Hallo David,

da Du mich direkt angesprochen hast.

Einige Fakten, die Du bei Deinen Fragen voraussetzt, bedürfen einer
Hinterfragung.

1. Der Ton hier war immer schon gelegentlich "rauh aber herzlich".

Da wir alle erwachsene Menschen sind, können wir auch unterscheiden, ob
jemand zur Sache oder gegen eine Person argumentiert, wobei in einer
großen Gemeinschaft auch gelegentlich persönliche Debatten vorkommen
können. Es wird eben vorausgesetzt, dass jeder Leser willens und in der
Lage ist, die einzelnen Postings unter Berücksichtigung des
Gesamtzusammenhangs kritisch zu würdigen.

Ansonsten ist mir aufgefallen, dass es immer wieder Personen gibt, die
mit dem Ziel der Schlichtung in manche Debatten einzugreifen. Auch diese
sind für ein Projekt wichtig.

2. Novell wurde an einen Investor verkauft. Dass hinter diesem Microsoft
stünde, wurde bislang nicht kolportiert.

Novell hat aber vor einiger Zeit (noch vor dem Fork) ein
(vieldiskutiertes) Abkommen mit Microsoft abgeschlossen und dieses soll
wohl auch nach der Übernahme erfüllt werden.

Du kannst Dir die aktuellen oder auch schon etwas älteren Nachrichten zu
Novell anschauen, um Dir selbst ein Bild zu machen.

3. Zur Rolle und zum Einfluss von Novell bei LibreOffice bzw. der TDF
bestehen, was nicht verwundern dürfte, unterschiedliche Ansichten.

Da allgemein bekannt ist, welche Personen ihr Gehalt von Novell
beziehen, ist die Situation insoweit auch noch recht transparent.

Inwieweit Novell über diese Personen, die teilweise führende Rollen
innehaben, Einfluss auf die Entwicklung von LibreOffice nimmt, ist
naturgemäß weniger transparent. Noch weniger bekannt ist, ob und
gegebenenfalls welche Ziele Novell bzw. der neue Eigentümer in Bezug auf
LibreOffice verfolgt. Internationale Konzerne sind insoweit nicht
wirklich "verbose". Diesbezügliche Spekulationen werden schnell haltlos.

Wie man das alles bewertet - darüber gehen die Meinung auseinander. Da
musst Du zu einem eigenen Standpunkt gelangen und bereit sein, diesen
immer mal wieder kritisch zu hinterfragen ;-).

Besorgt brauchst Du nicht sein, denn die LibreOffice- bzw.
TDF-Unterstützer wussten von Anfang an recht genau, worauf sie sich
einlassen. Es ist ihr bewusst gewählter Weg, den sie gehen, unbeschadet
des Umstandes, dass man ihn nicht für den besten halten muss.

In persönlicher Hinsicht gehe ich mit jedem dieser Novell-Mitarbeiter
übrigens gerne ein Bier trinken, da man sich mit ihnen recht gut
unterhalten kann. Alles ausgesprochen nette Menschen! (Was auch für die
allermeisten LibreOffice- bzw. TDF-Unterstützer gilt, die ich kenne.)

Gruß
Michael

David Paenson schrieb:
> Hallo Michael, hallo alle,
> 
> als langjähriger Anhänger von OOo schleicht mir bei LO doch immer mehr ein
> ungutes Gefühl, das durch den aggressiven Ton mancher LO-Teilnehmer immer
> mehr bestätigt wird.
> 
> Normalerweise, wenn es in einer Familie oder Gemeinschaft zu einer Trennung
> kommt, dauert es Monate oder gar Jahre, bis man soweit ist und das Lebewohl
> gibt. Wieso diese LO-Gründung von heute auf morgen?
> 
> Welche Rolle spielt Novell dabei? Diese Frage hatte ich bereits vor einigen
> Wochen gestellt, aber noch keine Antwort.
> 
> Hinter Novell steht aktienmäßig Microsoft - welche Prozentanteile weiß ich
> nicht.
> 
> Wird hier nicht ein ganz übles Spiel betrieben?
> 
> Besorgte Grüße
> 
> Dave
> 

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