On Fri, 23 Mar 2012 17:21:11 +0100 Fabian Keil <[email protected]> wrote:
> Ich finde es befremdlich, dass im Interview und auf > http://fsfe.org/campaigns/android/liberate.en.html > die Entfernung von proprietärer Software aus dem Betriebssystem > mit der Befreiung des Telefons gleichgesetzt wird. > Im von der Kampagnen-Seite verlinkten Artikel von RMS steht > ausdrücklich, dass auf den ihm bekannten Mobiltelefonen die > Firmware zu großen Teilen unabhängig vom Betriebssystem agieren > kann und ein freies Betriebssystem somit keine Kontrolle über > das Telefon garantiert: > http://www.gnu.org/philosophy/android-and-users-freedom.html Ich sehe keinen Widerspruch zwischen dem Artikel von RMS und der "Free Your Android" Kampagne. Beide sagen deutlich, dass es 100%ige Freiheit nur mit der Android-Distibution "Replicant" gibt. Es wird auch deutlich auf der FSFE-Seite gesagt, dass CyanogenMod unfreie Treiber und Firmware benutzt. Die Empfehlung ist: Wenn man eines wenigen Geräte besitzt, die Replicant unterstützt (z. Zt. m. E. vier), dann soll man Replicant nutzen. Hat man keines dieser Geräte dann sollte man CyanogenMod benutzen, CyanogenMod unterstützt z. Zt. 57 Geräte. Auf diesen Geräten bietet CyanogenMod die größtmögliche Freiheit, auch wenn es nicht 100% sind. M. E. ist dies in etwa vergleichbar mit einem Ubuntu mit proprietärem Grafikkarten-Treiber. CyanogenMod ist z. Zt. ein Kompromiss zwischen größtmöglicher Freiheit auf möglichst vielen Geräten und gerade so viel unfreie Firmware wie nötig, damit das Gerät auch sinvoll benutzbar ist. Das Endziel ist natürlich 100% Freiheit, aber das ist leider noch nicht überall möglich. Die FSF ist da etwas konsequenter und empfiehlt ausschließlich 100% freie Software, also nur Replicant. M. E. bringt diese ausschließliche Empfehlung aber nichts, wenn man ein Smartphone hat, welches von Replicant nicht unterstützt wird. On Fri, 23 Mar 2012 18:46:48 +0100 Joker Germany <[email protected]> wrote: > Ich finde, das man an die Geschichte anders rangehen sollte. > Ich habe Sorge, dass die FSFE mit ihrer “nur freie Software “ schiene die > Leute eher abschreckt und sich ins “das sind doch nur Spinner“ abseits > befördert... Das Risiko, dass man als Spinner abgetan wird hat man immer. Da gab es vor 200 Jahren so ein paar Spinner in den USA, die meinten tatsächlich, dass Freiheit universell für alle Menschen gilt, egal ob schwarz oder weiß. Für die weiße Schicht in den Südstaaten eine vollkommen abwegige Vorstellung. Wie oben dargestellt ist die FSFE durchaus pragmatisch und schlägt auch praktikable Lösungen vor. Einige Leute in den Schwesterorganisationen der FSFE sind da durchaus resoluter. Die FSFE schlägt da einen Weg ein, mit der sie ernst genommen und eben nicht als Spinner klassifiziert wird. > Gegen properitär sollte man meiner Meinung nur dort wettern, wo (Quasi) > Monopole die Menschen in die Abhängigkeit treiben... > Beim Rest sehe sich die FSFE eher in der passiven informativen, helfenden > Rolle... Das wäre aber m. E. ein totales Aufweichen der Positionen und zudem inkonsequent. Für Freiheit setzt man sich immer ein, und nicht nur dort, wo die Unfreiheit für jeden offensichtlich ist. Um mal wieder eine Analogie zu bringen: Würdest Du auch vorschlagen nur in Diktaturen gegen Überwachung zu protestieren, in Demokratien aber, die Überwachungsgesetze einführen die Füße still zu halten, weil man sich ja sonst lächerlich machen könnte? _______________________________________________ fsfe-de mailing list [email protected] https://mail.fsfeurope.org/mailman/listinfo/fsfe-de
