Hi,

ich entnehme den Postings, dass Neo2 fertig ist und Neo3 in den
Startlöchern steckt. Hab' schon in der NordTast-Liste die Idee für ein
(neues?) Konzept gepostet und möchte das gern auch hier vorstellen.

Ich denke man sollte erst das große Ziel definieren, welches man
anstrebt und dann einzelne Bereiche anschauen. Ich schätze ich gehe
recht in der Annahme, dass hier das Hauptziel "Tippkomfort" heisst?

Ich mach' daher einen Vorschlag für ein mögliches Konzept für ein
Projekt "Verbesserung des Tippkomforts" -- denke also sozusagen laut:

Mir gefallen viele Ideen und Aktivitäten hier in der Liste. Mein
Eindruck ist, dass ihr _das_ Layout sucht und dabei keine Kompromisse
eingehen wollt. Das ist ein ehrenwerter Ansatz. Ich plädiere hier für
bestimmte Kompromisse, da ich denke, dass diese sehr große Vorteile
auf anderer Seite bringen können. :-)

Mich interessiert zuerst für wen ihr das "Optimallayout" machen wollt?
Ist es für euch oder auch zu wesentlichen Teilen für "alle" Deutschen?
Meine Gedanken gehen nämlich zusätzlich zu _dem_ Layout als solchem
auch stark in Richtung einer leichten Erlernbarkeit und möglichen
Akzeptanz. Im Idealfall würde das deutsche Qwertz langfristig
aussterben und von einem neuen Layout ersetzt. Ich sehe das aber
ehrlich gesagt in keiner Form kommen und befürchte, dass in 30 Jahren
immer noch nur oder überwiegend Qwertz-Tastaturen verkauft werden! :-(
Wollt ihr daran etwas möglicherweise ändern / mit beeinflussen? Denn
für sich selbst kann man heute mit den gegebenen Möglichkeiten recht
gut für sich selbst eine "schöne" Insellösung zurechtbasteln.

Wenn man aber etwas bewegen will, sollte man die vielen Leute, die
erstmal kein besonderes Interesse an neuen Layouts haben, möglichst so
berücksichtigen, dass der Aufwand umzusteigen möglichst klein ist. Ich
denke, dass es möglich ist mit sehr kleinen Kompromissen dieses
Nebenziel "leichte Umsetzbarkeit für Anwender" sehr gut in einem
"Tippkomfort-Projekt" berücksichtigen zu können.

Der Grundgedanke sieht so aus, dass man versucht eine möglichst hohe
Kompatibilität zum bisherigen beizubehalten. Ich hoffe ihr findet die
Idee gut, wenn ich erklärt habe, wie ich meine, dass das sehr gut
funktionieren könnte.

Ich kann mir ein Projekt so vorstellen:


1) Hauptziel: "Bequeme, sichere und schnelle Bedienung des Computers über
eine tastenbasierte Eingabe"

(soll sowas wie DataHand-"Tastaturen" mit einschließen können)

Das Projekt soll relativ schnell in die Praxis umzusetzen sein und
dabei den Umstieg so leicht wie möglich machen. Mit wenig Lernaufwand
soll bereits ein großer Nutzen für den Anwender gegeben sein. Bei mehr
Lernaufwand, kann er dann noch größeren Nutzen aus dem Projekt ziehen.
_Ganz_ tolle Lösungen können dann zusätzlich individualisiert auf die
eigenen Bedürfnisse und Mögilchkeiten des OS usw. realsiert werden,
aber sollen hier nicht oder nur am Rande betrachtet werden.

2)

Das Ziel "bequeme Tipparbeit" wird mit bei Berücksichtigung der
folgenden 4 Bedingungen erreicht (auch etwa in der Reihenfolge des
Einflusses auf den Tippkomfort- und geschwindigkeit aufgelistet):

a) 10-Finger-System wird beherrscht
b) gute Tastatur
c) geeignetes Layout
d) "intelligente" Programme (z. B. Autotext)

Das Projekt gibt Tipps für alle diese 4 Punkte, z. B. in Form von
Links zum Lernen des 10-Finger-Systems. (Da es aber hier bereits
etliche Lösungen / Programme gibt, ist hier keine verstärkte
Entwicklung gefordert).

Ebenso werden Infos in Form von Links zu Herstellerinfos, wie auch
Erfahrungsberichte zu verschiedenen Tastaturen in einem Wiki
gesammelt. Auch Hinweise zu "intelligenten" Programmen, die
betriebssytemweit oder in Einzelanwendungen dem Anwender durch
Autotextfunktionen, Zwischenablagemanager u. ä. die Arbeit
erleichtern, können im Wiki (ggf. mit kurzer Erläuterung, Artikeln
oder Erfahrungsberichten, Tests usw.) aufgelistet werden.

Dieses Projekt konzentriert sich aber im Kern auf das Erstellen eines
optimierten Tastaturlayouts für 10-Finger-Schreiber, da hier dringend
Verbesserungsbedarf gegenüber dem Qwertz-Layout besteht:

Ein für 10-Finger-Schreiber geeignetes Layout kann sich aus den
Tastenanordnung zur Nutzung folgender 4 Haupt-Komponenten
zusammensetzen:

1. Deutsche Text- und Satzzeichen
a) "Standardzeichen" (Alphabet, Ziffern, Punkt, Komma usw.)
b) häufig verwendete Zeichen, wie verschiedene Klammerntypen, @ usw.
2. Bewegungs- und Editierfunktionen (z. B. Pfeil, Entf)
3. weitere "Sonderzeichen" (z. B. griechische Buchstaben)
4. Funktionen zur Steuerung von Programmen (E-Mail-Programm starten,
Media-Player-Funktionen [laut/leise...], Programm schließen,
Fenstergrößen ändern usw.)

Um die Tastatur effizient nutzen zu können, müssen zuerst alle Zeichen und
Funktionen bequem in der Grundstellung erreichbar sein, die häufig
genutzt werden (Punkt 1.). Zusätzlich wird die Bedienung des Computers
im allgemeinen (Editieren von Text, Lesen im Browser usw.) erheblich
vereinfacht, wenn Bewegungs- und Editierfunktionen in Grundstellung
erreichbar sind. Diese beiden Punkte sollen daher mit dem Projekt
erfüllt werden.

Die Eingabe weiterer Sonderzeichen (griechische Buchstaben,
typographisch korrekte Anführungszeichen, mathematische Symbole oder
generell ausländische Buchstaben) unterscheiden sich stark von
Anwender zu Anwender. Hierzu soll das zu entwickelende Layout entweder
bereits eine gute Auswahl an Optionen (freie Tasten, die individuell
belegt werden können) oder eines oder mehrere "Standardlayouts" für
typische Anwendungsfälle bieten. Die Wahl für eine dieser Optionen
wird im Verlauf des Projekts anhand der bis dahin gesammelten
Erfahrungen entschieden.

Um die unter 1. und 2. beschriebenen Zeichen und Funktionen auf einem
deutschen Standardtastatur (und üblicher Abwandlungen, z. B. für
Notebooks) realisieren zu können, benötigt man mehrere Modifier. Die
Anzahl der mindestens notwendigen Modifier dazu ist zu ermitteln.
Vermutlich langen je zwei Modifier auf jeder Handseite (Shift +
"neuer" Modifier). Diese Modifier müssen bequem in der Grundstellung
erreichbar sein, da nur dann die Effizienz bzw. der Komfort gesteigert
werden kann, wenn diese -- am häufigsten gebrauchten Zeichen _und_
Funktionen sehr leicht erreichbar sind.

Das finden des Layouts könnte man dann so planen:

A. Festlegen der Voraussetzungen und Bedingungen, die ein Layout
erfüllen muss

B. Auswahl der Modifier für 1. / 2. und 3. bzw. 4. (gemäß obiger
Liste)

C. Belegung der Tasten für alphanumerische Zeichen

D. Belegung der Tasten für häufige Zeichen _und_ Funktionen (gemäß
obigem Punkt 1. und 2.)

Unter A., "Bedingungene" für ein Layout", würde ich die Kompatibilität
sehr hoch ansiedeln, da nur dann meiner Meinung nach eine leichtere
Verbreitung ermöglicht werden kann. Dazu folgende Ideen:

Zur Erreichung der Kompatibilität würde ich ein Stufenkonzept / Layout
vorschlagen. Ein Anwender könnte dann je nach Wunsch sich für eine
Ausbaustufe entscheiden. Die Stufen zueinander sind natürlich auch
"kompatibel". Die Stufen wären:

1) unverändertes Qwertz-Layout _plus_ bessere Erreichbarkeit von
den besonders häufig gebrauchten Zeichen und Funktionen.

2) weitere Ebenen mit Zeichen für spezielle Anwendungsfälle
(griechische Buchstaben, Mathe, usw. -- ihr habt da besseren Überblick
als ich)

3a) neue Buchstabenanordnung mit nur 4 oder 5 vertauschten Buchstaben
gegenüber Querz-Layout, so dass man relativ leicht mal probeweise ein
neues Layout probieren / lernen kann. Dies sollte nach



schon einen deutlichen Verbesserung gegenüber Qwertz bringen.

3b) neues "optimales" Layout (Neo3...)

Ich denke, dass man so deutlich leichter mehr Leute erreichen und auch
langfristig ggf. sogar für ein neues Layout interessieren könnte. {Ich
bin im Moment für mich bei 1) und habe evtl. Interesse an 3a) oder
3b)}. :-)


Details
--------
Alle Zeichen und Ziffern (nicht Buchstaben!), die auf einer
Standardtastatur sind, müssen nach wie vor an der gleichen Stelle
erreichbar sein. Dadurch ist gewährleisetet, dass eine
Standardtastatur leicht "aufgerüstet" werden kann. Die mit
Standardbelegung nicht gut erreichbaren Zeichen und Funktionen
(Bewegung / Editieren) werden leicht verfügbar gemacht.

Das bedeutet, dass man das Qwertz-Layout für die Stufen 1) und 2)
komplett übernimmt und für Stufe 3a) nur 5 Zeichen ändert.

Der direkte, und bereits sehr großer, "Gewinn" für alle Anwender ist
bereits mit Stufe 1 erreicht: Darüber hinaus werden weitere Zeichen
und ggf. auch Funktionen (wäre zu überlegen, ob / wo sinnvoll) in
"tieferen" Ebenen (die nicht mehr leicht "blind" über Modifier zu
erreichen sind) mit aufgenommen. Zu Stufe 1) finde ich die
Bewegungstasten, Entf und weitere mit wesentlich.

Ich tippe seit 2,5 Jahren mit so einem erweiterten Layout, ich nenne
es DeutschlandPlus, da es Zusatzfunktionalität zum deutschen Layout
bietet und die AltGr-Sünden (ihr wisst was ich meine!) des
Qwertz-Layouts behebt und zusäztlich Navigation und mehr (ESC, Alt-Tab,
Programm schließen, Kontextmenü...) _bequem_ in der Grundstellung
verfügbar macht.

_Und_ das ganz entscheidende für euch: _Statt_ dem Qwertz-Layout kann
auch wahlweise ein neues Tastaturlayout für Buchstaben gewählt werden.
Dieses neue Optimallayout (NT, Neo3...) wäre dann die Krönung, für
diejenigen die bereit sind umzulernen. Mit Neo2 hat man etliche
Funktionen und Zeichen, die für jeden nützlich sein könnten, aber die
ein Qwertz-Anwender nicht nutzen kann, da Neo2 im die Tastatur
durcheinander wirbelt. Das müsste nicht sein, um bereits einen großen
Vorteil aus dem, wie ich finde sehr ausgefeilten Treiber (hab' mir
NeoVars angesehen), zu ziehen.

Das heisst also, man hätte ein "Plus-Layout", welches Schwächen des
Standardlayouts behebt _und_ zusätzlich die Möglichkeit das
Buchstabenlayout bei Wunsch anzupassen. So hätte man auch die
Möglichkeit das Plus-Layout auf beliebigen Rechnern zu nutzen, an
denen man nicht alleine arbeitet, da die anderen die Zusatzfunktionen
gar nicht mitbekommen (müssen).


Vorteile dieser Lösung
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* Tastaturaufdruck im "Plus-Modus" (obiges 1) noch gültig
* im reinen "Plus-Modus" kann die Tastatur nach wie vor von "jedem"
genutzt werden!
* Tastaturaufdruck im Optimallayout-Modus (obiges 3a und 3b) bis auf Buchstaben 
auch gültig!
* leichteres Wechseln zum neuen Layout oder zwischen den Layouts
* leichteres Gewinnen von Interessenten, die "nur" ein paar Schwächen
des Standardlayouts behoben haben möchten
* Interessenten können aber dann ggf. später auf das voll ausgebaute
Layout wechseln


Nachteile dieser Lösung
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* für bisherige Neo-Anwender: Umgewöhnung
* evtl. teilweise ein klein wenig schlechtere, als theoretisch optimalere
Belegung  -- allerdings _nicht_ für die wichtigsten Zeichen, nämlich
die Buchstaben! Der Großteil der Sonderzeichen könnte auch frei belegt
werden, so dass nur die AltGr-Kombis evtl. einen Hauch weniger als
ganz optimal wären (ggf. durch Zweitbelegung vermeidbar).



Fazit und Feedback?
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Hab' die Neo-Geschichte und Überlegungen ja nicht mitbekommen, aber
den hier geschilderten Ansatz halte ich für im positiven Sinn
pragmatisch und anwendernah. Was meint ihr?

Meinen Layoutvorschlag "DeutschlandPlus", als alleinige Lösung, falls
ihr obiges Konzept nicht gut findet, oder entsprechend als Stufe 1)
für ein optimiertes Layout, stelle bei Interesse ich in einen neuen
Thread vor.

Dann bin ich mal auf eure Meinungen gespannt. Hoffe es war nicht viel
zu lang :-)

Viele Grüße
Peter


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