Lieber Theo,

On Sunday 17 July 2011 06.51:50 [email protected] wrote:
> Findest du das gut?

Ich finde das grundsätzlich gut, denn manchmal muss man auf den Busch klopfen
um etwas zu erfahren. Gerade der Wegfall der guten Unterstützung von IMAP und
anderen Standards ist aus meiner Sicht ein guter Punkt.

Mein Eindruck ist auch, dass wir uns manchmal lauter mit Feedback melden
müssen. Nutzer von MIcrosoft schreien oft und schnell aus der vermeintlichen
Sicherheit heraus, die "Standardsoftware" einzusetzen: "Das geht ja nicht,
dass das nicht geht, das machen doch alle!"

Nutzer von Freier Software und Offenen Standards hingegen neigen oft eher zu
einer defensiven Kommunikation der Art "also es wäre wirklich sehr nett wenn
ihr mich nicht total aussperren würdet, aber wenn doch dann muss ich wohl
damit leben denn ich setze so komische Alternativsoftware ein."

Dabei wäre es umgekehrt eigentlich eher angebrachter.

Ohne Offene Standards gäbe es selbst Microsoft in dieser Form nicht - siehe die
Geschichte von Novell und der Einführung von CIFS - und die Taktik der
proprietären Formate ist reines Kalkül, welches ja scheinbar meist auch
aufgeht, wie obige Nutzer von Monopol^WStandard-Software demonstrieren.

Daher denke ich nachzufragen ist in der Tat richtig und wichtig.

Je mehr Leute nachfragen, um so besser, denn dann entsteht nicht der falsche
Eindruck hoher Nutzerzufriedenheit beim Einsatz von Microsoft Exchange.

Und da es eine Politik für Offene Standards gibt, wäre hier eine Nachfrage in
jedem Fall angebracht. Eventuell kommt man aber mit der Frageform weiter, also
eher im Sinne von: "offene Standards in diesem Bereich sind A, B, C" und
"proprietäre Formate sind X, Y, Z" "meines Wissens unterstützt Microsoft
Exchange primär X, Y, Z und A, B, C nur unzureichend. Wie passt das zur der
Strategie, Produkte auf Basis offener Standards zu wählen?"

Und dann würde ich Ihnen klar machen, dass es Alternativen gibt die Ihnen das
geliebte Outlook entweder belassen oder gegen eine bessere Alternative
ersetzen (Stichwort: Voller Groupwareklient auf dem Tablet PC).

Siehe http://blogs.fsfe.org/greve/?pC1

Und übrigens: Ja, Solothurn ist wesentlich daran gescheitert dass die Nutzer
keinen Webklienten akzeptiert haben weil der Ihnen zu einschränkend und
unkomfortabel war. Ich weiss aber nicht, ob ich das in dieser Mail direkt
anführen würde. Nur für den nächsten Punkt würde ich das im Kopf behalten:


> Wie kann ich reagieren, wenn der Vorgesetzte vorschlägt, einfach den
> ebenfalls angebotenen Webdienst (Outlook Web App) zu verwenden? Der
> könnte tatsächlich auch mit den Kalendern funktionieren.

Das wird er vermutlich. Allerdings funktioniert der nur mit dem Internet
Explorer richtig, unter Firefox ist der sehr eingeschränkt. Darüber kann man
sich schon beschweren, zumal es Alternativen gibt, die auf ALLEN Browsern
vernünftig funktionieren.

Beste Grüsse,
Georg


--
Georg C. F. Greve
Chief Executive Officer

Kolab Systems AG
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