Hallo Andreas,

Andreas Mantke schrieb:

- Haben wir bereits ausreichend Dokumentationen zur Verfügung?

IMO nein.

- Ist eventuell bereits die Online-Hilfe für die meisten Benutzer ausreichend?

IMO nein.

- Gibt es genügend Suchmöglichkeiten in Online-Resourcen (Mailinglisten / Foren etc.), so dass kein Bedarf für weitere Docs besteht? - Gibt es bereits gute Bücher auf dem Markt, die das Erstellen von freien Dokumentationen überflüssig machen?

Ein großes Problem unserer Dokumentation sind die kurzen Release-Zyklen von OOo, welche an sich ihre Vorteile haben und die ich gut finde. Für die Dokumentation bedeuten sie aber, dass das Geschriebene schon wieder veraltet ist, kaum dass es fertig gestellt wurde.

Ich habe vor einem Jahr 56 Seiten im Calc-Handbuch zum Datenpiloten geschrieben und dafür viele Tage und Nächte aufgebracht. Seit etwa sechs Monaten müssten große Bereiche davon überarbeitet und umgeschrieben werden. Und hätte ich das getan, müsste ich im November schon wieder ran und Änderungen einarbeiten. Oder ein anderes Beispiel ganz aktuell: Wer vor kurzem in einer Doku zu OOo Writer die neuen Notizen behandelt hat, muss nun rasch alle Begriffe von Notiz in Kommentar ändern.

Als ich in einem früheren Leben Dokumente zu MSO verfasst habe, konnte man eine einmal reife Version mehrere Jahre unverändert nutzen. Das Aufwand/Nutzen-Verhältnis und das Autorenfrustrationspotential sind sehr stark von der länge der Release-Zyklen bestimmt.

Das ist im übrigen nicht nur ein Problem im dem Sinne, dass man die Doku ständig überarbeiten muss. Die sich ständig ändernden Dokus müssen auch gemanaged werden. Idealerweise gibt es überall dort, wo eine Doku hin verteilt wurde, eine Benachrichtigung, wenn es eine neu überarbeitete Ausgabe gibt.

Aus diesem Grund plädiere ich sehr dafür, dass es für die Dokumentationen ein zentrales Repository (meinetwegen OOoAuthors) gibt und dass sie nicht an diversen Orten vorgehalten oder sogar die gleichen Dokumente an diversen Orten editiert werden.

Aber auch dann stellt sich die Frage, ob es jemals realistisch erreichbar sein wird, eine einigermaßen vollständige und stets aktuelle Benutzer-Dokumentation anzubieten. Vollständig hieße zu jedem Modul ein umfassendes Handbuch für Einsteiger und Fortgeschrittene. Selbst wenn man dies erreicht hätte, bräuchte es eine Heerschar von koordinierten Autoren, die zu jedem Release, also alle 6 Monate, alles auf den neuesten Stand bringen.

Der übliche Workflow, dass Dokumente meist erst in Englisch erstellt werden und wenn sie dann mal fertig sind, auf Deutsch übersetzt werden, bringt zusätzlich Verzögerungen. Abgesehen davon habe ich auch schon erlebt, dass das englische Material inhaltlich unbrauchbar war.

Das alles stellt IMO in Frage, ob das Ziel, eine umfassende Benutzerdokumentation in Form von download- oder druckbaren Dokumenten anzubieten, strategisch richtig ist. Vielleicht wäre es realistischer, sich auf einige, wenig umfangreiche Einführungsdokumente zu beschränken, die aber wirklich immer topaktuell gehalten werden. Weiter gehendes Wissen könnte dann über Foren, Mailinglisten und deren Archive angeboten werden. Wobei die in diesen Medien häufig auftretenden Themen in einem Wiki als FAQ oder als Schwerpunktaufsatz behandelt werden könnten.

Zum Teil funktioniert es ja derzeit schon genau so. Vielleicht würden wir uns verbessern, wenn wir dies auch bewusst (oder noch bewusster) so organisieren an die Benutzer kommunizieren würden.

(Du wolltest 2 Cent.)

;-)

Gruß

Stefan

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