Am Sonntag, den 03.10.2010, 22:23 +0200 schrieb Olaf Radicke: > Hi! > > Was sagt ihr eigentlich zu den Jüngsten Entwicklungen mit Oracle? Ich > hab hier mal meine Überlegungen zum besten gegeben: > http://www.the-independent-friend.de/?q=node/678
Irgendwie ist das deplatziere in dem Quaker-Blog. Ich kopier das mal in die Mail hier und lösche das da... Der Text: Der Kauf von Sun - und damit Java- durch Oracle, entwickelt sich für Java zu einer mittleren Katastrophe. Mit der Patentklage gegen Google diskreditiert Oracle sich als Open Source-Partner nicht nur selbst, was Oracle offenbar auch völlig egal ist. Jedenfalls könnte man den Eindruck bekommen, wenn man sich anschaut, dass sie in kürzester Zeit so jedem Projekt ans Bein geschifft haben, dass zuvor mit Sun in Verbindung stand. Angefangen von Open Solaris, über PostgreSQL, weiter mit MySQL und OpenOffice.org. Die meisten Projekte haben sich mittlerweile außerhalb von Oracle reorganisiert, oder tun das gerade. Aber mit dem Angriff gegen Google haben sie nicht nur sich selbst aus der OpenSource-Szene katapultiert, sondern gleich eine ganze Technologie als OpenSource-Platform diskreditiert. Ein kurzer Blick in die Open Source Geschichte verdeutlicht was ich meine. Lange Zeit stand die OpenSource-Szene der Java-Technologie sehr skeptisch gegen- über. Grund war zum Einen, dass Java nicht unter einer Freien Lizenz stand und zum Anderen wurde der Entwicklungsprozess sehr stark von Sun kontrolliert. Erst vor wenigen Jahren gab es mit OpenJDK eine Version unter Freier Lizenz. Zu dem Zeitpunkt gab es eine recht brauchbare Implementierung der Dot.net-Technologie unter Freier Lizenz, -das Mono-Projekt. Ich glaube, erst als Mono begann im OpenSource-Umfeld für Java und damit Sun gefährlich zu werden, entschloss man sich zur Freigabe von OpenJDK und der Öffnung des Entwicklungsprozesses. Das wiederum förderte die Akzeptanz von Jave im OpenSource-Umfeld. RedHat z.B. hat in den letzten Jahren sehr viel Geld in Java-Technologie investiert. Durch die Patentklage werden auch diese Projekte bedroht. Ich bin zuversichtlich, das RedHat und andere OpenSource-Projekte den Angriffen durch Oracle widerstehen können. Die jahrelangen Auseinandersetzung um SCO vs. Linux haben das gezeigt. Trotzdem entsteht ein immenser Schaden! Viele Firmen waren zu Beginn verunsichert duch die Prozesse, die SCO führte. Genauso verunsichert werden jetzt wieder einige Firmen reagieren. Einige werden anführen, Oracle sei viel größer als SCO und hätte deshalb bessere Chancen zu gewinnen. Das mag stimmen, aber auf der anderen Seite legt sich Oracle gerade mit den wichtigsten Handy-Herstellern an, die auch nicht gerade kleine Fische sind. In diesem Jahr ist Linux das Betriebssystem Nummer Zwei auf dem Smartphone-Markt. Viele Hersteller sind gerade dabei, zu Linux zu wechseln. Samsung hat angekündigt zu Linux zu wechseln und SymbianOS aufzugeben. Auch Sony Ericsson hat sich schon von SymbianOS verabschiedet. Ich glaube Linux hat gute Aussichten 2011 OS Nummer 1 auf dem Smartphone-Markt zu werden. Und somit wird es quasi heißen: "Oracle gegen den Rest der Welt!" Um es mal etwas polemisch aus zu drücken. Trotz allem Optimismus wird der Prozess (oder bald "die Prozesse"?) negative Auswirkung haben. Linux ist nicht zuletzt auch deshalb so stark geworden, weil BSD in jahrelange Rechtsstreiten verwickelt war. Dass sie letztlich gewonnen haben, interessiert heute keinen mehr. Gut möglich also, dass Oracle Java "erfolgreich" kaputt macht (im OpenSource Bereich), aber es ist genauso gut möglich, dass dadurch eine andere Technologie gefördert wird, die dann schließlich das Rennen macht. Vielleicht das Mono-Projekt oder das Qt-Projkt.
