Hallo,

> Von: Marino Salvalaggio <[email protected]>

> 
> Irgendwie bin ich Irritiert.
> Wenn ich lese, dass Oracle neu OOO als Bezeichnung nutzen will (warum
> auch immer) zum Antitalenten OOo frage ich mich, ob denn OOo mit
> irgendwelchen Rechten versehen ist!

OOo (die Abkürzung) ist nicht geschützt, wohl aber OpenOffice.org 
(eingetragene Wortmarke) und das aktuelle Logo (Schriftzug mit Möven,
"Open" in schwarz "Office.org" in blau).

> 
> Ich dachte immer, dass die freien Mitarbeiter, aus denen ja OOo besteht,
> Ihre Rechte der Urheberschaft der Software zum öffentlichen freien
> Zugang einem eingetragenen Verein übertragen. 

Genau hier ist der Denkfehler: es gibt keinen solchen Verein, diese
rechtliche Instanz ist die Firma Sun Microsystems (solang sie existiert,
danach ihr Rechtsnachfolger). 

Zusätzlich ist Sun der Eigentümer der Marken in den meisten Fällen.
In USA ist formal "Team OpenOffice.org e.V." der Eigentümer, allerdings
wurde bereits 2008 vom CommunityCouncil beschlossen, dass die Markenrechte
an Sun übertragen werden. Das war insofern notwendig, da Team OOo e.V.
klargestellt hat, dass der Verein keine Anstrengungen unternehmen würde,
um die Marke zu verteidigen (und nahezu jedes Markenrecht sieht vor,
dass ein Markenmissbrauch nichtmehr geahndet werden kann, wenn er 
über einen gwwissen zeitraum nicht gerügt wurde - dann hat man zwar eine
Marke registriert, aber keine rechtliche Möglichkeit mehr, Missbrauch zu 
verhindern.)


Wie shcon in einem anderen Thread geschrieben, war die Idee, dass
Sun die Marke im sinne einer von der Community erstellten Policy 
verteidigt. Nur liegt diese Policy seit Monaten bei Sun legal zur Prüfung.

> 
> Ich denke, es wäre von Nöten dass das Ganze mal durch Juristen zu
> überdenken ist! Da in jedem Land eigene Gesetzte zum Vereinsrecht bez.
> Genossenschaftsrecht bestehen, muss das doch mal an die Hand genommen
> werden. Jede Firma ist doch immer am kommerziellen Nutzen orientiert,
> und es ist doch wirklich Blauäugig zu glauben, dass das für OOo in
> Händen irgendwelcher Firma nicht gilt!

Die Idee, die Rechte an OpenOffice.org, an eine internationale
Stiftung zu übergeben ist so alt, wie das Projekt selbst. 
(Wer es nicht glaubt - bitte [1] anschauen.)

Mal abgesehen davon, dass bisher in der Community keine einheitliche
Meinung bestand, ob das notwendig oder sinnvoll wäre, wie eine solches
Kostrukt aussehen und konkret finanziert werden sollte ... es wurde
vom aktuellen Eigentümer recht deutlich kommuniziert, dass aus seiner 
Sicht eine solche Änderung nicht notwendig ist.



Gruß,

André

[1]
http://www.openoffice.org/source/browse/*checkout*/www/www/about_us/governance.html?rev=1.1
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