> Mir ist klar, dass vieles über unsere Treffen läuft und manche Dinge
> daher für Leute, die nicht bei Treffen sind, nicht transparent
> abzulaufen scheint. Verbesserungsvorschläge sind willkommen.

Die Treffen im Mumble oder im IRC abzuhalten würde die Transparenz
drastisch erhöhen.
Ergebnisse, Bedarfe und Erkenntnisse, mehr als bisher, auf der Liste zu
kommunizieren hilft sicher auch.

Und wieso schickst du mir die Liste mit den möglicherweise offenen
Fragen zur Netzsegmentierung privat? Unter anderem für sowas ist diese
Liste hier da. Die Wahrscheinlichkleit ist groß, dass die meisten Fragen
andere besser beantworten können, als ich.
Deswegen antworte ich einfach mal hier, um die Diskussion zu starten:

> * Finden Knoten mit Geokoordinaten automatisch "ihre" Subcommunity?
> ** Was ist mit Knoten ohne Geokoordinaten?

Kommnt drauf an, wie autoritär ma es gerne hätte (und ob ma eher
möglichst viele Knoten mit oder ohne Koordinaten haben will - siehe
Rausschmiss von Neuknoten außerhalb der offiziellen Hamburger
Stadtgrenze und Workaround mittels Eintragung ohne Koordinaten).
Ich bin natürlich dafür, dass die Leute sich selbst aussuchen, in
welchen Meshes ihre Knoten sind (oder sein könnten, wenn dort ein Mesh
wäre). Eine flächige Segmentierung Deutschlands (und darauf läufts
langfristig zwingend hinaus), ist ohne Punkte, an denen sich mindestens
drei Segmente berühren, eh nicht möglich - und dort sehen Nutzer dann
drei verschiedene Freifunk-Meshes, die sich praktisch immer irgendwie
auch überlappen werden.

Es ist vermutlich trotzdem sinnvoll, bei einer Teilung die initiale
Segmentzugehörigkeit automatisch anhand der der Geodaten vorzunehmen und
dem Knotenbetreiber die Möglichkeit zu bieten, im Config-Mode ein
anderes Segment zu wählen.
Leider sind die echten Meshes nicht ausgeprägt genug, um anhand der
Sichtbarkeit der Nodes untereinander auch Nodes ohne Geodaten
lokalisieren zu können.
Trackingdaten von roamenden Clients wären dafür natürlich auch extrem
gut geeignet - aber bereits die Erhebung dieser Daten widerspräche
unseren Grundsätzen und ist deshalb ein Nogo.

Nicht zuordbare Nodes könnte man zufällig eines der neuen Segmente
zuweisen und würde bei einer Zweiteilung immerhin noch zur Hälfte
richtig liegen (und viel besser wird eine Automatik ohne irgendwelche
Stützdaten nicht werden können).

Für reine Meshnodes wäre denkbar, dass sie zwar ebenfalls initial eine
zufällige Segmentzuteilung erhalten, beim ersten Kontakt mit einem
Uplinknode aber dessen Segment übernehmen.
In allen Fällen würdemn aufmerksame Knotenbetreiber fehlerhafte
Zuteilungen korrigieren.

> ** Wenn nicht: Funktioniert manuelles wählen der Subcommunity?

Manuelles wählen der Community funktioniert bereits recht gut - selbst
die rausgeworfenen Hamburger Knoten, von denen ich weiß, waren recht nah
an Hamburg drann.
Ich gehe davon aus, dass eine technische Implementierung der
Subcommunities als Hauptcommunity am einfachsten wäre.

Das eigendliche Problem sind die Splits. Vermutlich sind alle par Jahre
neue Teilungen einzelner Segmente nötig.

Vieleicht macht es Sinn von Anfang an nicht das momentan gewünschte
Segment, sondern jenes zu wählen, dass bei "Vollausbau" dort sein wird,
wo der Knoten steht. Zu klären wäre dabei, wie feingranular das
Zielraster sein darf, bevor es zu personenbeziehbar wird. Stadtteile
sind ziemlich sicher okay - aber ob stadtteilgroße Segmente in zwanzig
Jahren zu groß sein werden oder der technische Fortschritt die
Segmentierung überflüssig machen wird, ist heute noch nicht sicher...

> * Was sind gute Grenzen?

Wenn man Abgrenzung will, sind die funktechnisch besten Grenzen:
- Erhebungen (gibts hier wohl eher nicht)
- Wälder (okay, wir haben Parks und bei WLAN reicht im Sommer auch schon
mal n einreihiger Knick als Barriere)
- geschlossene und möglichst massive Bebauung

Wenn man Intermeshnodes einsetzen will, sind die funktechnisch besten
"Grenzen" wohl:
- Flüsse
- versiegelte Flächen (Straßen, Plätze)

Sowohl funktechnisch, als auch organisatorisch ist eine ordentliche
Abgrenzung der Segemente innerhalb eines stadtgebiets auch mit Alster
und elbe nahezu unmöglich und auch nicht kompatibel mit dem (von mir)
präferierten Selbstwahl-Modell.
Wenn die Kanäle der Sub-Communities geschickt gewählt werden, kann man
allerdings die Nachteile der Überlappung abmildern, braucht die
Segmentgrenzen nicht ganz so exakt festzulegen und vereinfacht den
Betrieb von Intermeshnodes.

> ** Zweiteilung an der Elbe führt zu verschieden großen Subcommunities
> -> Dreiteilung an Elbe und Alster?

Die Subcommunities müssen nicht gleichgroß sein. Ma bräuchte nur eine
ordentliche Strategie für die weiteren zukünftigen Teilungen.
Leider kann ma nicht von Anfang an die endgültige Segmentanzahl
realisieren, weil die meisten Segmente dann initial viel zu klein wären,
was deren Wachstum nachhaltig behindern würde.
Elbe und Alster sind natürliche Grenzen, mit denen auch der potentiellen
Knotenbetreiber sofort klar kommen dürfte.
Postleitzahlenbereiche, Bezirke (und später auch Stadtteile) eignen sich
für die Definition grenzüberlappender Segmente vermutlich auch gut.

Hier schon mal die Bezirke:
<https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Hamburg,_administrative_divisions_%28%2Bdistricts_-%2Bboroughs_-pop%29_-_de_-_colored.svg>

> * Führt die Umstellung zu verschiedenen Firmwares oder kann man die
> Subcommunity im Config-Mode wählen?

Am komfortabelsten für Knotenbetreiber und entwickler wäre wohl die
Config-Mode-Lösung.

> * Howto mesh über Subcommunitygrenzen hinweg?

Intermeshnodes könnten auf verschiedene Arten realisiert werden:
- gewöhnliche Singlemeshnodes werden mit einer Routernode verbunden, die
dann zwischen den Meshes routet.
- Multichannelfähige Multimeshnodes routen zwischen den sichtbaren
Meshes. Gibt es preiswerte Router, die auf einem Band (also 2.4 GHz oder
5 GHz) mehrere Kanäle für verschiedene Meshnetze nutzen können?

Das Problem ist, das Routing selbstkonfigurierend zu implementieren.
Die einzelnen Segmente wären sowas, wie im Internet die autonomen
Systeme. Aber es gäbe keine zentrale Instanz, die die Routen verwaltet.
Die Intermeshnodes müssten sich irgendwie absprechen.
Das Problem ist ähnlich dem bei der verteilten IP4-Vergabe ohne
Gatewaymitwirkung - ich hab aber vergessen, ob und wie es gelöst wurde.

> Einige Communities haben sich schon mehrfach geteilt. Dort kann man
> bestimmt abschreiben...

Möglichwerweise. Welche Communities sind das?



-- 
Allan Wegan
<http://www.allanwegan.de/>
Jabber: [email protected]
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