Hallo @all Am Mittwoch, den 09.05.2007, 20:19 +0200 schrieb Stefan Weigel: > Hallo, > > Jacqueline Rahemipour schrieb: > > Hallo zusammen, > > > > vom 30.05. - 02.06.07 findet der diesjährige LinuxTag erstmalig in > > Berlin statt. > > :-) > > Na sowas! Das ist aber eine Zerreissprobe: Wer kam denn auf die Idee > Berlin und Wien auf den gleichen Termin zu setzen? Da möchte ich > mich am liebsten zweiteilen. Der Linuxtag ist unbestritten das > jährlich größte Event zum Thema “Linux und Freie Software” in > Europa. Aber Wien hält dagegen mit seinem unvergleichlichen Charme! > Außerdem liegt Wien aus gesamteuropäischer Sicht wesentlich > zentraler und ist für mich nur halb so weit weg wie Berlin. Gegen > Berlin spricht die Schirmherrschaft durch den Minister Schäuble, > dessen Name für alles, nur nicht für das steht, was man mit Linux, > OpenSource und Freier Software verbindet... Oh je. Ich werde wohl > eine Pro/Contra-Liste machen müssen, um zu einer vernünftigen > Entscheidung zu kommen. ;-) > > [1] http://www.linuxtag.org/2007 > [2] http://linuxwochen.at/2007/Wien > > Gruß > > :-) > > Stefan >
Da ich leider aus beruflichen und privaten Gründen keine Zeit für derartige Veanstaltungen habe, stellt sich diese Frage für mich nicht. Würde ich aber eine 'abstrakte' Entscheidung treffen müssen, wäre die Wahl sehr einfach. Dazu folgendes: Ich beschäftige mich unter OpenOffice derzeit überwiegend mit Datenbanken. Bei der momentanen Sicherhysterie in der Bundesrepublik Deutschland stellt sich bei mir großes Unbehaben ein. Nachdem ich 14 Jahre für dieses Land gedient habe und meinen Eid auf das Grundgesetz und die 'Freiheitlich Demokratische Grundordnung' (FDGO) abgelegt habe, beobachte ich scheibchenweise Einschränkung unserer Grundrechte mit Sorge. Als Stichworte fallen mir spontan ein: Onlinedurchsuchungen auf Dienstanweisung, Speicherung biometrischer Daten und Vorbeugehaft siehe hierzu: Beitrag RBB-Online vom 10.05.2007 http://www.taz.de/dx/2007/03/16/a0061.1/text Kaum jemand hat wahrscheinlich mitbekommen, dass es in Deutschland wieder eine Gleichschaltung der Dienste (BND, Verfassungsschutzämter, MAD), Kriminalämter (BKA. LKA) und jeder Polizeidienststelle gibt. Welche Konsequenzen ergeben sich daraus: 1. Durch schleichende Entrechtung soll der Bürger vor einer 'abstrakten' Terrorgefahr geschützt werden Artikel der TAZ vom 16.03.2007: http://www.taz.de/dx/2007/03/16/a0061.1/text Mein ehemaliger Kommandeur hätte mich für eine abstrakte Lagebeurteilung vor die Tür gesetzt. Für ihn galt der Grundsatz: "Nennen Sie mir Ross und Reiter!" 2. Durch den Einsatz biometrischer Merkmale (vorerst nur Passfotos, aber Fingerabdrücke und DNA werden folgen) wird jeder Bürger präventiv erkennungsdienstlich erfasst. Dies ist die Voraussetzung um Bewegungs- profile zu erstellen. Im dritten Reich war es noch üblich, Menschen mit Aufnähern zu kennzeichnen (Pflicht zur Kennzeichnung laut Polizeiverordnung vom 1. Sept 1941) http://www.shoa.de/judensterne.html Heutzutage ist dies erheblich einfacher: - man nehme die zentrale Datenbank mit den Meldedaten aller Bürger (das zentrale Melderegister ist in Vorbereitung) - man erstelle innerhalb der Datenbank eine neu Tabelle - man nenne diese z.B. 'Kennzeichnung_verdächtiger_Personen' - man füge folgende Spalten hinzu: Staatsangehörigkeit, Religion, politische Einstellung, Straftaten usw. - später füge man noch eine derzeit nicht erlaubte (aber was heißt das schon) Spalte namens 'Freitext' hinzu Den Rest übernehmen Überwachungskameras mit biometrischen Sensoren, wie sie beispielsweise schon auf Flughäfen und Bahnhöfen getestet wurden (z.B. HBF Frankfurt) 3. Erfassung der Mautdaten zur Aufklärung von (vorerst) schweren Straftaten (laut Bundesinnenminister Dr. Wolfgang Schäuble war dies eingentlich nicht geplant, aber da man die Daten schon mal hat...). In zweiten Schritt erfolgt die Einführung der PKW-Maut. Fahrzeuge aus dem Ausland ließen sich mit RFID-Plaketten oder mobilen Transpondern zwangsweise bestücken (EU-Recht macht es möglich). 4. Onlinedurchsuchungen Frei nach dem Motto: "Wer nichts zuverbergen hat..." Jeder hat etwas zu verbergen und zwar seine Privats- und Imtimssphäre, die niemanden etwas angeht (siehe auch Grundgesetz Artikel 2). Mittlerweile ist kein Rechner und Betriebssystem vor dem sogenannten Bundestrojaner sicher. Dies bestätigt auch der CCC. http://www.tagesschau.de/aktuell/meldungen/0,1185,OID6664596_NAV_REF1,00.html Wer gerne wissen möchte was sein Webbrowser über ihn verrät, sollte mal auf http://proxy-list.org unter 'Show my IP' nachschauen. Was könnte hinter diesem Überwachswahn stecken? Jetzt werde ich mal ein wenig abstrakt oder auch nicht. Mich würden folgende Datenbanken und Abfragen interessieren: 1. Datenbank der 'Arbeitslosengeld 2'-Empfänger Abfragen: - Prozentualer Anteil der Suizid-Rate im Bundesdurchschnitt - Prozentualer Anteil bei Familientragödien im Bundesdurchschnitt - Prozentualer Anteil der Kriminalitätsrate im Bundesdurchschnitt - Prozentualer der verwahrlosten Kinder im Bundesdurchschnitt 2. Datenbank Vergünstigungen der EU-Abgeordneten (als Kontrast) - Art und Anzahl der Vergünstigungen unserer EU-Parlamentarier im Gesundheitswesen (inkl. deren Familienangehörigen) Hinweis: Diese Datenbank ist als 'geheim' klassifiziert. Fazit: Ich wäre gerne in Wien mit dabei gewesen. Gruß Michael --------------------------------------------------------------------- To unsubscribe, e-mail: [EMAIL PROTECTED] For additional commands, e-mail: [EMAIL PROTECTED]
