Moin, On Donnerstag, 12. Februar 2009, micu wrote: > > Und die eigentliche Frage, die sich uns jetzt meiner Meinung nach stellt, > > ist: Wie können wir das Konzept der freien Software auf die Welt des "Web > > 2.0" erweitern, also wie wollen wir freie Webservices definieren?
eine gute Frage. Für mich persönlich ist klar, dass es hier um ethische Leitlinien für Dienstleister geht, professionelle und andere. Es wird also viel schwieriger das gut abzugrenzen, als die Lizenzlage bei einem Stück Software. > > Was > > brauchen wir an Grundvorraussetzungen, um in einer vernetzten Welt der > > Webservices ein ähnliches Maß an Freiheit zu haben, das uns freie > > Software auf unserem Rechner bietet? Ich denke, es sollte klar sein, dass > > dieser Fragestellung deutlich über die Schließung des "ASP Loophole" > > hinausgeht (das Problem wird mit der Affero General Public License ja > > meiner Meinung nach recht gut erschlagen): Es geht ja nicht nur darum, > > dass die Software, die jemand als Dienst im Netz anbietet, wieder > > freigegeben wird, sondern vielmehr darum, dass ich wirklich in > > irgendeiner Form sicher kontrollieren kann, was das für eine Software > > ist, die ich da über das Netz nutze, und was diese Software mit meinen > > Daten macht --- und was nicht. Also ziemlich genau das, was mir freie > > Software auf meinen lokalen Rechner ermöglicht. Meine persönlicher Gedankenstand: Ein Hauptpunkt scheint mir die Vielfalt des Angebots zu sein, inklusive leichter Wechselmöglichkeiten. Sprich die Grundangebote müssen so standardisiert sein, dass Wechsel und Wettbewerb möglich sind. Die Vielfalt kommt aus der Anzahl von Anbietern, auf die ich meine persönlichen IT-Bedürfnisse verlagern kann. Ein Suchmachinenanbieter bemühte hier mal das Bild der Bank, welcher die meisten Leute ja lieber das Geld anvertrauen würden, weil es dort sicherer als zuhause sei. Mit der Bankenkrise kommt sicherlich auch eine Suchmachinenanbieterkrise, insofern passt das Bild ((: ) aber es läßt auch zwei Dinge aus: Das Wechsel einer Bank ist leicht möglich, das Grundangebot der Banken ist reglementiert und rückversichert. Bei den Ich-biete-alles-an-und-meine-Suchemaschine ist das nicht der Fall, sie versuchen das einzige Portal zu sein und ändern gern so viel, dass die Lernkurve fürs Wechsel immer höher wird. Einen anständigen Datenübertragunsweg, welcher auch die Dienste auf die jeweils vergleichbaren Dienste abbildet gibt es in der Regel nicht. Persönlich sehe ich noch einen weitern Punkt, und der ist politisch und gesellschaftlich brisant: Damit das Verteilen auf Anbieter funktioneren kann, bräuchte ich Freiheit der Wahl der Identität, sprich mehrere Pseudonyme. Das ist politisch brisant, weil hier immer Sicherheit mit der eindeutigen Identifikation einer Person gedacht wird. Dabei wäre es durchaus möglich Geschäftssicherheit für verschiedene Transaktionen anonym zu bekommen. Wenn ich allerdings nicht anonym einkaufen kann, weil das Angebot fehlt, bin ich wieder in meine eine Identität gezwungen. Und an die muss ich dann alle meine Eigenschaften hängen, sprich ich kann eigentlich keine verbergen. Allgemein glaube ich nicht, dass professionelle Dienstleister hier die Masse des Angebot stellen werden. Und manche Netzdienste sind einfach unschlagbar gut. Wenn jemand die Kontrolle behalten möchte, dann sollte er auf seinen persönlichen Endgeräten die Daten zusammenführen und viele Dienstleister nützen. Gruß, Bernhard -- FSFE -- Deutschland Koordinator (fsfeurope.org) Ihre Spende ermöglicht unsere Arbeit: www.fsfeurope.org/help/donate.de.html
signature.asc
Description: This is a digitally signed message part.
_______________________________________________ fsfe-de mailing list [email protected] https://mail.fsfeurope.org/mailman/listinfo/fsfe-de
