Hallo zusammen,

einige von Euch werden sicher bereits auf anderen Listen von der diesjährigen OOoCon gehört haben, die vom 11.-13. September 2006 in Lyon / Frankreich stattfand. Es gibt schon einige Rückblicke, Lobeshymnen und auch Links zu Bildergalerien (http://ooocon-koon.kiberpipa.org/gallery/2006/ ) zu bestaunen. Dennoch möchte auch ich von den letzten Tagen berichten: Von dem Land, den Leuten, der Conference, der mitgebrachten Arbeit für uns :-) und den Eindrücken, die ich in diesen Tagen gesammelt habe.

Da es wirklich viel zu berichten gibt, was nicht alles direkt mit der Conference zu tun hat, habe ich dieses Mal meinen Rückblick in zwei Teile aufgeteilt. In dieser Mail gibt es nur die Eindrücke des "Drumherums", in einer zweiten - gleich folgenden Mail - die Infos zur Conference an sich und den OOo betreffenden Dingen, die sich auch in den Zeiten zwischen den Vorträgen abgespielt haben.

Aber nun von vorne:

Gleich am Samstag, dem Tag der Ankunft von André, Florian und mir wurden wir auf eine harte Probe gestellt: Die Bestellung des Abendessens in einem typischen Lyoner Bouchon (einem der vielen kleinen Lokale in Alt-Lyon). Man fühlt sich schon ziemlich hilflos, wenn man nicht einmal in der Lage ist, die englischen Übersetzungen auf der Speisekarte richtig zu deuten. Eines haben wir jedoch schon schnell gelernt, die Lyoner Spezialität "Andouilette" ist sicher nicht Jedermanns Sache (dabei handelt es sich nämlich um eine "Innereien-Wurst", die dort wohl so häufig gegessen wird, dass man wirklich kaum drum herum kommt, wenn man nicht aufpasst :-) ).

Am zweiten Tag gestaltete sich die Essensauswahl dann als viel einfacher, da nun auch Cedric Bosdonnat dabei war, der Mitorganisator der OOoCon war und direkt aus Lyon kommt. Er führte uns am Sonntagnachmittag zunächst durch die zahlreichen kleinen Gassen und zeigte uns viele besondere Ecken dieser Stadt, die wir ohne ihn sicher nicht gefunden (oder überhaupt gesucht) hätten. Nach dem langen Fußmarsch durch das sehr bergige Gelände in Lyon hatten wir uns ganz sicher das Abendessen (wiederum in einem Bouchon) verdient. Dort sind dann noch weitere Leute hinzugekommen, die im Laufe des Tages angereist waren.

Einer der Lernerfolge beim Essen war die Erkenntnis, dass sich hinter dem Namen "Panaché" ein Radler verbirgt, was bei dem angenehm sommerlichen Wetter sehr willkommen war.

Bereits jetzt wurde uns klar, dass unser Hotel sicher keine schlechte Wahl war (zumindest was den Ort anging), weil wir immer von den Abendveranstaltungen nach Hause laufen konnten. Was die Lautstärke und die Ausstattung der Zimmer anging... nun ja... es war ok und unserem Geldbeutel angemessen.

Montag morgen ging es dann mit dem Conference-Programm los, welches ausschließlich für Community-Treffen vorgesehen war. Mehr dazu gleich in der anderen Mail.

Am Abend war Eile angesagt: Die NLC-Party (Native-Lang-Confederation) fand ab 20 Uhr auf einem Boot statt, wer nicht pünktlich da war, konnte nicht mehr mitfahren. Bernhard kam erst am Abend mit dem Flieger in Lyon an und war tatsächlich "just in time" da. Wir schipperten dann alle gemeinsam durch Lyon, gut versorgt mit einem 4-Gänge-Menü und gutem Wein und setzten die vielen interessanten Gespräche mit den Conference-Teilnehmern fort.

Das Abend-Programm am Dienstag war ein Empfang beim Bürgermeister von Lyon im Rathaus (Hôtel de Ville). Nicht nur ich war sichtlich überwältigt von dem beeindruckenden Bauwerk und der prunkvollen Gestaltung des Ballsaals. Wir wurden mit Champagner begrüßt und es gab sehr sehr leckere Köstlichkeiten. In den seltensten Fällen haben wir tatsächlich herausgefunden, um was es sich dabei handelte, aber auch das haben wir gelernt: In Frankreich ist es manchmal wirklich besser, wenn man nicht weiß, was man gerade gegessen hat :-) Der Ballsaal eignete sich noch viel besser für interessante Gespräche, da man nicht wegen des Essens an seinem Platz "gebunden" war.

Am Mittwoch abend war die Conference dann schon vorbei und viele der Teilnehmer sind im Anschluss gemeinsam losgegangen, um die OOoCon bei einem gemütlichen Abendessen ausklingen zu lassen. Nach einem längeren Fußmarsch sind wir dann in einem netten Restaurant gelandet, das zur Freude Vieler auch "ganz normale" Pizza im Programm hatte. Danach ging es weiter in eine Kneipe (in der Nähe des Rathauses), wo man dann wieder die ersten Abschiedsszenen verfolgen konnte und wo bereits ganz viele Pläne für die nächste Zeit geschmiedet wurden.

Die meisten haben bereits am Mittwoch abend oder dann im Laufe des Donnerstags die Heimreise angetreten, während André, Florian und ich den Donnerstag noch für ein bisschen Sightseeing nutzen konnten. Meinen Füßen nach zu urteilen sind wir etwa 1000 Kilometer gelaufen, die sich ohne Zweifel gelohnt haben. Wir haben das römische Amphitheater, die Basilica Notre Dame de Fourviere besichtigt und sind anschließend durch den sehr beeindruckenden Botanischen Garten von Lyon geschlendert.

Am Freitag hieß es dann Koffer packen und Heimreise antreten. Wie schon in den letzten beiden Jahren ging es mir dieses Mal genauso: die OOoCon ist und bleibt das Highlight des ganzen Jahres. Nicht nur wegen der wirklich hochkarätigen Vorträge sondern auch insbesondere wegen der Leute, die man sonst nur von E-Mails kennt, ist die OOoCon ohne Frage eine Reise wert.

Charles-H. Schulz (Lead NLC) hat es in seinem Vortrag so schön auf den Punkt gebracht, was die OOo-Community eigentlich ausmacht: "Think local, act global" und genau das wird auf der OOoCon wirklich gelebt. Jeder bringt etwas von seinem Zuhause mit und trägt damit zu dem großen Ganzen etwas sehr wichtiges bei.

Jacqueline

---------------------------------------------------------------------
To unsubscribe, e-mail: [EMAIL PROTECTED]
For additional commands, e-mail: [EMAIL PROTECTED]

Antwort per Email an