Hallo zusammen,
wenn auch wieder mit Verspätung möchte ich doch noch einen Bericht zur
diesjährigen OpenOffice.org Conference nachreichen, die vom 18.09. -
21.09.07 in Barcelona stattfand.
Es gibt von der Conference jede Menge Bilder, die einen Eindruck von der
Veranstaltung in den historischen Gebäuden der Universität Barcelona geben:
http://www.flickr.com/photos/tags/ooocon2007/
Zudem werden nach und nach die Videoaufzeichnungen der Vorträge online
gestellt:
http://ooocon.kiberpipa.org/
Die OOoCon ist für viele der Community-Mitglieder immer eine ganz
besondere Veranstaltung und sie ist für mich eine perfekte Mischung aus
Information, Kommunikation und Erholung.
In den Vorträgen findet man Zeit, sich mit Themen auseinander zu setzen,
von denen man sonst vielleicht nicht gehört hätte oder die man sich
schon immer mal genauer anschauen wollte. Besonders wichtig finde ich
aber die vielen interessanten Gespräche zwischen den Veranstaltungen und
auch am Abend. Man kann vieles direkt ansprechen und erfährt in den
wenigen Tagen viel mehr als es nur über die Mailinglisten möglich wäre –
andererseits kommen die meisten von uns mit vielen neuen Ideen und vor
allem neuen Aufgaben im Gepäck nach Hause.
Am ersten – nicht offiziellen – Tag fanden einige interne Meetings
statt. Ich selbst habe an dem NLC-Meeting (native lang confederation)
teilgenommen, in dem die Leute der unterschiedlichen Sprachprojekte ihre
Erfahrungen austauschen konnten. Dieses Jahr ging es vor allem um den
Lokalisierungsprozess, die damit verbundenen Schwierigkeiten, um Pootle
und um viele Detailfragen. Meine wichtigste Erkenntnis aus diesem
Meeting war, dass die Probleme, die wir bei unseren ersten Übersetzungen
und insbesondere bei den Konvertierungen hatten, keineswegs ein
Einzelfall waren und dass sich die anderen Teams mit Ähnlichem
"herumschlagen". In nachfolgenden Gesprächen während der Conference
haben wir dann über Vereinfachungsmöglichkeiten gesprochen und
insbesondere über die Notwendigkeit, viele Dinge einfach mal zu
dokumentieren, damit nicht ständig das Rad neu erfunden werden muss.
Das zweite Meeting, das ich an diesem Tag besucht habe, war das
Marketing-Meeting. Hier ging es insbesondere um die besonderen Umstände,
OpenOffice.org in Ländern wie Brasilien oder Mexiko in der
Öffentlichkeit bekannt zu machen. Wir können froh sein, dass wir im
deutschsprachigen Raum von solchen Problemen weit entfernt sind und dass
wir – auch wenn da einige anderer Meinung sind – ein gut aufgestelltes
Marketing-Team im de-Projekt haben. Tatsächlich werden unsere
Aktivitäten insbesondere im Marketing und in der Qualitätssicherung auch
international sehr geschätzt.
Nach den Meetings gab es dann die NLC-Party, die im Foyer der
Universität stattfand. Leider war die kleine Feier schon früh zuende, da
die Uni bereits um 21 Uhr ihre Pforten schloss.
Am nächsten Tag ging es dann mit dem eigentlichen Konferenzprogramm los.
Zunächst gab es ein wenig organisatorisches Chaos (der Keynote-Speaker
Louis war irgendwie verspätet, und das obwohl viele auf das angekündigte
Frühstück warteten, das es aber leider erst nach der Keynote geben
sollte) und auch die Orientierung in den großen Gebäuden fiel zunächst
nicht leicht.
Die Vorträge selbst zeigten wie auch schon in den Vorjahren die vielen
Facetten von OpenOffice.org. Und wie so üblich stand man bei jeweils 4
gleichzeitigen Vorträgen immer vor der schwierigen Wahl, was man sich
nun als nächstes ansehen sollte. Wir haben uns meist strategisch
aufgeteilt und dann später von den Eindrücken berichtet. Besonders
spannend fand ich am ersten Tag den Vortrag von Peter Junge zu seinen
Erfahrungen mit OpenOffice.org in China und den Vortrag von Matthias
Müller-Prove und Christian Jansen, die über durchgeführte Workshops
berichtet haben, in denen die Teilnehmer von ihren Erfahrungen im Umgang
mit OpenOffice.org berichteten.
Erwähnenswert waren auch die Kaffeepausen während der gesamten
Konferenz, in denen es im sehr schönen Innenhof der Universität
Getränke, Snacks und leckere „Ikea-Kekse“ (keine Ahnung, wer auf diese
Bezeichnung gekommen ist) gereicht wurden. An der Kaffeebar war das
Erstaunen groß, dass Kaffee ohne Milch in fast Fingerhut-großen Bechern
ausgeschenkt wurde (einige Blicke der Teilnehmer erinnerten mich an
Biertrinker, die entsetzt auf ein "großes" Kölsch starren).
Der zweite offizielle Konferenztag begann früh mit "Community Council
Question & Answer". In dieser Session konnten vorab Fragen eingereicht
werden, die das Community Council dann dort beantwortete. Leider war die
Akustik in dem schönen großen Saal ziemlich schlecht, so dass man als
Zuhörer nicht wirklich alles verstanden hat (diese Tatsache traf dann
auch die CC-Mitglieder, sodass aus einem "teacher" dann auch
versehentlich ein "feature" werden konnte).
Mein Highlight bei den Vorträgen des zweiten Tages war die sehr lustige
Session von Thorsten Behrens zu seinem OOo Config Browser, die von
technischen Problemen und deren Lösungsversuchen geprägt war (Macbook
vs. Beamer). Die Session endete mit einer kurzen, aber sehr
interessanten Livedemo, zu der sich die Zuhörer um das Notebook
"knubbelten".
Abends ging es dann zur Mac-Porters-Party, die ganz in der Nähe der Uni
in einem Hotel stattfand. Der Ort war doch etwas zweifelhaft, irgendwie
befanden wir uns in einer Art Hinterzimmer, aber zumindest war das Bier
günstig und es gab Baguettes. An diesem Abend haben wir zwar nichts zur
Weiterentwicklung des Aqua-Ports beigetragen, aber zumindest viele
andere interesante Gespräche führen können, für die tagsüber meist zu
wenig Zeit blieb.
Der dritte Konferenztag begann noch früher als die vorherigen. Der Start
um 8 Uhr grenzt schon fast an Körperverletzung. Aber wir waren hart im
Nehmen, wollten wir doch den Vortrag von Shaun McDonald zum Buildbot
unbedingt sehen. Es folgten noch einige weitere interessante Vorträge,
unter anderem von Niklas Nebel zum Datenpiloten oder von Frank Peters
und Clayton Cornell zur Zukunft des Dokumentations-Projekts.
Abschluss des Tages und der gesamten Konferenz war ein "Roundtable". Es
versammelten sich einige Vertreter der verschiedenen großen Firmen, die
zu OOo beitragen (Sun, IBM, Novell, Google, RedFlag) und darunter fast
als "Einzelkämpfer" John McCreesh als Vertreter der Community, die von
Louis zu verschiedenen Themen interviewt wurden. Schade fand ich, dass
zwischen den ganzen lobenden Worten an die Teilnehmer des Roundtables
die Community und die Organisatoren der Konferenz nur eine
untergeordnete Rolle spielten.
Einige von uns sind noch etwas länger in Barcelona geblieben, so dass es
noch ausreichend Zeit für Sightseeing gab. Am Samstag legten André,
Florian, Stefan und ich einen echten Gewaltmarsch zurück und haben unter
anderem die beeindruckende Sagrada Familia (eine noch im Bau befindliche
Basilika) und auch den Park Güell besichtigt. Abends und auch am
nächsten Tag haben wir dann noch einiges von dem Stadtfest La Mercè
mitbekommen. Das stellte sich als nicht ganz ungefährlich heraus, als
wir in den Sog der „feuerspeienden Drachen“ kamen – obwohl wir nur zum
Hotel wollten.
Insgesamt war die OOoCon für mich wieder eine sehr eindrucksvolle
Veranstaltung, wegen der vielen motivierten Leute, der Gespräche, der
Vorträge und der überaus sehenswerten Stadt Barcelona. Ich freue mich
jetzt schon auf das nächste Jahr und bin gespannt, wohin uns dann die
Reise führen wird.
Viele Grüße,
Jacqueline
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