Da sind ein par interessante Punkte bei:

>  * Wie wollen wir unser Netz mittel- und langfristig weiter
> entwickeln. Stichworte: Layer 3 Routing, Roaming, distributed DHCP

Langfristig müsste es, dem Geiste Freifunks folgend, wohl ein Mesh of
Meshes werden, wenn bis dahin kein ausreichend starkes Protokoll
verfügbar ist, das zehn- oder gar hunderttausende Knoten in einem Mesh
verbunden bekommt.
Das Mesh of Meshes würde dann wohl auf einem höheren Layer Layer-2 oder
Layer-3 Meshes verbinden. Da bräuchte es dann Algorithmen zur
Edgerouterbestimmung (also Auswahl der Knoten, die zwischen Meshes
meshen), dezentrale und dennoch kollisonsfeste IP-Vergabe, autonomes
Clustering (zur Submeshbildung).
Das ist der heilige Gral in Sachen dezentrale und robuste (sowohl
juristisch, als auch technisch) Infrastruktur.

Aber Segmentierung ist natürlich deutlich einfacher zu haben und das
Layer-3-Routing ließe sich sogar erst mal auch auf den Bündelservern
(Gateways) realisieren.


>  * Daten hierzu:
https://statistik.hamburg.freifunk.net/dashboard/db/freifunk-ubersicht?var-region=ffhh&var-mintervals=3600s&var-minterval=3600&var-retention=l4&from=1453741289311&to=1469819880151

Der am 3.5. korrelieren Verbundene-Clients-Peak und Grundlast-Peak sehr
deutlich. Es sieht da so aus, als würden mehr clients ab einer gewissen
Schwelle die Grundlast überproportional ansteigen lassen. Da könnte
möglicherweise ein timing-basierter Bug sein - starker Anstieg von
Retransmitts wegen (zu klein gewählten) Timeouts oder sowas.

>  * Knotenauslastung steigt ab ca. Anfang April stark an, gleichzeitig
> steigt die Anzahl der Clients deutlich.
>  * Die Grundlast schwankt zwar, verändert sich aber kaum.

Das lässt darauf schließen, dass etwas anderes die Clients mehr
belastet. Vieleicht haben Leute schwachbrüstige Knoten in Gebieten mit
viel "Kundschaft" aufgestellt. Die kleinen Knoten könnten mit parallelem
Youtube-Streaming mehrerer Nutzer überfordert sein.

>  * Täglich ab ca. 2700 Clients steigt die Durchschnittliche
> Knotenauslastung stark an.
>  * Von der erhöhten Knotenlast sind praktisch nur Knoten mit
> langsamen Prozessoren betroffen:

Das ist erwartetes Verhalten, das sich am besten per Upgrade der
betroffenen Knoten lösen lässt.

Aber man könnte eventuell auch durch Optimierungen an
Retransmittimeouts, Routingtabellengrößenlimits und gar per Droppen von
Broadcasttraffic in Hochlastsituationen etwas mehr Performance rauspressen.
Ich finde, dass diese Pferde schon deutlich riechen und man langsam
daran denken sollte, von ihnen abzusteigen.
Die schwachbrüstigen Billigstmodelle sollten offiziell deprecated
werden, um diese völlig unnötige Falle für unerfahrene Neufreifunkas zu
beseitigen.


>  * Wie verträgt sich das Richtfunknetz mit solchen Ideen?

Wenn Richtfunkstrecken zwei Zonen miteinander verbinden, müsste auf
diesen Strecken logischerweise Interzonenrouting auf dem entsprechenden
Layer betrieben werden. Da spricht eigendlich nichts gegen, weil
Richtfunkstrecken eh bereits potentere Hardware verwenden sollten.


>  * Wenn für die Dienstleistung einer Installation (Aufbau der
> Hardware, zugehörige Verkabelung, ...) Geld oder Sachleistungen
> genommen wird, dann muss es dafür eine Zustimmung des FFHH-Plenums
> geben.

Jetzt wurde endlich die Hohheit der Dialup-Anbieter über die
Kunden-Router gebrochen und eine Freifunk-Community beschließt eine
Zustimmungspflicht, wenn jemand jemand anderen dafür bezahlt, dass der
ihm die Router und das Netz klar macht.
Das ist doch völlig bescheuert. Und ebenfalls bescheuert wär es, das
irgendwann als Begründung für Knotenbanns zu nehmen. Denkt euch die
passende Headline im Käseblatt eurer Wahl dazu aus und ihr wisst, wieso
das keine Gute Idee ist.

Regeln, welche notwendige Eigenschaften der resultierenden Installation
beschreiben, undderen Nichtbeachtung natürlich zum Ausschluss aus der
Community und damit auch zum Wegfall der Nutzungsmöglichkeit zentraler
Infrastrukturkomponenten führt, sind das Mittel der Wahl.
Zu bestimmen, wer diese Installationen realisiert, widerspricht völlig
offensichtlich dem freiheitlichen Geist von Freifunk (und es schockiert
mich, dass das übersehen werden konnte, weil die Nichtherrschaft über
die Knoten eigendlich eine Kernkomponente des Konzepts ist).

>  * Umgang mit Knoten außerhalb Hamburgs [verbleibend 53 Stück
> (+ Dunkelziffer) von ehemals ca. 160], "Bestandsschutz", wie lange,
> "unkooperative" Knotenbetreiber

Es gibt hier keinerlei Handlungsbedarf.
Und überhaupt ist der maximal durchsetzbare "Erfolg" der, dass die
"illegalen Einwanderer"-Knoten schlicht nicht mehr auf der Karte
eingetragen werden - oder hat ernsthaft irgendwer hier wirklich vor, ein
Zentralregister mit Wohnortkontrolle einzurichten?!

Wenn ffnord irgendwann nicht nur offiziell, sondern auch real stabil und
nutzbar ist, werden die Leute schon auf die Mails reagieren. Bis dahin
ist niemandem geholfen, wenn man die anderweitig rausekelt.



-- 
Allan Wegan
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