fred,

interesting email.  it has surely got me wondering about my ancestors.  my
great-great grandfather was born in a small village close to elbing
(lichtfelds kreis stuhm, present day sztum).  his family was responsible for
tending the kaiser's vineyards (william, emperor of prussia), and his
children played with the kaiser's children.  so i'm wondering if my
ancestor's family was more german than polish.  timeframe: early 1870's.
the lachowsky's/lachowski's that did not immigrate to the united states may
have been displaced east into present day germany.

maybe i should be looking for distant relatives in germany vs. poland?

robert lachowsky

-----Original Message-----
From: Elbing-L@yahoogroups.com [mailto:[EMAIL PROTECTED]
Behalf Of Fred Rump
Sent: Tuesday, July 05, 2005 9:41 AM
To: elbing-L@yahoogroups.com
Cc: [EMAIL PROTECTED]; [EMAIL PROTECTED]
Subject: [Elbing-L] Elbing 1945


A comment to the non-German speaking readers:
At the end of WW2 many millions of Germans either 
fled or were forced out of their homes (12-16 
million is about as close as anybody can get) in 
order to make room for Poles and Russians in the 
shift towards the West agreed to by Roosevelt and 
Churchill at Yalta. Ethnic cleansing of monumental 
proportions that our history books hardly, if ever, 
mention.

During the ensuing turmoil unspeakable crimes 
against humanity occurred under the guise of 
'humane' transfer. Again, millions of people died in 
the process but we don't talk about it. 

The survivors wrote to each other as they tried to 
reestablish contact with their friends and families 
via the Red Cross and refugee organizations. 
Thousands upon thousand of letters were written and 
a few still exist here and there and are published 
in books as someone cared enough to speak about the 
unspeakable. The following is such a letter written 
in 1946 by the wife of one Elbing's doctors. The 
letter just appeared in the 'Der Pangritz Kurier', a 
publication of former Elbingers. Editor Hans Preu?  
made commentaries in parenthesis. 

Fur unsere deutschen Leser sollte der Brief sich 
wohl selbst erklaren:

  Unser Club-Mitglied Edith Diedrichsen, schickte 
uns die Kopie eines Briefes von Frau Else Kumm, 
Witwe des praktischen Arztes Dr. Rober Kumm, an 
Rechtsanwalt Dr. Rudolf Passarge vom 2.Januar 1946 
aus Leipzig. Dr. Kumm hatte seine Praxis zuerst am 
Alten Markt 45, (Eingang Schmiedestra?e. - Schuhaus
 Baering) spater Schmiedestr. 10 a und Rechtsanwalt 
und Notar Dr. Passarge hatte seine Praxis zuerst in 
der Kettenbrun-nenstra?e (Wohnung Fr.-Wilh.-Platz 
8), spater A.-H. Stra?e 18 (Wohnung Ziese Str. 82) 
1946 wohnte Frau Kumm in Leipzig, spater in Melle 
bei Osnabruck  (Ev.Krankenhaus) und Dr. Pass
arge in Winsen an der Luhe. 

Hier der Brief :
Wir haben bitter bereut, nicht rechtzeitig 
gefluchtet zu sein, so grausig hatten wir uns den 
Russeneinmarsch nicht gedacht. Das Gesundheitsamt 
hatte am 23.1.45 gegen 15,00 Uhr noch angerufen, da? 
mein Mann ohne Genehmigung die Stadt nicht verlassen 
durfte.

  Als am 24. gegen 14, Uhr die Schiesserei schon 
etwas ungemutlicher wurde, gingen wir mit Frisor 
Gunther, als die einzigen im Haus, nach Wittenfelde 
zu Besitzer Klaffke am Thumberg. Dort war bereits 
ein deutscher Spahtrupp von 75 Mann. Am Donnerstag 
hatten die Russen bereits Seeteich, Stagnitten usw. 
besetzt und ringsum brannten Gehofte. Da die Russen 
den Spahtrupp entdeckt hatten und das Gehoft Klaffke 
unter Feuer nahmen, riefen wir die Polizei an, ob 
noch eine Fluchtmoglichkeit bestande. Der Offizier 
sagte, bei Schichau liegen seit 18,00 Uhr 3 
Torpedoboote und 3 Zerstorer (Anmerkung der R
ed.: Leider keine Zerstorer), sie wurden 3000 Mann 
an Bord nehmen und mu?ten bis 23 Uhr Elbing 
verlassen haben.

Wir machten alle, die wir auf der Stra?e trafen, auf 
die letzte Fluchtmoglichkeit aufmerksam. Um 24 Uhr 
wurden alle Brucken gesprengt. Es herrschte Sturm 
und Schneegestober. Wir fuhren trotzdem los, 
zusammen mit Frl. Unruh, Familie Klaffke, Gunthers 
und 2 Instleute. In der Bergstra?e sagte man un s, 2 
Schiffe seien um 12 Uhr auf der Hohe von Tolkemit 
gesunken ( ? ) Wir entschlossen uns dazubleiben und 
begaben uns in den Keller des Hauses Neue Gutstr- 2, 
welches einer Schwester von Frau Klaffke gehorte. 
Hier waren bereits 15 Familien anwesend. Am Freitag 
um 12 Uhr setzte vom Drausensee her die Beschiessung 
mit Stalinorgeln ein. Als erstes Haus erhielt die 
Villa Baring einen Volltreffer, den zweiten erhielt 
um 15 Uhr unser Haus Schmiedestr. (gemeint ist das 
Georgenbruderhaus - Alter Markt 45). Es brannte in 
der Kettenbrunnenstr., Mauricio und die Schmiedestr. 
bis Ebel (Inh. von Diecker t Haus Nr. 19)   

   Die Lehrerin Albrecht hatte sich in der Nacht vom 
23. zum 24. beide Pulsadern durchgeschnitten, nicht 
richtig tief genug, verblieb allein im Hause zuruck 
und verbrannte. In der selben Nacht aus dem kleinen 
Fischgeschaft, Frau Fahndrich (sicher Fagenstadt) 
sich, ihren Kindern und Angehorigen, acht Personen, 
auch die Pulsadern geoffnet. Sie waren, als wir am 
24. geholt wurden, bis auf den alten Fitkau (Fietkau 
) bereits verblutet.

  Am 27. brannte der Konigliche Hof, Deutsche Bank, 
Ligowski, Central Hotel. Am 28. zogen wir zu 
Kolkmanns in der Hohezinnstr. (Nr.12) Nur Frau 
Borgstedt war mit uns zusammen. Wasser, Licht und 
Gas gab es bereits seit dem 24. nicht mehr.. Die 
Heizung bei K(olkmanns) war auch geplatzt. Wir 
wohnten alle 5 beim Hausmeister, nachts im 
Luftschutzkeller. Hubrecht bug noch Brot, Fleisch 
gab es noch bei Holzwei?. Jede Nacht um 4 Uhr sagte 
der russ. Lautsprecher durch, die Stadt solle sich 
ergeben, auch zogen hunderte von Frauen und Manner 
und Kinder mit wei?en Fahnen vom Preu?enberg zum 
Rathaus, aber der Oberstleutnant Schopfer tat es 
nicht. Er stellte im Stadtgarten noch 2 schwere 
Batterien auf und dann gingen standig die schweren 
Granaten uber K(olkmann)s. Haus.

   Am 9.2. bekam das Haus Hohezinnstr. Nr. 2 6 
Volltreffer, 8 Einwohner wurden unter Schutt 
begraben, die ubrigen kamen zu uns. Darunter auch 
eine Frau Them (Thom) mit Tochter aus dem Haus 
Hohezinnstr. 14. Am 9.2. bekamen wir 2 Volltreffer, 
Herr K. wurde ein Bein ausgerissen, er flog gegen 
die Wand und war sofort tot. Am 10. gegen 8 Uhr 
besetzten die Russen die Hohezinnstr. Alle Manner 
wurden verhaftet, wir Frauen mu?ten 10 km aus der 
Stadt nach Kl. Stoboy. Die Russen hatten 3 Wochen 
Plunderungsfreiheit, verhafteten Frauen, Madchen und 
Manner vom Volkssturm. Letzteren wurden gleich 
erschossen. Frau Borgstede (Bismarkstr.l) verloren 
wir auf dem Marsch durch die brennende Stadt. Wir 
haben sie nie wieder gesehen. Wir mu?ten uber Tier- 
und Menschenleichen, Schwerverletzte und gluhende 
Drahte steigen und wurden immerzu getrieben. Dabei 
rissen uns die einziehenden betrunkenen Kampftruppen 
alles aus den Handen. Wir hatten noch nicht einmal 
mehr einen Kamm. Wir waren mit 70 Personen in 2 
Insthausern.

  Tag und Nacht kamen die Russen und holten die 
Frauen heraus. Besonders eine Frau Ziegeleibesitzer 
Muller von Damerau. Sie war mit einem 9 Monate altem 
Kind und Mutter bei uns. Die arme Frau wurde dauernd 
vergewaltigt, streubte sie sich, wurde sie 
geschlagen und die Mutter mu?te dabei am Bett knie
n. Es war alles entsetzlich. Auch die alte Frau 
Baurat Mohnen (Konigsberger Str. 58) war nach 
Aschbuden gefluchtet und wurde da vergewaltigt. Eine 
Frau Kammer (Installateur A.-H.-Str. 20 ) war mit 
einem 5 Monate altem Enkel bei uns. Die 68 jahrige 
Frau wurde 9 x hintereinander vergewaltigt und die
Tochter, Frau Fiedler 15 x. Sie bekam noch eine 
Saure in die Geschlechtsteile gegossen. Der alte 
Vater blieb bei der Tochter in Elbing, wahrend Frau 
K. mit Kind nach Vogelsang fluchtete. Er schnitt 
sich und der Tochter die Pulsadern auf. Viele  Leute  
wurden nach Sibirien  verschleppt.  Es wurde gesagt 
2-3 Tage aufraumen und dann kamen die armen Menschen 
nach Sibirien. Die ersten Kranken kamen nach hier. 
Ich habe sie im Lager aufgesucht. Von Lagern mit 
2700 lebten noch ca 600. Furchtbares haben sie 
erdulden mu?en.

  Frl. Unruh, Frl. Eisemann von Herzfeld & Schwan, 
Frl. Muller, Ziegelei Damerau, Pfarrer Jeroschewitz 
von Pangritz, letzterer ist am 10.7. in Chelabinsk 
am Ural gestorben, alle sind in Sibirien, Am 1.5. 
kamen wir wieder zur Stadt, alles in Trummer. Keine 
Kirche, kein Laden, die herrliche Annenkirche, alles 
zerschossen, ausgebrannt. Und wie hatten die Russen 
gehaust, kaum zu beschreiben. 90% der Frauen 
verseucht und schwanger. 4 Wochen habe ich meinen 
Mann gesucht, bis ich ihn in einem Hinterstubchen am 
Georgendamm fand. Wir hatten uns in der Roonstr. 3 
eine kleine Wohnung, 2 Zimmer, Bad, Kuche, zurecht 
gemacht. Mit uns wohnte Frau Stammer, sie starb im 
Juni, Frau Hoffmann, Schwester von Frau Rebs 
(Obering. Sonnenstr.72) sorgte sich um ihren Mann, 
der auch verschleppt war. Frau Netke lag im Sterben 
als ich gerade wegfuhr. Eine Lehrerin Hohmann 83 
Jahre, Herr und Frau Wilke , (Destillateur bei 
Stobbe bezw. Verwalterin der Kuche), Frau Papproth 
und Tochter kamen nach Sibirien. Frl. Reichwald 
(Reichswald, Lehrerin Hohezinnstr. 2) Frau Boyens 
geb. Reimer (Ing. Bismarckstr. 2) von Albert Dyck 
starb im Luftschutzkeller.

   Am 8. Marz bezog die GPU die Hauser Roonstr. 5+7 
Da dort Tag und Nacht Posten standen, konnten wir 
endlich zur Ruhe kommen und uns auch ausziehen. Von 
da ab kamen keine Russen mehr in unser Haus, Major 
Orgin und Generaloberst Terrassow hielten Ordnung, 
der General bestimmte auch, da? ich am 14.7. mit dem 
Auto nach Berlin kam. Wir waren ca. 25 000 in Elbing 
als die Russen einfielen. Frl. Komnick kam Pfingsten 
aus Danzig zuruck. Suschkes (Kaufmann Hindenburg 
Str. 51 -Inh. der Firmen Hube, Nachf. Herrenstr. + 
Danielowski Nachf. A.-H.- Str. 55 + Likor und 
Fruhstucksstuben "Am Johannistor") kamen ebenfalls 
Pfingsten, ausgeplundert und verlaust aus Danzig und 
wohnten in einer Garage in der Arndtstr. Volkmanns - 
Dambitzen kamen wieder, er aus der Gefangenschaft 
aus Graudenz, barfu? mit einer alten Pferdedecke und 
voller Lause, hatte 60 Hiebe nackend erhalten, er 
sollte absolut sagen, er ware PG.

  Sie kam im Juni mit Schwiegertochter und Enkel. 
Die Schwiegertochter von den Russen schwanger, beide 
gingen taglich von 5-19 Uhr Russenwasche waschen. 
Frau Lissau, Lehrerin war auch noch da, auch Frau 
Amtsgerichtsrat Eggert hatte Frau Prof. Schultze bei 
sich in der Hindenburg Str. wohnen. Sie ist auch 
gestorben. Steuerrat Dragel (Dargel[?], Arndt Str. 
la) und Lehrer Konopatzki hackten Holz, holten 
Kohlen, schuppten Fische usw fur die russ. 
Offizierskuche und erhielten dafur 3 x taglich Suppe 
und Brot und gaben davon Suschkes etwas ab, denn die 
hatten garnichts. Herr D. kam im September mit
 russ. Auto nach Berlin und ist am Finanzamt 
Osterburg in der Altmark angestellt und auch unter 
dieser Adresse zu erreichen. Frau Rechtsanwalt 
Bandow (Buro Bandow & Gaupp, Wilhelmstr. 44 -Wohnung 
Moltkestr. 2) und Frau Dr. Gross (Erwin Gross - 
Medizinalrat und Kreisarzt- Muhlendamm 38) sind noch 
in Elbing. Frl. Pudow (Emma Pudor,Oberschullehrerin, 
Jahnstra?e 2), Frl. Schottky (Gertrud, Studienratin, 
Jahnstra?e 2), Frau Dyck, Frau Fuchs sind im 
September aus Elbing raus. Frl. P. und Sch. wohnen 
in Gottingen und schreiben ihre Elbinger Erlebnisse 
in Buchform, Adresse unbekannt. Frau D. und Fuchs 
wohnen in Meiningen, Theodorenstr. 12. Frau 
Barmwoldt (Gewerbeoberlehrer, Konigsberger Str. 53 
b) ist auch noch in Elbing. Herr B. wurde von den 
Russen erschossen. Ebenso Major Bender, Frau Brenke 
(Studienrat Dr. Max, Heimstatte 35) nahm sich das 
Leben. Direktor Sinnhuber erschoss sich mit Fra
u. Herr Ernst Schmidt, Hohenhaff wurde auch 
erschossen, sie war vom vielen vergewaltigen 
irrsinnig geworden.

  Frau Direktor Muller, Englisch Brunnen, ist auch 
erschossen, er wurde verschleppt. Auch Konditor 
Teuke wurde erschossen. Ziegelleibesitzer Schmalfeld 
erschoss sich und seine ganze Familie, sie sollte 
von 4 Russen vergewaltigt werden, da stellte sich 
das Hausmadchen zur Verfugung. Wahrend die Russ
en mit dem Madchen gingen, erschoss er alle.

  Dr. Brenke, Lehrer Rudat (Oberlyzeallehrer i.R., 
Talstr. 13), Frau Gaigalat (Dr. Oskar Gaigalat, 
Arzt, A.-H.-Str.56), wohnten alle bei Frl. Gaigalat 
(Margarete, Lehrerin, Damaschkestr. 30), Herr und 
Frau Weinhandler Wolff, ebenfalls. Frau Bender, 
schalte von fruh bis abends Kartoffeln in der Russ
enkuche, dafur erhielt sie Essen, aber ohne Fleisch 
- die deutschen Schweine brauchen nichts ! Ebenso 
schalte Frau Dyck, Frau Fuchs den ganzen Tag 
Kartoffeln.

   Mein Mann war einziger Arzt in Elbing. Pastor 
Westren - Doll (Doll, St. Annen) einziger Pfarrer. 
Im Juli starb seine Frau. Ihre Villa stand noch, nur 
ohne Mobel. Mein Mann wurde am Karfreitag von der 
Tscheka wieder verhaftet, am Sonnabend mu?te er in 
Fichthorst Heu laden und am Osterfeiertag, an
seinem 74. Geburtstag, kam er nach Hause und mu?te 
am 3.4. im Hospital Bergstr. (gemeint ist sicher die 
Bergschule in der ein Lazarett eingerichtet war) mit 
Arzten anfangen. Es waren noch 1560 Deutsche in der 
Heinrich von Plauen Schule, die am 3.4. weiter nach 
Osten kamen.

  Die Soldaten griffen Ostern von Hela und Steegen 
aus Elbing an (?) da sie kein Proviant mehr hatten, 
mu?ten sie sich ergeben. Sie kamen am 20.4. durch 
Elbing und wurden hinter Braunsberg interniert, 
Hauptmann Helmut Langling (Lengning, Schmiedestr. 
13/14) war auch dabei. Mein Mann kam eines Tages
aus dem Lazarett und sagte mein altes gutes 
Schmidtchen (gemeint ist sicher einer der beiden 
Arzte - Dr. Arthur Schmidt I , Fr-Wilh. -Platz 8 
oder Dr. Fritz Schmidt II, A.-H.- Str. 35), er war 
mit seiner Wirtin in der Gartnersiedlung 
Drausenseestr., starb da und ist im Garten beerdigt.

   Sie glauben ja nicht, die Leute starben wie die 
Fliegen und so traurig es ist, es war so etwas 
alltagliches, man sprach einmal daruber und dann war 
schon wieder etwas Neues da. In der Hohenzinnstr. 
wohnten nur noch in der Nr. 12 die alten zwei 
Wandels (sicher Gottlieb, Mitinh. der Fa. Wandel und
Weidemann, Fr.- Wilh.- Platz 13) und Nr. 14 Frl. 
Leber (Berta Direktrice, Hohezinne lla) alle anderen 
Hauser waren schwer beschadigt. Frau Rektor Bauch 
(Magdalene, Herrenstr. 32) und Tochter sollen auch 
noch in Elbing gewesen sein, wie uns Frau Borgstede 
sagte, wir haben sie nicht gefunden, es sind viele 
Hunderte verschuttet. Prof Meyer starb in seinem 
Keller und wurde in seinem Garten beerdigt.

  Mein Mann hatte am 1.5. kranke Frauen zu 
untersuchen, hatte ein Furunkel in der Nase, bekam 
am 3.5. 40? Fieber, Wundrose und starb am 5.5.. Der 
poln. Stadtprasident, ein Jude, Ingenieur aus Posen, 
kam sofort und sagte dass die Stadtverwaltung einen 
Sarg schicken wurde. Wir haben ihn auf dem Marie
nfriedhof neben seinem guten Freund Schroeder von 
der Reichsbank beerdigt. Alte gute Patienten haben 
seine Ruhestatte gegraben. Die Russen schossen, als 
der Sarg aus der Haustur getragen wurde, dreimal 
uber den Sarg. Sie sagten immer "Unser gute alte 
Doktor". Er hatte vielen geholfen, denn sobald sie 
geschlechtskrank sind, wird das gemeldet und sie 
werden degradiert. Sie kamen abends mit Oel, Brot, 
Speck, Fleisch und lie?en sich heimlich behandeln, 
dadurch hatte man wenigstens zu essen. Wir lebten 
von dem, was Fluchtlinge und Russen in den leeren 
Hausern gelassen hatten.

  Frau Schuppenhauer (Bismarck Str. 9) kam im Juli 
aus Schwerin zuruck, wohnte mit ihrem Mann, der an 
Venenentzundung erkrankt war, in einem Insthaus in 
Fichthorst mit einer Frau Illing aus Bossbruch. 
Prof. Ehrlich wollte am 27.1. aus dem Rathaus mal 
nach seiner Wohnung (York Str.8) gehen. Als er in 
der Sturmstra?e aus der Tur tritt, rei?t ihm eine 
Granate den Kopf ab. Rektor Sablotny und Frau waren 
noch da, wie mir Frau Erdmann, Tochter von 
Backerobermeister Kirschner {Emil Kurschner, 
Hindenburgstr. 16), der auch in Sibirien ist, 
erzahlt. Frau Erdmann ist auch seit Dezember in 
Leipzig.

  (Die nachsten Zeilen sind leider durcheinander 
geschrieben, so da? man nicht genau wei? wer da in 
der Grunstra?e aus dem 2. Stock gesprungen und nach 
2 Tagen verstorben ist, nachdem die Russen sie 
belastigt hatten.)

   Viele Hauser brannten nachtraglich ab. Die Russen 
sagten "die verfluchten Polski" und die Polen 
schimpften auf die Russen, Waren sie zusammen sagten 
sie "die Deutschen" (und meinten damit wir hatten 
die Hauser selbst angesteckt). Dann wurde auf der 
Stra?e verlesen: "Brennt es wieder so, so werde
n von 100 Deutschen, 10 erschossen."

   Landgerichtsrat Dogs und Frau (Tannenberg-Allee 
45 in dem auch der Schweizer Konsul Stucki wohnte) 
der alte Besitzer Kallender wurden erschossen. 
Fleischer Wiechert (Wichert, Herrenstra?e 24) starb 
an Herzschlag, als die Russen die Tochter 
verschleppten. Fleischer Schoenfeld (Karl Schonfeld, 
A.-H.- Str. 42) starb  an  Typhus.  Dr. Jost und Dr. 
Romeick (Franz, Frauenarzt und Klinikbesitzer, 
Grunstr. 61) Ziechenau verschleppt, erhielten 
taglich Schlage, sind im Sept. nach Elbing gebracht 
und Dr. Romeick ist wie ich von Lehrer Droese horte, 
der im Dezember aus Elbing kam, mit einem 
Frauentransport im Nov. nochmals nach Sibirien 
verschleppt worden.

   Heute (2.1.1946) schrieb mir Frau Blodian (Ida, 
Hotelbesitzerin ,"Hotel Koniglicher Hof" Fr. Wilh.- 
Platz 13) aus Merseburg, Herr Korsch ( Oskar. 
Oekonom, Fr.-Wilh.-Platz 10/l1) hat in Juterborg das 
Bahnhofsrestaurant, Rechtsanwalt Wichowski und Frau 
sind in Jena, letzterer sucht seine 3 und 5 Jahre 
alten Kinder. Dr. Hartwich (Schmiedestr. 10 a). 
Tanzlehrer Stoige, Dalkhaus und der alte Ligowski 
(Backerei und Konditorei, A.H.-Str. 1-8) in 
Altenburg. Dr. Ligowski ist am Landesamt Weimar, sie 
verkauft Brot in Salzwedel. Frau Dr. Rohman wohnt in 
Serbitz bei Altenburg, er starb verwundet in D
anzig. Musikdirektor Palz (Alfred Pelz, Junkerstr. 
37) ist am Stadtorchester Weissenfeis angestellt und 
Lehrer Hauwitz (Haugwitz Louis. Mittel-schullehrer, 
Muhlendamm 85) daselbst als Lehrer.

  Ich fuhr im August mit Ehepaar ? dieselben waren 4 
Wochen in Danzig mit Suschkes einem Studienrat Horn, 
Bruder von Dr. Hom im Keiler zusammen. Eines Abends 
wurde Frau Hom, nachdem beide Sohne geholt worden 
waren, aus dem Keller geholt. Sie nahm eine Rohre 
Veronal mit, nach mehreren Stunden wurde die alte 
Dame berausgerufea. voller Angst nahm sie ihren Mann 
mit. da fuhrt man sie in die Waschkuche. Auf einer 
Matratze lag vollig nackend, bewu?tlos Frau Hom. Sie 
lebte noch 2 Tage und eine Nacht, ihr Mann hielt 
Wache bei ihr. Es ist doch ganz furchtbar, und da 
wird so viel erzahlt, wie unsere Soldaten gehaust 
hatten. Ich kann das nicht schildern, von den Leiden 
unserer Soldaten in Sibirien, auf 30,000 werden die 
verschleppten aus Pommern, Ost- und Westpreussen 
geschatzt.

  Auch jetzt erzahlte Frau Erdmann, kommen die Polen 
in die Wohnungen, die Miliz, Bengels von 16-17 
Jahren schlagen auf die Menschen, schlitzen ihnen 
die Betten auf. Verwaltungsrat Zemecke. die allen Z. 
wohnen in Halle, schrieb mir. sein 70 Jahre alter 
Schwiegervater kam aus Elbing am 18. Oktober 
und starb am 19. Okt. Er mu?te taglich 6 Stunden 
Leichen begraben, mu?te 600 Zloty von Elbing bis 
Berlin bezahlen, seit Juli hatte er kein reines Hemd 
an. Der alte Cayk (?), fruher Ratskeller ist auch 
von den Russen erschossen worden, er und Frl. Blohm 
(Geschaftsinhaberin, Bruckstr.12) flohen aus Danzig, 
er sollte stehen bleiben ging aber weiter, da 
erschossen sie ihn.

   Wissen Sie wo Rechtsanwalt Liptau ist? Seine Frau 
fluchtete mit den Kindern und Eltern am 22.1. im 
Landauer. Vor Danzig kamen Tiefflieger, die Alten 
erhielten Bauchschu?e, der Landauer brannte 
lichterloh, sie konnte noch die 2 Kinder rauswerfen 
und verbrannte selbst vor den Augen der Kinder. Arb
eiter nahmen sie mit und kamen im Mai mit ihnen nach 
Elbing. Frau Naumann, wohnte uber Loeser & Wolff in 
der Schmiedestr., sie arbeitete Zopfe, ihr Mann war 
total gelahmt, jetzt wohnten sie Tirpitz-Allee. Sie 
mu? an Ecken stehen und Brot betteln. Sie nahm sie 
zu sich mit und der russ. Kommandant wollte ihr 
Brotzulage geben. Ich suche nun eine Frau Hinz, 
fegte mit ihrem Mann fruher die Stra?e, bekam von 
den Russen ein Kind in Pflege, das aus der Nogat 
gefischt wurde, ca 4 Monate alt, die Wasche war mit 
A.Z. mit 9 zackiger Krone gezeichnet. Die Mutter 
trieb an einer Wanne angebunden, in der das Kind 
lag, tot daneben.

   Grausiges haben wir in den 6 Monaten erlebt. Eine 
Lehrerin Grundmann (wahrscheinlich die Tochter von 
Konrektor Grundmann, Muhlendamm 78) war mit Mutter 4 
Tage und Nachte in Vogelsang und wollten erfrieren 
und verhungern. Am 5. Tag schleppten sie sich bis 
Stagnitten. Eine Lehrerin Brunk schnitt sich auch 
die Pulsadern auf, traf nicht richtig und der linke 
Arm wurde ihr bis zur Schulter abgenommen.

  Die Schweizer, 17 Familien, waren gefangen unter 
russ. Bewachung in der Tannenberg-Allee in dem Haus 
in dem vordem das Konsulat war. (45). Die 
Verwaltungsgebaude von Schichau sind ausgebrannt, In 
Trettinkenhof arbeiteten ca. 800 Frauen, Manner und 
Russen. Unsere Gefangenen mu?te die HUB Gleise 
verbreiten, taglich kamen 2 mal russ. Zuge, ca 100 - 
200 Wagen und holten Maschinen. Was nicht raus ging, 
wurde gesprengt, auch bei Loeser & Wolff wurden 1 
Mann U-Boote gebaut (?), die Maschinen kamen auch 
nicht fort. In der "Grunen Hand", Konigsberger Str. 
hing sich Frau Liedtke mit Tochter und Bekannten 
auf, 11 Personen. Pastor Westren Doll (Doll) 
erzahlte mir, in der Sonnen- und Traubenstra?e 
ertrankten Frauen ihre Kinder in der Regentonne und 
erhangten sich. 43 Personen, sie konnten die 
Vergewaltigungen nicht mehr ertragen. Frau Bandow, 
Frau Barmwoldt und noch zwei Frauen wohnten bei Frau 
Gro?, Muhlendamm (wahrscheinlich die Frau von Dr. 
Erwin Gro?, Medizinal und Kreisarzt, Muhlendamm 38), 
sie sollten auch raus.

   Berufsschule Konigsberger Str. ist Rathaus. 
Kaffee Rockeis waren noch da. Am 28.1. waren im 
Rathaus auch noch Leeser (OB Leser), der dann in 
Kiel von den Russen verhaftet wurde, wie man mir in 
Berlin mitteilte. Der Kreisleiter und Herr Quandt 
(Stadtamtmann) waren noch da, aber 15 gro?e Autos 
standen abfahrbereit auf der Stra?e, mit dem ist 
Frau Fischer geb. Netke noch raus. Der 
Stadtkommandant Schopfer ist am 21.2. von den Russen 
erhangt. (?) Wir mu?ten uns melden, sollten ab Mai 
10 Zloty fur ein Zimmer bezahlen. Es gab in poln. 
Laden alles zu kaufen, wenn man Zloty und Silbergeld 
hatte. Frl. Harwardt von Herzfeld & Schwan war noch 
da und rauchte von fruh bis spat Pfeife.

  Schichau hat in Wesermunde (Bremerhaven) eine 
Zweigstelle eroffnet, da ist Dir. Noe und Dir. 
Rucker. In der Noe Villa (Schichau Str.) wohnt der 
russ. Kommandant und Frau, beide Juden, dick zum 
platzen und von fruh an betrunken. In Nauenburg ist 
Frl. Schroter von der Deutschen Bank, spult taglich 
8 Stunden Flaschen fur 20 RM Wochenlohn. Herr 
Kotowski war erst Fensterputzer, Tiefbauarbeiter und 
jetzt Arbeiter bei den Leunawerken, beide hatten 
seit April kein Gehalt mehr bekommen. Frau Langner 
(sicher die Frau von Bankdirektor Dr.Alfred L., 
Hansastra?e 4) wohnt in Hildburg, Krs. Hildburghause
n, dort hat sich Dir. Wemter (Bruno Wermter, 
Bankdirektor, Fr.-Wilh-Platz 4) im Juli erschossen. 
Obering Dreyer (Karl, Amdstr.3) mit Schwiegertochter 
und Enkel arbeiten in Koggenhofen, er als Madchen 
fur alles, sie hatte 80 Kuhe zu melken, 9 mal waren 
sie von Ort zu Ort gejagt. Ihr Hauschen in Woge
nap ist ganz ausgeplundert. Herr Schrock-Opitz ist 
auch erschossen. Eine Elbingerin heiratete im 
Vogelsanger Forsthaus einen russ. Major. (Die im 
Brief genannte Person konnte es nicht gewesen sein, 
wie noch_lebende Angehorigen aussagten) Kahlberg, 
Cadinen, Tolkemit, Bollwerk mit dem Siebengiebelhau
s ist alles zerschossen, es steht kein Haus mehr. 
Der Cadiner Prinz fluchtete am 24. 1. zusammen mit 
dem alten Ligowski uber Kahlberg nach seinem 
Stammschlo? Sigmaringen (?) Dr. Wurker (Konigsberger 
Str. 29) war Arzt in Pr. Holland, kam aus dem 
Zuchthaus Wartenburg. In der Pauluskirche hatten die 
Russen die Pferde drin, die Banke standen auf dem 
Schulsportplatz.

PS. Viele Namen sind in dem Brief, scheinbar durch 
das Abschreiben, verkehrt geschrieben, habe sie 
soweit wie moglich verbessert und auch Erlauterungen 
zu einzelnen Personen hinzugesetzt. Alle diese 
Angaben stehen in (Klammern) Auch bei einigen 
Terminangaben, die zweifelhaft sind, steht ein (?) 
Viele Angaben hatte Frau Kumm ja auch nur vom 
"Horensagen". Trotzdem ist dieser Brief ein 
einmaliges Dokument uber das Schicksal vieler 
Elbinger, die ich unseren Lesern nicht vorenthalten 
wollte. 
Hans Preu?
   

  [EMAIL PROTECTED] 
26 Warren St., Beverly, NJ 08010
609-386-8646
'Objectivity is the Essence of Intelligence' 




 
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