Am 03.06.2011 07:59, schrieb [email protected]:
...
...und damit bestätigst sich genau meine Argumentation :-) Die GUIs, die
Du später kennengelernt hast, sind objektiv gesehen *nicht* weniger
intuitiv. Du empfindest sie nur als weniger intuitiv, weil Du Dich von
Deinen gewohnten Denkmustern umstellen musstest. MacOS 6 war Dein
erstes, also musstest Du Dich bei diesem als einzigen nicht umstellen.

Deine logische Schlussfolgerung dürfte zutreffen. Trotzdem denke ich, dass Mac OS 6 dermassen einfach zu bedienen war, dass ich es als Schuljunge ohne jede Instruktion sofort benutzen konnte. Mit Ausnahme der Dialoge, die weniger gut gelöst waren. Davon abgesehen war es für den damaligen Privatanwender praktisch perfekt. Auch die Qualität der Darstellung und der Hardware war sehr gut. Nie die kleinsten Darstellungsfehler und meine Macs aus dieser Zeit gehnen noch gut.

Für die heutigen Ansprüche taugt das damalig fast perfekte System nicht. Apple schaffte es nicht, die alte Qualität beizubehalten, sowohl beim GUI als bei der Hardware. Wahrscheinlich ist es auch nicht möglich.

Gehen wir einen Schritt weiter. Zwar weniger perfekt, aber ziemlich ausgereift, haben KDE 3 und Gnome 2 sowie Windows 95 bis XP das bekannte Leisten-Konzept entwickelt. Dazu Sachen wie das Mac-Dock und Multi-Fenster Darstellungen, die mit Kompositing-Effekten möglich werden. Grundlage sind immer noch Icons und Fenster, die irgendwo abgelegt werden können.

Mit den Smartphones ist nun auch das überholt, und neue GUIs verwehren den Usern die Möglichkeit der Dateiablage auf dem Desktop, selbst bei grossen Bildschirmen. Wahrscheinlich ist das eine gute Idee, aber Leute wie ich, die das vorherige gewohnt sind, können das noch nicht richtig nachvollziehen. Auf dem Smartphone zwar schon, aber auf dem PC möchte ich immer noch das "Recht auf Unordnung"!

Viele Grüsse, Theo
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