Hallo Torsten und alle,
On Thursday 21 April 2011 14:17:39 Henry Jensen wrote:
> In der Tat ein sehr guter Text
mithilfe deines Textes habe ich übrigens im Februar 2008 versucht, das
Thema freie Software im AK Vorrat etwas stärker einzubringen (siehe
Anhang).
Die Diskussion ging dann noch ganz schön ab — und es ging nicht etwa um
praktische Probleme wie »Ich finde GIMP aber doof und Photoshop viel
cooler!«, sondern allein um »theoretische«/strategische Fragestellungen.
Aus Datenschutzgründen kann ich natürlich nicht einfach den ganzen
Thread an eine fremde Liste weiterleiten (falls jemand Interesse hat,
gerne per PM), sondern nur einzelne Samples, aus denen ich hoffentlich
alle private Daten Dritter entfernt habe.
Schöne Grüße,
micu
--
GnuPG: https://www1.inf.tu-dresden.de/~s3418892/micuintus.asc
Fingerprint: 1A15 A480 1F8B 07F6 9D12 3426 CEFE 7455 E4CB 4E80
<<</>>
http://www.micuintus.de
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Liebe Liste,
ich möchte mit einem Link zu einem Artikel hier mal auf einen Aspekt der
Freiheit hinweisen, der meines Erachtens von uns Datenschützern und
Bürgerrechtlern zum Teil ein bisschen zu wenig beachtet wird: Freie
Software - und warum sie eine technische Grundbedingung für den Erhalt der
Bürgerrechte im digitalen Zeitalter ist:
http://freedom-blog.net/2008/01/26/system-der-unfreiheit/
Da sie mir in dem Beitrag fehlen, hier noch ein paar Links zu Beispielen:
* http://www.heise.de/tp/r4/artikel/27/27258/1.html
* http://www.heise.de/newsticker/meldung/103932
* http://www.heise.de/newsticker/meldung/84955/
Zu guter Letzt: Warum FOSS eine Grundbedingung dafür ist, dass Software -
welche zweifelsohne ja unser Leben immer mehr bestimmt - sich auf ihre
Sicherheit überhaupt überprüfen lässt und man ihr nicht blind vertrauen muss,
ist im Kapitel "Sicherheit", Seite 361 von
http://freie-software.bpb.de/Grassmuck.pdf
meines Erachtens sehr treffend dargelegt.
Liebe Grüße,
Michael
--
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Quoting XXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXX:
> Ich halte diese Diskussion für begrenzt nützlich, und zwar vor
> allem aus taktischen Erwägungen.
Ich auch.
Ich bitte daher inständig darum, dieses Diskussion nicht weiter zu
führen. Es sollte eigentlich klar sein, dass diese Debatte (mehr ist
es nicht) in div. Kreisen Jahrelang geführt wurde und trotzdem zu
keinem sinnvollen Ergebnis gekommen ist. Insofern ist es eine rein
"religöse" Debatte. Und Religion hat was mit Glauben zu tun. Darüber
kann man nicht zielgerichtet diskutieren.
(sonst fang ich auch mal an über Martin Luthers "Die Freiheit eines
Christenmenschen" zu senieren ;-)
ehrwürdigsten Dank,
XXXX
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Hi XXXX,
> Wenn wir uns auf eine Position zurückziehen, die sagt "Datenschutz geht nur
> mit Freier Software", dann verbauen wir uns den Zugang zu einer Menge an
> politisch wichtigen Unterstützern
das habe ich auch nie gefordert und wäre auch saudumm, denn Datenschutz hat
per se erst einmal weder etwas mit proprietärer noch mit freie Software zu
tun. Denn natürlich kann und muss man auch auf _politischer_ Ebene arbeiten,
die mit Technik gar nichts zu tun hat.
Nach meiner Überzeugung bedarf es dann aber auch früher oder später einer
technischen Infrastruktur, die diese politisch erkämpften Rechte auch
sicherstellt und einfordert - und auf dieser Ebene ist für mich freie
Software unverzichtbar, Verschlüsselung mit proprietärer Software kann man
genauso gut auch bleiben lassen. Da sollte man dann sonst lieber
ehrlicherweise sagen "ich kämpfe auf der politischen Ebene - vor einem
Staat, der mich nicht überwacht, brauche ich nicht zu verschlüsseln/mich
nicht zu schützen, ich vertraue auf den Staat/die demokratischen
Kontrollorgane".
> Ich halte diese Diskussion für begrenzt nützlich, und zwar vor
> allem aus taktischen Erwägungen.
Nun gut, das mag sein - aber nur zum Teil, denn es geht eben genau darum, wie
hier gerade "religiös" von den Verfechteren unfreier Software argumentiert
wird. "Totale Sicherheit wirst du nie bekommen", "Linux hat auch
Lücken", "Windows wird auch kontrolliert von Experten" - ein einfaches "Ich
komme mit Linux irgendwie nicht zu Recht", "Ich bin zu faul, mich
umzugewöhnen", "Windows hat Features, die ich benötige", "Ich will meine
Kraft lieber für die Arbeit auf politischer Ebene aufsparen" fände ich da
ehrlicher und richtiger. Man kann auch faktisch etwas anerkennen, es dann aus
praktischen Erwägungen aber trotzdem anders machen.
Leider verwechseln die Leute außerdem - auch hier - in der Diskussion die
Ebenen:
Natürlich gibt es freie Software, die unsicher ist. Natürlich gibt es unfreie
Software, die vielleicht sehr sicher ist. Das ist das eine.
Aber für die _Überprüfbarkeit_ / _Transparenz_ ist es eine notwendige wie
hinreichende Bedingung, dass die Software frei ist. Das ist weder religiös
noch eine Daumenregel (und hat nur tangential mit Security by Transparency
vs. Security by Obscurity zu tun, leider auch oft missverstanden), sondern
ein Fakt.
Ob man das selbst kann, ist dann natürlich wieder etwas anderes. Das ist aber
kein Gegenargument. Der Punkt ist, dass zumindest prinzipiell jeder den
Quellcode checken könnte und dies wird in vielen Fällen auch von
verschiedenen Hackern, CCCler, Informatikern, Wissenschaftlern, etc.
unterschiedlichster politischer Einstellung und Couluer getan - und zwar
ohne, dass der Hersteller eine Genehmigung dafür erteilen muss und das ist
der Punkt.
Bei proprietärer Software gibt es zwar auch Audits, aber nur von den Leuten,
denen es genehmigt wird. Wer sagt mir, dass die Software, die ich habe, dann
auch die ist, die gecheckt wurde? Usw. Für eine genauere Argumentation
verweise ich nochmal auf das in meiner Ausgangsmail angegebene
Grassmuck-Kapitel - besser könnte ich es ganz bestimmt nicht eruieren.
Michael
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