> Danke, Ulf, jetzt hast du mir den Tag „versaut“ – du hast mir endlich
> den entscheidenden Anstoß gegeben, mich mit LilyPond auseinander zu
> setzen. Als hätte ich nichts Wichtigeres zu tun! ;-)
Hehe… mach das mal!
Warum? Weil: Die elenden Satzprogramme, die nur unter Windows laufen und
einen ganzen Wochenlohn kosten, oder noch mehr, die machen nicht so ein
schönes Notenblatt wie Lilypond. Wie von einer professionellen
Druckerei!
Du wirst aber ständig festfahren und nicht weiter kommen. Man findet die
Dinge nicht so leicht in der Dokumentation. Deshalb jetzt: schicke mir
eine Email und sag wenn es nicht mehr weiter geht, was du machen willst,
dann erkläre ich dir, wie es geht. Das ist ein Versprechen.
Mit den Mausklicke-Programmen sitzt man für ein einzelnes einfaches
Jazzlied 2, 3, 4 oder mehr Stunden da. Das tust du zwar anfangs auch mit
Lilypond. Neu kompilieren für jeden einzelnen Takt und gucken, was es
geworden ist („schon wieder eine Katastrofe, wie kriege ich dass denn
hin?“). Wenn du aber deine ersten 25 Stücke geschrieben hast, dann fängt
es an, schneller zu gehen. Hast du es jahrelang gemacht wie ich, dann
legst du das Notenbuch auf den Schoß mit einpaar Wäscheklammern dran,
und dann hämmerst du gnadenlos im Blindtippen den ganzen Kram rein in
einem Rutsch ohne Zwischenkompilieren, du gibst die Noten rein in
absoluter Notation statt relativer (deshalb die ganzen Apostrophen
drin), dann sind am Ende beim Korrekturlesen nur einzelne Ausrutscher
drin, und wir sprechen da nicht mehr über 3-4 Stunden, sondern über
15-30 Minuten, praktisch während du auf das Abendessen wartest kannst du
„Goodbye Pork Pie Hat“ eintasten (solange wir nicht Lyrics dazu setzen,
dann dauert es lange). Je nach Trainingszustand geht es beim Abschreiben
einer MP3-Datei (durch Abhören) ähnlich schnell (da schreibe ich
grundsätzlich nach dem Hören in C-Dur und transponiere dann am Ende mit
dem Befehl). Am Ende genügt dann ein „\transpose f g {…Musik…}“, um das
ganze in Bb-Stimme, Eb-Stimme oder was auch immer zu transponieren.
Also, mir genügt diese eigenwillige Freeware allemal.
Zu der Unbeliebtheit von Lilypond trägt sicher die schwerfällige
Qwertz-Tastatur bei sowie die allgemeine Unfähigkeit, blind zu tippen.
Es gibt Millionen von tüchtigen Musikern, die die unglaublichsten
Kunststücke auf ihrem Instrument vollbringen – nach tausenden von
Stunden introvertiertem Üben allein im stillen Dachkämmerlein – aber 25
Stunden Zeit für ein Blindschriftkursus, das haben sie nicht, und die
Energie aufbringen tun sie nicht, und eine geeignete Tastatur mit der
richtigen dritten Ebene auch nicht.
Die Welt enthält viele schwer verständliche Elemente.
Ulf