Moin moin,

zunächst einmal an ein paar Communities im Umland: Wegen
der bevorstehenden Vorratsdatenspeicherung gab es auch hier in Lübeck
einige Treffen und Diskussionen.

tl;dr: Es gibt einen Prototyp für ein Paket für Gluon, dass
es Knotenbtreibern ermöglicht, einen alternativen Exit-Provider
im eigenen Knoten auf einer extra ESSID zu konfigurieren. Code hier:

https://github.com/T-X/gluon/tree/gluon-alt-esc


Wie man am besten alternative Gateways einbinden oder sogar einen
"ich bin mutig" Knopf zur direkten, lokalen Internet-Ausleitung zu
Hause realisieren könnte, wurde ja schon häufiger diskutiert.

Nun kam mir noch eine weitere Idee zur Umsetzung, die mit einem
kleinen, simplen Hack auf Layer 2 einfach umsetzbar war:
Stichwort "MAC-DNAT", Layer 2 Destination NAT.
(auf Layer 3 sollte es aber eigentlich auch z.B. mit Babel und
dessem neuen Source-Routing Feature ähnlich umsetzbar sein)

Das Konzept wurde vor einigen Tagen in Lübeck im Nobreakspace
vorgeschlagen und in einer ersten Runde ergebnisoffen
diskutiert. Verbleib war, über das Konzept ein paar Nächte
zu schlafen und Feedback über ein paar Mailinglisten der
Umgebung zu sammeln, was ich nun hiermit nachholen möchte.

Genauer sieht der Vorschlag wie folgt aus:


# Alt-ESC: Alternative Exit Service Collaborator

Problematik: Mit der bevorstehenden VDS wird es entweder zu
höheren Kosten oder alternativ zu einer geringeren Qualität
kommen. Freifunk Rheinland z.B. hat einen Provider-Betrieb im
Falle einer VDS-Umsetzungspflicht angekündigt.

Ein Lösungs/Kompensationsansatz: Gluon Paket "Alt-ESC" zum
Ausleiten von Datenverkehr an selbstgewählte Gateways. Z.B.
auch direkt vor Ort.

Die Client-Seite sieht im Config-Mode zur Zeit wie folgt aus:

http://metameute.de/~tux/Freifunk/alt-esc/client/

Die Provider-Seite so:

http://metameute.de/~tux/Freifunk/alt-esc/provider/

(Das Provider Paket ist übrigens optional: Man kann genauso gut
z.B. einen Raspberry-Pi mit UMTS-Stick und einem OpenVPN zum
VPN-Anbieter seiner Wahl ganz ohne Gluon an einen der LAN-Ports
des Freifunk-Routers anschließen. Und dann die MAC-Adresse des Pis
im Alt-ESC Client eintragen.)


## Warum eine extra ESSID?

Zwei Gründe:

1) Konfliktfreie Co-Existenz mit benachbarten Knoten,
Verhinderung von Roaming-Problemen, nicht jeder Nachbarknoten/User
möchte über $deinen, möglicherweise kaputt konfigurierten Gateway.
-> Default Gateways, von der Community maintaint, bleiben auf
   ihrer üblichen ESSID bestehen.

2) Aber auch Entzerrung bzgl. Kommerzialität ist ein Grund:
Wenn Gewerbe wie Cafes, Bäcker, Hotels, Hostels etc. eine eigene
ESSID mit eigenem Exit benutzen, läuft deren Internetverkehr
unabhängig von der Community-Infrastruktur. Dies könnte
einer evtl. bald kommenden Anerkennung einer Gemeinnützigkeit
von Freifunk zu Gute kommen, weil ab dann einer
Freifunk-Initiative keine indirekte, teilweise Beihilfe zu
gewerblichen Interessen mehr zu unterstellen wäre. Man könnte
sogar technisch die Benutzung des Wortes "Freifunk" in der Alt-ESC
ESSID verbieten.

## Warum hat meine Alt-ESC ESSID den Anhang "#15cf #ffhl"?

Der gewählten Alt-ESC ESSID werden zur Zeit zwei Hash-Tags automatisch
angehangen:

A) Ersteres ist eine "Zone-ID", die Roaming-Konflikte verhindern
soll. (technisch sind es aktuell die ersten vier Hexadezimal-
Ziffern einer md5-Summe über "<ipv4-gw-MAC>,<ipv6-gw-MAC>,<essid>")

B) Letzteres ist der Site-Code der eigenen Freifunk Community.
Quasi als wiedererkennbares "Tattoo/Geheimzeichen/Symbol" für
Freifunk-Enthusiasten, das aussagt, dass der Router:
 -> freien, unzensierten, unveränderten Zugang auf das
    Freifunk-Intranet der lokalen Community ermöglicht
 -> die lokale Freifunk-Community als Mesh-Knoten unterstützt

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Nun die Frage zunächst an die umliegenden Communities hier im
Norden: Was haltet ihr von diesem Ansatz? Habt ihr Installationen,
von denen ihr denkt, dass dies ein möglicher Ansatz sein könnte?
Seht ihr potentielle Probleme mit diesem Vorschlag? Weitere
Anregungen oder Verbesserungsideen? Alternativvorschläge? Fragen?

Gruß, Linus

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