt - sonst ließe sich damit keinerlei
Vorteil erkennen (außer dass mehr Firmen gemeinsam [oder
gegeneinander?] dahinter stehen würden). Mein Vorschlag wäre hier
die Leitung der Foundation der Community zu übertragen - und zwar
dem Gremium, das auch sonst die Geschicke des Projektes lenkt: dem
Community Council. Ob es solche Konstruktionen gibt, bei der die
Führung einer Stiftung (oder ähnlichem) direkt mit einer
ehrenamtlichen Tätigkeit verbunden ist, kann ich nicht sagen,
vielleicht müsste dafür auch der CC verändert werden.
***
Soweit von mir - wer mag noch etwas kommentieren oder hinzufügen?
Herzlichen Gruß
Bernhard
---------------------------------------------------------------------
To unsubscribe, e-mail: [EMAIL PROTECTED]
For additional commands, e-mail: [EMAIL PROTECTED]